Flener: Sie müssen zwischen sinkenden Margen, persönlicher Beratung, neuen Services wie Impfen und dem wachsenden Druck durch den Versandhandel ihre Position im Gesundheitswesen verteidigen und profitabel wirtschaften. Gemeint sind die Vor-Ort-Apotheken und über diese vielfältigen Herausforderungen spreche ich heute mit Caroline Sindelar, der Eigentümerin der Amone Apotheke in Wien.
Episode des Healthcare Changers Podcasts. Das ist deine hörbare Dosis Inspiration und Wissensvorsprung für das Gesundheitswesen von morgen. Mein Name ist Dominik Frehner. Ich bin Geschäftsführer der Healthcare Consulting Group und Host dieses Podcasts. In dieser Episode dreht sich alles um die Zukunft der Vor-Ort-Apotheke und damit geht es um die Gegenperspektive zum Versandhandel, den ich in Episoden dreiundsechzig und fünfundsechzig eingehend beleuchtet habe.
Ich diskutiere mit Karoline Sindelar, wie die Vor-Ort-Apotheke gegen den Versandhandel bestehen kann, welche Rolle die Politik spielt, warum es noch mehr Eigeninitiative der Apotheken braucht, wie ein neues Service wie das Impfen Realität wird und wie ready die österreichischen Apotheken tatsächlich sind, wenn es darum geht, flächendeckend Impfungen durchzuführen.
Bevor es losgeht, noch eine Bitte: Wenn dir dieser Podcast gefällt, dann abonniere ihn im Podcast-Player deiner Wahl und empfiehl ihn gerne einer Freundin oder einem Freund in deinem Umfeld weiter. Und jetzt freue ich mich auf das heutige Gespräch mit Karoline Sindelar. Karoline, herzlich willkommen bei mir im Podcast.
Schön, dass du dir die Zeit nimmst, mit mir heute über das Thema Apotheke zu sprechen und konkret fokussieren wir uns auf das Thema Vor-Ort-Apotheke. Ich habe in vorangegangenen Episoden über die Shop-Apotheke gesprochen, über Zahlen mit Data Meta IQ und habe befunden, es ist höchste Zeit, mal mit jemandem zu sprechen, der vor Ort sozusagen tagtäglich in der Apotheke steht und bewusst jetzt nicht in einer aktuellen Funktion irgendwo im Verband oder in der Kammer arbeitet, sondern wirklich sozusagen in der, sage ich mal, operativen Front und wir da live mit dir in das eine oder andere Thema einsteigen können.
Insofern freue ich mich sehr auf das Gespräch und darf dich aber kurz bitten, dich für meine Zuhörerinnen und Zuhörer kurz vorzustellen. Wer bist du? Was machst du? Und wo liegt deine Apotheke?
Sindelar: Vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Karoline Sindelar. Seit Oktober stehe ich nicht wirklich viel in der Apotheke.
Ich sitze mehr, weil ich die Ammonia-Apotheke übernommen habe und festgestellt habe, ähm, zu meinem vorherigen Apothekenleben ist das sehr viel mehr sitzende Tätigkeit als früher. Ich bin Mutter von zwei Töchtern. Ich bin seit sechzehn Jahren Apothekerin. In meiner zweiten Schwangerschaft habe ich beschlossen, also ein Kind und arbeiten alleine ist zu wenig.
Ich studiere noch schnell klinische Pharmazie dazu, weil das einfach dieses, ähm, tagtägliche Leben in der Apotheke sehr gut abgerundet hat. Hab das dann auch tatsächlich fertig gemacht. Da hat schon Corona begonnen, deswegen war das mit der Masterarbeit ein bisschen schwieriger, aber auch das haben wir gemeistert.
Und ich kann gleich verraten: In der Masterarbeit ging es damals ums Impfen und ich denke, da werden wir wohl nicht herumkommen um dieses Thema. Ansonsten bin ich so ein kleiner Fortbildungsjunkie und meine Droge ist so quasi alles, was neu ist, was Wissen anbelangt. Das finde ich total toll und ich glaube, da liegt auch unsere Zukunft.
Ich selber bin sonst noch Aspiranten- und PKA-Prüferin. Ich bin Visitorin und weil ich furchtbar neugierig bin, habe ich auch ganz viele Fachartikel geschrieben, den einen oder anderen Podcast gesprochen. Und ja, man findet mich irgendwie überall bei allem, was mit Apotheke zu tun hat.
Flener: Ja, spannend. Damit haben wir natürlich den großen Blumenstrauß, auf den wir jetzt auch wissenstechnisch zurückgreifen können.
Beginnen wir mit der Tatsache, die du gerade geschildert hast: Du hast jetzt eine Apotheke übernommen. Also du warst längere Zeit schon Pharmazeutin vorher, hast jetzt eine Apotheke übernommen. Jetzt formuliere ich einmal vor sich, wenn ich der Medienlandschaft lausche, dann sagen wir mal: „Bah, Apotheke ist so schwierig und wo das hinführt, Querverweis, Onlinehandel nimmt uns alles weg."
Du hast trotzdem übernommen. Was waren so ein bisschen deine Beweggründe, jetzt dann diesen Schritt aus dem, sage ich mal, reinen Pharmazeutendasein wirklich in dieses Thema, ich führe eine eigene Apotheke, zu setzen?
Sindelar: Also ich glaube, ein bisschen verrückt muss man schon sein, vor allem wenn man, wie du sagst, die aktuellen Entwicklungen verfolgt.
Trotzdem war das immer schon mein Wunsch. Ich habe während des Studiums ganz viel in der Forschung gearbeitet und wollte eigentlich gar nicht in die Apotheke. Das war für mich so ein: „Na gut, dann machst du halt das Aspirantenjahr." Und dann habe ich dieses Aspirantenjahr begonnen und seit Tag eins war das genau das, was ich machen wollte.
Ich kann's verraten, ich war furchtbar schlecht während meines Studiums und kaum war ich in der Apotheke, hat alles Sinn ergeben. Und das war meins, das wollte ich machen und es war ganz schnell klar: Ich will meine eigene Apotheke haben. Ich will mitgestalten, ich will den Weg vorgeben, ich will gemeinsam mit meinem Team so etwas Eigenes schaffen.
Apotheke, die Apotheke der Zukunft, wie soll Apotheke sein und wie soll Apotheke in zwanzig, dreißig, vierzig Jahren sein?
Flener: Jetzt bist du als Chefin so im vergangenen Oktober 2025 dort angetreten. Was waren so die ersten drei Punkte oder die ersten drei Hebel, die du umgelegt hast, um vielleicht auch die Weichenstellung zu stellen in dieses Thema Apotheke der Zukunft?
Was waren so die ersten drei Punkte deiner Änderungen?
Sindelar: Also die erste Änderung war wenig lustig. Das war ein neuer Server, wo man merkt, wie viel wir heutzutage von der Technik abhängig sind. Also wenn man plötzlich keine E-Karten mehr auslesen kann, steht man, wenn man salopp formulieren möchte, relativ nackert da.
Ansonsten haben wir die Offizin einfach aufgeräumt, klar gestaltet, übersichtlicher gemacht, das Produktsortiment eingeschränkt und uns auf verschiedene Punkte fokussiert. Also ich mag Ordnung, ich mag's übersichtlich und ich mag's ganz klar strukturiert und definiert. Das haben wir gemacht. Und dann haben wir gemeinsam relativ bald schon unser allererstes Mitarbeitermeeting gemacht und da habe ich einfach gefragt: „Okay, Leute, was macht uns aus?
Wo sind wir stark? Was können wir?" Und zuerst war's kurz ruhig und dann haben wir doch eine ganze Flipchart-Seite gefüllt mit Dingen, die uns einzigartig macht. Und dann haben wir überlegt: Okay, wie können wir diese Stärken verbessern in der Zukunft? Wo können wir ansetzen? Was können wir machen? Und haben daraus dann wirklich so ein paar Punkte entwickelt, wo ich gesagt habe: „Ja, das machen wir, das setzen wir um.
Wir wissen noch nicht ganz genau, wie bei manchen Dingen, aber wir werden das machen." Und ein Fokus war uns eigentlich allen zusammen wichtig: Wir wollen keine Krankheiten fördern, wir wollen Gesundheit fördern und die fängt halt bei der Prävention an und genau da werden wir ansetzen. Das wird unser Schwerpunkt werden.
Flener: Jetzt hast du vorher gesagt, ihr habt das Produktportfolio, ich formuliere es mal so, da hab's zumindest so gehört, ein bisschen bereinigt, du hast aufgeräumt, du hast Struktur hineingebracht. Kannst du da ein Beispiel geben, irgendwo, wo du gesagt hast, zum Thema da, da, da, es besteht immer die Gefahr, dass man sich so ein bisschen zerspraggelt, wie man im Österreichischen gern sagt, ja.
Ähm, wo hast du das Gefühl gehabt, da hat Struktur hinein gemusst und wo siehst du auch vielleicht schon die ersten positiven Effekte?
Sindelar: Also wir haben, äh, es gab vorher sehr viele Aufsteller, sehr viele Dinge, die herumgestanden sind. Das ist schwierig, wenn man hineinkommt in die Apotheke, immer wieder schlagen vom, vom Angebot, dann kann ich mich relativ schlecht entscheiden, was ich jetzt wirklich haben möchte.
Also da haben wir aufgeräumt. Es gibt jetzt viel mehr Platz. Man kann sich freier bewegen. Das ist schon einmal ein Punkt. Da steht nicht überall was herum und das alleine ist schon einmal, glaube ich, ein, ein ganz guter Punkt. Es ist übersichtlich, es hat Struktur und so findet sich, glaube ich, auch der Kunde einfach besser zurecht, wenn er mal selber was sucht, weil er fünf Minuten warten muss.
Flener: Das ist ja ein interessanter Punkt. Wir haben ja vor vielen Jahren auch Projekte gemacht, wo es um die Thematik gegangen ist, Apothekenweiterentwicklung, also aus der Retail-Perspektive, so Einkaufserlebnis et cetera. Und wir haben ja dort immer wieder versucht, den Apotheken zu erklären, reduziert. Also genau das, was du jetzt eigentlich sagst, aber oft hast du dieses Gefühl: Ja, aber jeder nicht aufgestellte Aufsteller ist verpasster Umsatz.
Äh, ich vermute, nachdem ihr daran festgehalten habt, du wirst die positiven Effekte auch selber sehen. Aber würdest du bestätigen, dass dieses Thema Klarheit und Reduktion ja eigentlich zu einer wirklichen Verbesserung führt?
Sindelar: Also für mich auf jeden Fall. Und ich denke, es hat auch in der Apotheke tatsächlich eine Verbesserung bewirkt.
Wenn ich fünf Aufsteller vor mir habe, die sehe ich nicht. Das nehme ich nicht wahr. Wenn ich einen prominenten Aufsteller habe, auf den kann ich mich fokussieren und der fällt auf. Und genau so soll es sein.
Flener: Haben das deine Mitarbeiter auch sofort verstanden?
Sindelar: Die haben sich eigentlich alle sehr gefreut.
Flener: Okay, ja.
Sindelar: Also sie waren alle froh und ich habe auch das Feedback bekommen von allen, die von außen in die Apotheke gekommen sind, also Außendienste, Freunde, Kunden, die schon lange, lange Zeit bei mir in der Apotheke einkaufen, haben gesagt: „Es schaut so offener aus und so freundlicher." Und das finde ich sehr gut.
Das ist ein durchaus positives Foot-- Feedback.
Flener: Also ich glaube eben, du hast gesagt, aufgeräumt, das ist Orientierung und du hast gesagt ja vorher auch, du hast mit einem Team gearbeitet, was mich ein bisschen zu dieser zweiten Thematik bringt oder zweiten Säule, dieses Thema Team. Ja, dort haben wir aus meiner Sicht ja zwei Herausforderungen.
Das eine Thema ist, viele in Apotheken sind Teilzeit. Ich vermute, das ist bei dir genauso. Ja, also Mitarbeiter, die Teilzeit arbeiten. W-wie gelingt dir das, die sozusagen auch ausreichend an die Apotheke zu binden? Ne, also wenn ich jetzt der Wirtschaftsminister bin, dann muss ich immer mich gegen Lifestyle, äh, Teilzeit ver-verwehren, aber das haben wir ja nicht.
Aber diese Thematik, wie, wie schafft man doch Identifikation in einem Teilzeitjob? Wie bindest du die Leute? Wie teilst du das ein? Kannst du mal da kurz ein bisschen einen, einen Blick auf das Thema Arbeitszeiten und, und Mitarbeiterbindung geben?
Sindelar: Also ich würde sagen, das Team ist neben dem Standort eines der wichtigsten Dinge, die eine Apotheke hat.
Und mein Team ist gleichzeitig natürlich mein größtes Asset. Also ohne mein Team geht gar nichts und es ist ein eingespieltes Team, es ist ein tolles Team. Und weil du gesagt hast, Teilzeit, Vollzeit, also ich habe fast ausschließlich Teilzeitkräfte und ich finde das eigentlich gar nicht schlecht, weil ich habe mehr Flexibilität.
Wenn jemand Vollzeit arbeitet, wir haben ein Arbeitszeitgesetz, dann nach einem Nachtdienst muss derjenige nach Hause gehen und mit Teilzeit lässt sich das eigentlich viel besser organisieren. Und ich selber mache auch hunderttausend Dinge nebenbei und auch so lässt sich das, wenn im Team jemand etwas nebenbei macht, viel besser organisieren.
Zusätzlich kommt natürlich dazu Familienfreundlichkeit. Ganz klar, ich habe zwei Kinder, die gehen beide in die Schule, also ins Gymnasium und in die Volksschule. Das heißt, auch ich bin teilweise an Ferienzeiten gebunden und da ist auch Teilzeit wirklich, ja, ein großer, großer Vorteil. Das mit dem Lifestyle ist immer so eine Sache.
Ich denke, wenn man gerne arbeitet und nicht arbeiten gehen muss, dann gibt's keine Keine Life-Lifestyle-Balance, sondern dann geht man gerne hin, dann macht man das aus Überzeugung. Und das ist genau das, was ich mit meinem Team erreichen will, dass sie gerne kommen, dass sie gerne arbeiten, dass es Spaß macht.
Und letzten Endes ist das ja genau der Punkt, warum Kunden dann wieder zu uns kommen.
Flener: Mhm. Jetzt hast du die Situation, du hast gesagt, ihr habt das, das Sortiment ein bisschen bereinigt. Ihr habt's auch, ich sage mal simpel, ihr habt's aufgeräumt. Du weißt, wie ich's jetzt meine. Ähm, der zweite Punkt ist diese Relevanz des Teams.
Jetzt bist du ja als Apotheke trotzdem in einem gewissen Wettbewerb mit den nächstgelegenen Apotheken. Ja, wie siehst du das da in der Differenzierung? Was macht deine Harmonie Apotheke aus im Vergleich vielleicht zum Mitbewerb? Oder sagst du, die sind mindestens fünfhundert Meter weit weg und daher sind die gar nicht Mitbewerb?
Also diese Thematik regionale Verortung der Apotheke.
Sindelar: Also natürlich sind sie fünfhundert Meter weit weg und ich würde jetzt lügen, wenn ich sage, das ist kein Problem, wenn sie näher wären. Also die fünfhundert Meter, die finde ich schon ganz gut. Insofern, ja, ich, meine Apotheke ist im siebzehnten Bezirk und ich muss was Positives sagen.
Es ist nicht immer ein Hickhack gegeneinander. Also wir Selbstständigen im siebzehnten Bezirk haben so eine Art, ähm, Bezirksapotheker treffen. Das ist total nett. Da treffen wir uns regelmäßig und tauschen uns aus, geben uns Tipps. Hat mir am Anfang auch total geholfen, weil für mich war alles neu. Ich bin da sehr herzlich willkommen geheißen worden.
Wir schicken uns durchaus auch, äh, gegenseitig Kunden.
Flener: Mhm.
Sindelar: Wenn ich weiß, das ist was, das kann ich nicht bieten, dann schicke ich ihn sehr gerne zum Kollegen. Also da gibt's relativ wenig, wo wir uns stoßen. Ansonsten muss ich natürlich wirtschaftlich arbeiten, keine Frage. Deswegen versuche ich einfach von dieser Apotheke, die eh immer alles kann, einen Unique Selling Point zu finden, zu sagen, okay, ich stehe für ein bestimmtes Thema und genau dieses Thema möchte ich forcieren.
Und damit hebe ich mich dann natürlich irgendwann hoffentlich von den umliegenden Apotheken ab.
Flener: Was ist das bei dir das Thema?
Sindelar: Ich möchte tatsächlich diese Prävention. Ich finde, wir haben das viel zu wenig. Wir kümmern uns erst dann um uns selber und um unseren Körper, wenn's nicht anders geht, wenn wir gezwungen werden und wenn die Medikamentenliste eigentlich eh schon mindestens zehn Arzneimittel beinhaltet.
Und ich finde, das muss nicht sein. Ich würd, hätte gerne, dass wir alle möglichst lange leben, aber gesund und fit und nicht mit vierzehn Dauermedikamenten.
Flener: Jetzt spiel ich mal kurz Advocatus Diaboli, so nach dem Motto: Das klingt jetzt alles nett. Ja, und wenn ich jetzt mir, sage ich mal, die politische und sonstige mediale Berichterstattung, äh, mir anhöre, dann geht ja vieles in diese Richtung.
Ne, also wo die Kassa sagt, ja, wir wollen mehr gesunde Lebensjahre und alle wünschen sich das et cetera. Warum glaubst du, dass du als Apotheke hier einen besonders großen Hebel hast? Ja, also ich unterschreib das ja alles und dass es auch wichtig ist. Ja, aber wie weit sagst du, hast du dort einfach aufgrund der regionalen, äh, Verortung, auch dieser Nähe und niederschwelligen Zugang für Patienten, ist das das, das Kernrezept dann dafür?
Oder warum glaubst du, dass dir das dann so gut gelingen wird?
Sindelar: Weil ich, ähm, erstens einmal sehr, sehr nah am Patienten dran bin. Ich sehe ja ganz viele, fast täglich, muss man dazu sagen. Und ich habe halt ganz viele Möglichkeiten, die nicht genutzt werden. Ich hab, Stichwort Point of Care Testungen zum Beispiel.
Damit kann ich frühzeitig verschiedene Parameter bestimmen, wo man ansetzen kann, sagen: "Du, dein Cholesterin ist zu hoch." Jetzt waren grad die Herzgesundheitswoche, ähm, wo wir Messungen durchgeführt haben und wo einige Cholesterinspiegel wirklich aus der Norm waren. Die Kunden wussten das nicht. Und da ist so der Punkt, wo man sagt: "Setz jetzt an.
Hey, du bist grad mal fünfzig Jahre alt. Wenn du jetzt was tust, kannst du vielleicht den Herzinfarkt in zehn Jahren verhindern." Und das ist natürlich ein Punkt, da kann man wirklich groß ansetzen. Da kann man viele Leute erreichen. Es ist unkompliziert. Das dauert zehn Minuten. Dann habe ich mein Ergebnis, dann schicke ich denjenigen zum Arzt und man kann wirklich hier frühzeitig was verändern.
Flener: Jetzt muss ich das noch mal ein bisschen nachfragen. Es ist ja ein spannender Punkt. Wir kommen zum Thema Impfen, kommen wir noch mal separat, aber bleiben wir mal bei diesem Point-of-Care-Testen. Jetzt gehe ich einmal in eine null acht fünfzehn Apotheke in Österreich. Was meine ich damit? Da komme ich hinein, dann gehe ich an ein bisschen Warenaufstellern vorbei, dann stehe ich an der Tara.
Ja. Und wenn's jetzt darum geht, dort ein Point-of-Care-Test-Setting eigentlich hin zu implementieren, dafür ist da, sage ich jetzt mal, die null acht fünfzehn Apotheke gar nicht vorgesehen. Jetzt einmal, sage ich, von dieser räumlichen Struktur. Wie weit musst du in deiner Apotheke Prozesse, Abläufe, Räumlichkeiten adaptieren, um jetzt diesem Anspruch, den du gerade aufgestellt hast, den ich ja unterstreiche und den ich ja als, als wichtig finde, gerecht zu werden?
Was waren da so deine Learnings, äh, auch aus der, jetzt aus diesen ersten Monaten, äh, in deiner Apotheke? Wie kann das gelingen? Weil nur jetzt, sage ich, draußen ein Schild hinzuschreiben, wir testen auch Cholesterin, wird nicht funktionieren.
Sindelar: Ich hab's sehr gut bei mir. Ich habe den Platz, ich hab die räumlichen Gegebenheiten, ich hab einen eigenen Raum, auch in, äh, puncto Impfen in Zukunft.
Also ich habe die Möglichkeiten. Es ist mir wohl bewusst, dass ich hier ein bisschen privilegiert bin. Nicht jede Apotheke hat diese Möglichkeiten. Viele Apotheken können sich auch räumlich, ähm, nicht vergrößern, weil ich suche auch zu Hause immer nach das aufblasbare Zimmer, das es nicht gibt. Da weiß ich wohl, dass nicht jede Apotheke auf kurz oder lang dasselbe leisten können wird.
Das wird nicht möglich sein. Da müssen wir natürlich standesintern eine Möglichkeit finden, dass wir auch kleinere Apotheken, ähm, nicht abtöten, weil ich denke, das ist kontraproduktiv, gerade auch in der Patientenversorgung. Allerdings gibt's auch Apotheken, die wohl die Möglichkeit haben und die sollten halt solche Aufgaben natürlich übernehmen.
Flener: Wie, wie bringst du das aber, sage ich, ich komme noch mal zum Team zurück. Du hast gesagt, das Team ist für dich wichtig. Wie bringst du das auf diese Reise? Also ich bin jetzt immer noch vielleicht in der alten Welt, ne, so nach dem Motto: Wie hat die Apotheke funktioniert? Ich komme hin, ich löse mein Rezept ein.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich da so nach dem Motto, der Apothekenmitarbeiter liest, was da draufsteht, gibt mir das. Das ist ja ein Konzept, das, sage ich mal, vielleicht Frequenz bringt und den Basiseinkommen, aber das ist ja das Auslaufmodell am Ende des Tages, ne, dieses null acht fünfzehn Rezept einlösen.
Aber wie bringt man jetzt auch, du hast ja auch ein Team übernommen, wie bringt man die auf diese Reise, dass das zwar immer noch Teil des Geschäfts ist, aber dieses Thema Prävention, dieses Thema Patientenbegleitung, dass das das Konzept der Zukunft ist?
Sindelar: Also ich, vielleicht hängt's auch sehr viel mit mir zusammen, weil ich sehr begeistert bin von diesen Dingen.
Es ist aber natürlich nichts, was ich allein vor, was ich alleine vorschlage und es macht auch überhaupt keinen Sinn, wenn ich von irgendeiner Dienstleistung vollkommen überzeugt bin und keiner in meinem Team will's machen. Also so sicher nicht. Wenn ich eine Idee habe, schlage ich das vor und bis jetzt hatte ich Glück, waren alle total überzeugt.
Und ich glaube auch, dass das in den nachkommenden Apothekergenerationen bereits angefangen hat, dieser Wunsch, mehr zu machen als dieses, ich sag das jetzt ganz, ganz böse: Wir sind keine Schachtelschubsen. Also das ist so dieses Wort, das ich ganz oft höre: "Na, bist eh nur ein akademischer Verkäufer." Das sind wir aber gar nicht.
Das haben wir weder studiert, noch sind wir das tatsächlich. Also wenn ich ein Rezept bekomme und Medikamente abgebe, da laufen ganz, ganz viele Prozesse in meinem Kopf ab. Das ist nicht: "Aha, ein Blutdrucksenker und Wiedersehen", sondern da sind ganz viele Dinge, die ich dabei überlege, die ich mir denke. Und genau das ist auch das, was viele, viele Apotheker machen wollen eigentlich.
Die wollen ja mehr machen als einfach nur Medikamente expedieren. Und genau da kann man ansetzen. Und es sucht sich eh immer ein Dienstnehmer seinen Dienstgeber aus und umgekehrt. Und ich denke, wenn da die richtigen Leute zusammenfinden, wie ich das Glück hatte, in meiner Apotheke zu haben, dann kann man wirklich viel bewegen.
Flener: Wenn ich dich jetzt richtig verstehe, sagst du, die Pharmazeuten würden eigentlich gern mehr pharmazeutisch arbeiten. Ich sag's jetzt einmal so, oder dass das stärker herausgestrichen ist. Wenn ich mir jetzt aber, sage ich mal, die Realität anschaue, dann seid ihr ja aber trotzdem immer mehr, also ihr jetzt im Sinne von als Pharmazeuten, als Pauschalaussage, gezwungen, immer wirtschaftlicher zu denken oder diese, diese wirtschaftlichen Logiken viel stärker noch in den Vordergrund zu stellen.
Wo würdest du jetzt selber sagen, dein Tag, ne, wo du gesagt hast, du stehst ja nicht mehr so viel an der Theke und bist viel in der Organisation deiner, deiner Apotheke. Wie viel ist noch Pharmazie? Wie viel ist wirtschaftliche Tätigkeit? Wenn du so Prozentsätze verteilen könntest auf die Tätigkeiten?
Sindelar: Also wenn ich das so sage, ich bin in meinem Herzen immer hundert Prozent Pharmazeut.
Das wird sich niemals ändern, ähm, seit meinem ersten Tag in der Apotheke. Ähm, natürlich bin ich dazu gezwungen, wirtschaftlich zu arbeiten, weil am Ende des Tages muss jemand, äh, die Miete zahlen und den Strom und natürlich auch meine Mitarbeiter wollen irgendwann einmal ihr Gehalt sehen, das ist ganz klar.
Aber da gibt's halt viele Faktoren, die da hineinspielen. Wir brauchen einerseits, äh, die Mitarbeiterpolitik-
Flener: Mhm. -
Sindelar: die uns hier unterstützt und auch, äh, die Leistungen, die wir bringen, anerkennt und vor allem honoriert. Wir brauchen neue Perspektiven, über die wir uns finanzieren können.
Flener: Wenn du jetzt über die Zukunft deiner Apotheke, äh, nachdenkst, dann wirst du dich ja irgendwo inspirieren lassen.
Was sind so deine Inspirationsquellen, äh, wenn's um die Zukunft deiner Apotheke geht? Gehst du in andere Apotheken und versuchst dir dort Ideen zu holen? Oder hast du andere Branchen, die dich inspirieren? Oder wo, wo kommen deine Ideen her?
Sindelar: Also generell habe ich schon Ideen. Also wenn man sehr, sehr lange in der Apotheke gearbeitet hat, ich mein, fünfzehn Jahre sind für einige lang, für die anderen kurz, ähm, gibt's immer so ein paar Dinge, wo ich denke: „Ma, das wäre doch schön, wenn wir das auch noch machen könnten."
Oder: „Wieso können wir das nicht auch noch machen?" Ich bin sehr neugierig, wie du, wie ich schon gesagt habe, wie du ja weißt. Ich schaue auch gerne in andere Länder. Was gibt's dort? Was macht denn ein Apotheker in Schottland? Da habe ich mein zweites Studium gemacht. Was macht ein Apotheker in Deutschland, die ja sehr nah zu uns sind?
Was machen sie in den USA? Was machen sie in Australien? Und das sind oft ganz, ganz andere Dinge. Natürlich auch ganz andere Gesundheitssysteme, keine Frage. Aber Ideen kann man sich ja überall holen. Das ist einmal der eine Punkt, aha, in Schottland gibt's zum Beispiel einen Prescribing Pharmacist. Da gibt's einen Pharmazeuten in der Apotheke, der sich mit einem Kunden einen Termin ausmacht und dann zum Beispiel mit ihm gemeinsam die Diabetestherapie erstellt.
Das heißt, da ist nicht der Arzt, der das Medikament verschreibt, sondern der Arzt erstellt die Diagnose und schickt ihn zu seinem Prescribing Pharmacist. Und der macht dann gemeinsam mit dem Patienten anhand der Dinge, die er vom Arzt erfahren hat, mit dem Patienten die Arzneimitteltherapie. Das Ganze ist unter ärztlicher Begleitung, der Pharmazeut und der Arzt tauschen sich regelmäßig aus und der Patient geht nur in regelmäßigen Abständen zum Arzt, also in wesentlich längeren, nicht einmal im Monat oder einmal in der Woche, sondern vielleicht nur einmal im halben Jahr.
Und den Rest übernimmt der Pharmazeut. Das ist eine tolle Idee. Wenn man das jetzt in Österreich momentan vorschlagen würde, ich glaub, wir können uns ungefähr ausmalen, was dann passiert.
Flener: Ja.
Sindelar: Aber das sind so Ideen, wo ich mir denk, warum nicht? Das ist eine, ein wunderbares Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker, wo jeder einfach seine Stärken ausspielt.
Ich kann keine Diagnosen stellen oder zumindest nur ganz, ganz rudimentäre Dinge. Und vielleicht gibt's auch Ärzte, die ein Spezialgebiet haben und sich mit anderen Dingen nicht so gut auskennen. Das ist sogar ganz sicher der Fall. Also warum nicht diese Synergien nutzen und hier gemeinsam arbeiten? Ich denk, das würde am Ende des Tages allen helfen und vor allem dem, um den's eigentlich gehen sollte, nämlich dem Patienten.
Flener: Mhm.
Sindelar: Und dann, wenn wir, weil wir so viel über die Wirtschaft gesprochen haben, ist das natürlich auch sozialökonomisch finanziell gesehen irgendwann ein Benefit.
Flener: Mhm. Jetzt hast du schon ein bisschen dieses Hölzchen geworfen und deswegen, äh, reiche ein Thema, das wir ein bisschen später in der Agenda hatten, aber reiche vor, das ist dieser, wo's auch um diese Schnittstelle geht oder die Aufteilung der Tätigkeiten, ist dieses Thema Impfen, ne.
Also zum jetzigen Zeitpunkt ist es ja heiß diskutiert im Sinne von Apotheken, der politische Entschluss ist da, Apotheken, äh, dürfen in Zukunft impfen. Die Ärzte gehen dafür natürlich radikal auf die Barrikaden. Ja, also man hat ja manchmal das Gefühl, ihr habt's nicht Impfen vorgeschlagen, sondern irgendwie Opert, Operation am offenen Herzen.
Wie ist dein Blick einmal darauf? Ja, also jetzt wirst du natürlich sagen ja, äh, Impfen ist wichtig und Impfen ist gut, aber können wir das ein bisschen, äh, sozusagen unter, unterfüttern, äh, mit Argumenten? Warum ist aus deiner Sicht dieses Thema Impfen in der Apotheke so ein wesentlicher Schritt nach vorne?
Auch vor allem dann in das Thema hinein, das du ja auch dir auf die Fahnen geheftet hast, das Thema Prävention.
Sindelar: Also ja, Impfen ist gut. Ja, Impfen ist wichtig. Ich bin ein, äh, ganz großer Verfechter einer höheren Durchimpfungsrate, keine Frage. Warum nicht in der Apotheke? Ja, warum nicht? Also wir sind, ähm, fachlich auf jeden Fall geeignet.
Wir haben eine Ausbildung gemacht. Und nein, wir werden nicht im Vorbeigehen jemandem eine Impfung in den Arm rammen und ihn dann einfach stehen lassen. Das werden wir natürlich nicht tun.
Flener: Die Frage Ausbildung ist ja noch mal interessant, weil wenn man da in den Medien, äh, gelesen hat, so nach dem Motto Ausbildungen, viele Pharmazeuten machen die jetzt in Deutschland.
Wie war das in deinem Fall? Du hast sie ja auch im Ausland gemacht. Und was, was passiert dort, damit man sich das ein bisschen vorstellen kann, wenn jetzt ein Pharmazeut fürs Impfen ausgebildet wird, was, was, was lernt man dort, ähm, um dann für diesen Fall oder für diese Tätigkeit vorbereitet zu sein?
Sindelar: Also ich habe die Impfausbildung in der Schweiz gemacht, ähm, ist schon ein paar Jahre her, war mitten in Corona.
Ich war einer der ersten, die überhaupt als österreichischer Pharmazeut diese Impfausbildung gemacht haben. Ja, es war sehr spannend. Wir hatten ein ganzes Wochenende in der Schweiz, haben dort, ähm, uns unterhalten über Impftechniken, Möglichkeiten. Es hat angefangen von wie desinfiziere ich richtig, die ganzen Hygienestandards mussten wir natürlich uns wieder aneignen.
Wir haben Hygiene an der Universität, aber als Auffrischung, ähm, wie zieht man Impfstoffe richtig auf, wie richtet man alles her? Anatomie hatten wir natürlich, keine Frage, auch im Pharmaziestudium. Auch das kommt vor. So wie der Arzt Pharmakologie in seinem Studium hat, haben wir Anatomie, Pathophysiologie etc.
Ja, und dann haben wir einfach geübt. Wir haben aneinander geübt, an Dummies geübt und dann gab's eine ziemlich heftige Abschlussprüfung, wo, ähm, quasi die Nase der, äh, Prüfenden fast an der Nadel geklebt ist, die wir, die wir verwendet haben, mit sehr, sehr strengem, äh, Punkteabzug. Ja, und im Anschluss gab's dann noch ein mehrstündiges Onlinestudium mit, äh, Fragenkatalogen und Prüfung im Anschluss.
Flener: Mhm. Das war jetzt deine, die Schweizer Variante, die du da gemacht hast, ne? Wenn ich das jetzt angenommen, du hast eine Pharmazeutin bei dm-Team, jetzt möchte die sich auch zur Impfpharmazeutin ausbilden lassen, dann würde die vielleicht nicht in die Schweiz gehen, sondern nach Deutschland gehen. Aber ist dieses Curriculum jetzt ähnlich immer noch genau das Gleiche?
Hat sich das adaptiert? Wo, also was müssten die jetzt machen?
Sindelar: Sie müssen gar nicht nach Deutschland fahren. Also die Impfausbildung gibt's in Österreich auch, eher schon seit Jahren. Es haben ja schon über dreitausend, äh, Apothekerinnen in Österreich diese Ausbildung erfolgreich absolviert. Also wenn wir sagen, wir können morgen impfen, dann ist das tatsächlich so.
Und dann kann wirklich fast ein Drittel der österreichischen Apothekerinnen tatsächlich impfen, weil sie diese Ausbildung gemacht haben. Die Ausbildung viele, findet in Österreich statt, allerdings leider nicht mit österreichischen Ärzten. Da, ja, da sind wir einfach noch nicht so weit, dass Apotheker und Ärzte hier wirklich gut Hand in Hand arbeiten können.
Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das in Zukunft der Fall sein wird oder wieder der Fall sein wird. Deswegen haben wir Ärzte aus dem Ausland, die zu uns nach Österreich kommen und dort die Impfausbildung quasi beaufsichtigen oder innehaben.
Flener: Jetzt postuliert ja die Apotheke, dass damit eine Versorgungslücke geschlossen wird.
Also nach dem Motto wir könnten die Impfrate in die Höhe kriegen. Die Frage ist so ein bisschen als Hypothese bei dir: Wer wird sich in Zukunft, sobald es möglich ist, bei dir impfen lassen? Ist es der, der vorher ohnehin zum Arzt gegangen wäre und jetzt auf die Apotheke switcht? Glaubst du, dass du neue Zielgruppen erreichst?
Was ist so ein bisschen deine Hypothese, wie wenn jetzt sozusagen der, der Hebel final für jetzt dürft ihr wirklich loslegen, äh, umgelegt ist, wie dieses Impfgeschäft dann in Österreich in den Apotheken funktionieren wird?
Sindelar: Also wenn ich mir was wünschen könnte, dann würde ich mir wünschen, dass alle Patienten, die sich vorher beim Arzt impfen haben lassen, das auch weiterhin dort tun und in der Apotheke mindestens genauso viele Patienten sich zusätzlich impfen lassen.
Das wäre das absolute Wunschszenario, wenn ich mir einmal etwas wünschen dürfte. Weil es wollen ja nicht, wir wollen ja nicht ausschließlich Impfungen in der Apotheke, sondern wir wollen auch eine zusätzliche Möglichkeit und einen zusätzlichen Anreiz bieten für Leute, die sagen, der Arzt hat immer dann offen, wenn ich keine Zeit habe.
Oder es ist schnell, es ist mir jetzt eingefallen, um am Freitag um siebzehn Uhr dreißig ich möchte mich gerne FSME impfen lassen. Warum nicht gleich in der Apotheke? Weil der sagt dann vielleicht: "Na, morgen ist mir zu spät, da gehe ich gar nicht mehr."
Flener: Mhm.
Sindelar: Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist, ich habe im Zuge meiner Masterarbeit unter anderem abgefragt: "Würden Sie sich in der Apotheke impfen lassen, ja und nein?"
Da hat man gesehen, dass vor allem jüngere berufstätige Menschen sich gerne in der Apotheke impfen lassen würden. Das ist der eine Punkt gewesen und das andere, was mich ein bisschen schockiert hat, ist, es ging um die Influenzaimpfung und ob man die für notwendig erachtet. Und das haben, hat ein überwiegender Teil der Studienteilnehmer gesagt, ähm, sie brauchen das nicht, das Immunsystem ist stark genug, ähm, so was ist nicht notwendig.
Und das ist erschreckend, wenn man sich das genau überlegt. Und genau hier finde ich, kann man in der Apotheke gut ansetzen. Ich habe den Patienten da, ich habe im Regelfall auch die Zeit, dass man diese Fake News, nenne ich das jetzt einmal, auch wirklich gut besprechen kann und da einfach ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten kann.
Und das ist etwas, wo ich denke, der lässt sich dann vielleicht gleich impfen.
Flener: Jetzt haben wir vorher darüber gesprochen, neue Leistungen, die muss man auch irgendwie in den Alltag der Apotheke integrieren. So, wie jetzt gibt's natürlich noch bestimmte Bedingungen, die von der Politik definiert werden müssen.
Daher zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir da noch drauf warten. Aber trotzdem behaupte ich einmal, wirst du ein bisschen eine Vision davon haben, wie dieses Thema Impfen in der Apotheke bei dir dann abgebildet ist. Ist es dann so, dass ich da um siebzehn Uhr dreißig bei dir reinmarschieren kann und kann sagen, bitte jetzt muss ich mit Termin arbeiten?
Wie, wie wird das, wie wird das funktionieren in der Apotheke?
Sindelar: Wir haben im Team schon drüber gesprochen. Ich hab zwei Kolleginnen, die demnächst die Impfausbildung absolvieren werden. Ich, wie gesagt, hab sie schon, schon länger. Das heißt, ich kann tatsächlich jederzeit, ich bin auch immer da. Im Großen und Ganzen organisatorisch haben wir uns überlegt, das so wie in Deutschland zu machen, dass man Impftage organisiert, wo man sagt, okay, jetzt Hausnummer.
Jeden Montag, Mittwoch und Freitag zwischen zehn und vierzehn Uhr und von sechzehn bis achtzehn Uhr wird geimpft und man kann sich voranmelden über ein Online-Buchungstool. Dann weiß man, man hat seinen Termin, dann kommt man her und dann wird das natürlich nach exakt den vorgeschriebenen Kriterien ablaufen.
Also sowohl im hygienischen Sinne als auch, dass wir natürlich die Privatsphäre des Patienten wahren und einen Erste-Hilfe-Kurs müssen wir sowieso alle machen. Ich bin zusätzlich Rettungssanitäterin, also bin ich da zuversichtlich, dass wir alle Kriterien, die uns die Politik auferlegen wird, dass wir die erfüllen können.
Flener: Mhm. Jetzt ist das, das Thema Impfen ist ein großes und ich bin auch ein klirrender Impfbefürworter und finde eben auch so nach dem Motto, wenn ich mir teilweise anschaue, die Durchimpfungsraten sind eine echte Katastrophe und wir auch teilweise ja Zielgruppen haben, die gar nicht zum Arzt gehen. Ja, also wir haben das letztens gesehen, Thema HPV-Impfung, ja, und die Frage: Wie bekomme ich junge Männer zur HPV-Impfung?
Dann habe ich einfach die Problematik, dass der Mann zwischen, sage ich mal, zwanzig und dreißig keinen Arzt hat, ne, weil der geht vielleicht zum Allgemeinmediziner, wenn er krank ist, aber der nicht so wie die Frau eine Gynäkologin, wo sie hoffentlich alle sechs Monate ist, sondern der Mann hat gar nichts.
Und da wäre natürlich die Chance, dass das in der Apotheke, sagt man: „Ah, übrigens, sinngemäß, das wäre was für Sie." Da könnte man, äh, den Patienten berate-, also den Kunden beraten, äh, und könnte dann dementsprechend dann loslegen. Das heißt, da, da gäbe es ja viele Chancen, da gibt's ja viel Potenzial zum Thema Serviceleistungen in der Apotheke.
Kommen wir aber noch mal zu diesem, sage ich mal, Geschäftsmodell zurück. Ja, jetzt haben wir ja vorher gesagt: Gut, es gilt noch abzuwarten, was die Politik entscheidet, unter anderem auch, ob und vor allem wie viel Geld jetzt die Apotheke dann für diese Leistung bekommt. Aber wie weit auch noch mal, jetzt mache ich das Bild ein bisschen größer weg vom reinen Impfen, ist diese Thematik Serviceleistungen.
Also die Apotheken proklamieren immer: Na ja, also es müsste jetzt mehr Serviceleistungen geben. So, dann ist aber gleich die erste Gegenantwort: Na gut, aber wer zahlt's? Die einen behaupten: Na gut, dann müsst ihr's halt aus der Marge bezahlen, die, die vielleicht jetzt bei den Produkten dann danach hängen bleibt, aber das wird schwierig.
Wie ist da so ein bisschen trotzdem dann die, die Bestandsaufnahme von deiner Seite? Ist das etwas, was man von der Kassa verlangt? Oder werden wir in Zukunft die Situation haben, dass Patienten vermehrt auch bereit sind, für Leistungen der Apotheke aus der Private Pocket zu zahlen? Also dieses Thema Vergütung von Serviceleistungen.
Sindelar: Das Thema ist ein schwieriges, kann ich dazu nur sagen. Und, ähm, ich bin mir ganz sicher, dass wir mit der reinen Tätigkeit des Impfens nicht reich werden. Das ist für mich vorrangig jetzt beim Impfen gar nicht auch so der Punkt. Da geht's mir wirklich darum, die Durchimpfungsrate zu erhöhen. Das ist jetzt vielleicht ein naiver Ansatz, möchte man meinen, aber es ist trotz alledem ein Patientenkontakt.
Und natürlich kommt man ins Gespräch, weil durchs Reden kommen die Leute zusammen und das ist eigentlich einer der Hauptpunkte, die in der Apotheke ausschlaggebend sind und an denen ich ganz viel festmachen kann. Das heißt, ich bringe vielleicht mehr Patienten in meine Apotheke. Das heißt, ich erhöhe mal meine Kundenzahl.
Das ist das eine. Wenn jemand schon da ist, dann kauft er vielleicht auch was. Das wäre natürlich wünschenswert. Was die anderen Dienstleistungen anbelangt, fänd ich es wünschenswert und letztendlich auch notwendig, dass man hier in der Politik umdenkt. Diese Leistungen müssen finanziert werden. Wir sind als Apotheken nicht subventioniert.
Wir zahlen alles aus eigener Tasche. Wir sind in vielen Punkten sehr strikt reglementiert, müssen aber gleichzeitig wie ein Privatunternehmen agieren. Das heißt, wir sind quasi ein gefesseltes, äh, Privat- Privatunternehmen, das teilweise in manchen Punkten auch gar nicht wirtschaftlich arbeiten kann, weil's uns gar nicht möglich ist.
Es ist uns gesetzlich verboten. Ich darf zum Beispiel in den Sommerferien nicht zusperren. Auch wenn ich nur die Hälfte der Kunden hab. Also zumachen darf ich nicht. Ob das jetzt wirtschaftlich oder nicht ist, das ist dann mein persönliches Risiko. Also hier denke ich, ist es wirklich ganz wichtig und ich denke, gerade die aktuellen Zeiten bieten uns diese Chance, dass wir dieses gesamte Gesundheitssystem, das wir haben und das ist ja unterm Strich ein sehr, sehr gutes, aber auch ein riesiges und extrem teures, dass man das von Grund auf auf neue Beine stellt und dass man hier auch berücksichtigt, ein Patient braucht ein ganzes Team.
Man sagt ja, man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Bei einem Patienten ist es nicht anders. Wenn ich eine chronische Erkrankung habe, dann brauche ich ganz viele Leute, die da hineinwirken. Wenn ich achtzig, neunzig Jahre alt bin, ich habe meinen Arzt, ich habe meinen Apotheker oder meine Apothekerin, ich habe vielleicht eine Pflege, eine Heimhilfe, eine Krankenschwester, ich habe einen Physiotherapeuten und so weiter und so fort.
Das ist ja ein riesiger Blumenstrauß an, an Leuten, die hier zusammenarbeiten. Und je besser das funktioniert, umso mehr Kosten kann ich ja am Ende einsparen. Und da muss man einfach diese Ressourcen, die wir als Apotheke bieten können, tatsächlich auch nutzen. Aber halt so, dass ich das auch auf die Dauer wirtschaftlich stemmen kann.
Flener: Wenn ich das aber richtig raushöre, wäre aber schon deine Erwartungshaltung, dass die Lei-- also Erwartungshaltung, ein Wunsch. Erwartungshaltung klingt zu fordernd, aber, ähm, dass diese Leistungen dann trotzdem eine Kassenleistung sind am Ende des Tages. Also dass der Patient jetzt nicht für die Leistungen dann am Ende des Tages wieder out of pocket private Money in die Hand nehmen muss, sondern dass eigentlich Teil der Kassen, also dass die Kasse beschließt, dass Leistungen in der Apotheke übernommen werden.
Oder habe ich es falsch gehört? Das wäre einfach noch mal eine interessante Frage.
Sindelar: Nein, das finde ich durchaus gerechtfertigt, dass, äh, einige Leistungen, die ja auch letztendlich einmal Kosten einsparen werden für die Krankenkasse, Stichwort Point of Care Testungen zum Beispiel, dass das Kassenleistungen sind, weil Hausnummer, gehen wir zurück zur Herzgesundheitswoche.
Ähm, es ging um Früherkennung von, von Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Angenommen, der Test kostet jetzt zehn Euro. Das ist sehr, sehr niedrig angesetzt, ist mir leichter zum Rechnen. Ähm, und die Krankenkasse übernimmt diese Kosten. Und ich erkenne, dass der Cholesterinspiegel viel zu hoch ist, schicke den Patienten zum Arzt und es wird rechtzeitig eingegriffen.
Er bekommt in dem Fall wahrscheinlich Cholesterinsenker und natürlich auch die Vorlage, sich gesünder zu ernähren, mehr zu bewegen et cetera. Der Patient versteht, warum er das tun soll, macht das auch und hat dafür in den nächsten zehn Jahren ein um zehn Prozent niedrigeres Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall, hat das ja massiv Kosten eingespart.
So viel kann dieser eine Point of Care Test in der Apotheke gar nicht kosten, wie dann ein Intensivbett für mehrere Wochen, die anschließende Reha et cetera.
Flener: Aber es würde trotzdem zum jetzigen Zeitpunkt noch, also das eben das Problem in Österreich im Gesundheitssystem, es würde einen zusätzlichen Budgettopf am Anfang einmal fordern, den ich jetzt angreifen muss, den wir halt dann hoffentlich, ähm, zu einem späteren Zeitpunkt nicht brauchen.
Sindelar: Aber ist es nicht immer so, dass man zuerst ein bisschen Geld investieren muss in Neuerungen, um am Ende etwas einzusparen?
Flener: Da bin ich hundertprozentig bei dir. Ich finde das immer im Gesundheitswesen, da ist es immer nur so, da ist immer ein Verteilungskampf, ne. Also nach dem Motto: Wer kriegt aus dem bestehenden Topf am Ende des Tages dann den, den größeren Share oder den, den entsprechenden Share.
Was mich aber dann zu der Thematik noch einmal kurz führt, diese, dieses Thema Health Literacy, das ist jetzt so ein großes Thema. Man muss immer aufpassen, dass man es entsprechend runterbricht. Aber die Herausforderung ist ja jetzt: Jetzt kommt jemand rein zu dir in die Apotheke. Ich bleibe, ob das jetzt Impfen oder Test ist, ist ja vollkommen egal.
Der ist jetzt siebenundzwanzig, ist sich keiner Risiken bewusst, ist sich nicht bewusst, dass er impfen muss etc. Jetzt würde ich ja behaupten, bis du den gedreht hast, ja, also der kommt rein, weil er sich, keine Ahnung, seine Sonnencreme für den nächsten Urlaub kauft. Bis der gedreht ist, das dauert ja ein bisschen.
Aber Ist trotzdem, sage ich mal, Teil der Strategie, wo du sagst: Okay, ja, da hätte die Apotheke die Chance, einfach die Patienten wirklich frühzeitig abzuholen. Weil dieses Drehen, finde ich, diese Aufklärung, dieses Bewusstsein ist ja schon eine große Herausforderung, das, das, das bei den Patienten oder bei den Leuten, die hoffentlich noch keine Patienten sind, äh, zu verankern.
Sindelar: Das Schönste wäre, wenn sie niemals Patienten werden würden. Allerdings mit siebenundzwanzig waren wir alle unbesiegbar, wenn ich mich jetzt richtig zurückerinnere. Da haben wir nichts gebraucht, außer vielleicht die Sonnencreme für den Urlaub. Nein, aber du hast schon recht, gerade Health Literacy ist zwar ein schweres Wort, aber es ist eigentlich was, was schon im Kindergarten beginnen sollte.
Also es sollte schon im Kindergarten ein Bewusstsein für den eigenen Körper geschaffen werden, wie der funktioniert, was der kann und vor allem auch, was er nicht kann. Und wenn wir da rechtzeitig ansetzen, steht dann irgendwann einmal der Siebenundzwanzigjährige in der Apotheke und sagt: „Hm, ich bin nicht HPV geimpft, aber ich habe gehört, das wäre vielleicht ganz gut.
Können Sie mir da weiterhelfen? Wie kann ich das machen? Wo kriege ich das her? Machen Sie das vielleicht? Also das ist genau der Punkt, wo wir ansetzen müssen. Und natürlich werde ich einem Siebenundzwanzigjährigen jetzt, ähm, keinen vollkommenen Point-of-Care-Test von oben bis unten verkaufen oder anbieten können, aber wie gesagt, auch hier wieder zurück zum: Das macht uns auch als Apotheke so stark, diese Menschlichkeit, weil ganz oft sind in einem ganz banalen Gespräch über Sonnencreme kommen so kleine Wörter, wo man hellhörig wird und sagt: „Hey, Moment einmal, ähm, das sollte man sich aber anschauen.
Also sind Sie sicher, dass das gut ist und dass das so gehört, wie Sie das schildern? Und wenn man da ein bisschen nachfragt, gibt's auch Siebenundzwanzigjährige, die ich dann mit der Sonnencreme zum Arzt schick, um diverse Dinge abklären zu lassen.
Flener: Jetzt bleiben wir kurz bei dem Siebenundzwanzigjährigen.
Der ist ja schön, der kommt noch zu dir in die Apotheke. Viele von den Siebenundzwanzigjährigen kommen ja gar nicht mehr. Einerseits, weil sie nichts brauchen oder andererseits, weil sich's ins Internet verlagert hat. Und, äh, daher möchte ich jetzt diesen thematischen Brückenschlag ein bisschen zu dieser Thematik Online-Apotheke versus oder gemeinsam mit der Vor-Ort-Apotheke.
Beginnen wir mal mit einer kurzen Bestandsaufnahme. Ja, also es klingt ja immer ein bisschen so, als ob jetzt, äh, da die Versandhändler so ein bisschen das, das Grab für die Vor-Ort-Apotheke schaufeln. Ja? Das ist, glaube ich, ein bisschen so drastisch geschildert. Wie ist so ein bisschen deine Bestandsaufnahme so für deine eigene Apotheke versus jetzt dem Versandhandel und auch ein bisschen vielleicht auf der, auf der Mitebene?
Sindelar: Das Thema ist ja nicht neu. Also wir schauen ja schon eine ganze Weile lang zu, wie sich, äh, Versandapotheken entwickeln und wie viel mehr und mehr da immer aus dem Boden wachsen. Und ich habe ganz bewusst gesagt, wir schauen zu, weil bislang hat sich, ähm, für uns Apotheken in Österreich da nicht viel getan.
Hat unterschiedliche, ähm, standespolitische Gründe wahrscheinlich. Ja, wir werden die Augen nicht zumachen können. Es ist so, es gibt die Shop Apotheke. Ja, der Siebenundzwanzigjährige wird vielleicht manches dort bestellen. Interessanterweise kommen sie aber trotzdem alle irgendwann einmal in die Apotheke.
Und genau da finde ich, können wir ansetzen. Wenn er da ist, dann muss man ihm halt auch zeigen: Ja, billiger sind wir sicher nicht. Das geht gar nicht aus vielerlei Gründen. Aber wir können dafür andere Dinge und die können wir richtig gut. Und die sollten wir ausbauen. Und da ist sicher die persönliche Beratung eben ein ganz, ganz großer Fokus.
Und dann eben Zusatzleistungen, die ich ihm bieten kann.
Flener: Mhm. Jetzt Portfolio ist immer wieder so ein Thema und auch es werden dann Marken ausgelistet und manche werden dann, sage ich mal, an den Pranger gestellt, weil sie mit dem Onlinehandel, ähm, zusammenarbeiten et cetera. Das ist ja, ist ein heiß diskutiertes Thema.
Da will ich jetzt unter Anführungszeichen gar nicht in diese Richtung gehen. Aber wenn wir ein bisschen nach vorne spulen, sage ich jetzt mal so fünf bis zehn Jahre noch einmal nach vorne, dann kommt vielleicht sogar noch RX-Versandhandel et cetera. Ähm, wir alle wissen, es wird beides geben. Es wird die Onlineapotheke wird nicht die Vor-Ort-Apotheke unter Anführungszeichen umgebracht haben und die Vor-Ort-Apotheke wird auch nicht die Versandhandelsapotheke besiegt haben, sondern es wird eine Koexistenz geben.
Aber ist es dann am Ende des Tages wirklich dieser Differenzierungsfaktor Service Zusatzleistungen, die die Vor-Ort-Apotheke überleben lässt? Ich sage es jetzt einmal so, um es kurz drastisch zu formulieren. Ja, oder was wird so ein bisschen die, die Absicherung sein? Weil das wäre jetzt ein bisschen meine Hypothese.
Also nachdem ob die Vor-Ort-Apotheke schafft es zu überleben, weil es halt die Kunden gibt, die einfach halt nicht online shoppen wollen, ja, weil halt nicht alle online shoppen. Und der zweite Faktor ist, dass man über Leistungen, Klammer auf kassenfinanziert oder privat finanziert, einfach das Geschäftsmodell eigentlich ganz grundlegend ändert.
Ist das eine richtige Hypothese oder werden wir so wie es jetzt halt ist, so mit der Mischung und so auch in zehn Jahren noch arbeiten? Hast du da ein Bild dazu?
Sindelar: Ich denke schon, dass wir noch eine Weile koexistieren werden. Das heißt, ähm, den Onlinehandel, den wird es weiter geben. Ob, ähm, Kunden umdenken und vielleicht den Vorteil einer Vor-Ort-Apotheke sehen und das gegenüber einem, einem Billigpreiser abwiegen, das kann ich so gar nicht sagen.
Ich glaub, dass die Onlineapotheke eigenes Klientel hat und die Vor-Ort-Apotheke eigenes Klientel. Ob unser, ob unsere Kunden aussterben und, äh, nachfolgende Generationen rein online kaufen, das kann ich jetzt nicht sagen. Das weiß ich nicht. Was, wo wir als Vor-Ort-Apotheke sicher sehr, sehr stark sind, jetzt abgesehen von der Beratung, das haben wir jetzt schon oft angesprochen, dass hier eben ein Mensch ist, der eben auch nachfragt und auch Risikobewertung vornimmt, das habe ich in der Onlineapotheke nicht, ist sicher auch der Punkt der Dringlichkeit.
Weil wenn ein Kunde zu mir in die Apotheke kommt, dann hat das einen Grund. Dann will er ja was haben und er will das jetzt haben, und zwar gleich haben und er hat jetzt ein Problem. Und wenn er's online bestellt, dann kommt das vielleicht morgen, übermorgen in drei Tagen, dann ist er nicht zu Hause, dann liegt das Paket irgendwo.
Also dieser, diesen Faktor werden wir in der Vor-Ort-Apotheke sicher immer haben. Ein anderer Punkt sind natürlich Nachtdienste. Ich komme gerade aus dem Nachtdienst. Das ist sicher auch ein, ein großer Faktor, den die Onlineapotheke einfach nicht bieten kann. Das heißt, das klassische Beispiel, das ja auch vielfach in den Medien immer zitiert wird: Wenn das Kind in der Nacht vierzig Grad Fieber hat, na ja, dann geht's nur in der Vor-Ort-Apotheke, weil dort kann ich anläuten, da ist jemand und der, der hilft mir sofort.
Wo wir sicher auch einen großen Vorteil haben, Stichwort Lieferengpässe. Also wir müssen Medikamente austauschen. Da ist auch das, sicher ist es toll, wenn ich meine E-Karte am Handy scannen kann und zwei Tage später steht meine Dauermedikation vor der Tür. Das ist sicher total nett, aber was passiert, wenn diese Firmen oder so nicht lieferbar sind?
Was mache ich dann? Und da sind wir halt schon in den letzten Jahren zu absoluten Kreativköpfen und, äh, Problemmanagern geworden, weil es gibt ja fast kein Rezept mehr, wo nicht irgendein Präparat drauf ist, das gerade nicht lieferbar ist oder nicht in dieser Stückzahl vorhanden ist oder wie auch immer.
Und da findet sich aus meiner Erfahrung heraus tatsächlich immer eine Lösung.
Flener: Jetzt wär's ja so, zumindest in der gesetzlichen Definition, dass ich bei jeder Onlineapotheke auch irgendeine echte Apotheke dahintersteckt. Da gibt's a Telefonnummer, da könnt ich mich melden. Jetzt kommt kurz die Frage an die Praxis: Wie oft stehen Patienten bei dir in der Apotheke, die online irgendwas bestellt haben und jetzt die Beratung sich bei dir holen?
Sindelar: Das gibt's natürlich auch. Nein, das sehen wir nicht gerne, weil man mag das als Beratungsdiebstahl titulieren, aber des Öfteren ist es dann schon so, der Kunde ist dann zumindest da. Er ist zumindest hier. Ja, er hat online was bestellt, das ist so. Ähm, dann kann ich natürlich einerseits sagen: "Ja, er ist so böse und warum er das gemacht hat" und ich sag kein Wort dazu und er soll dort hingehen, wo er's gekauft hat.
Das ist nicht wahnsinnig lösungsorientiert und macht mich wahrscheinlich unterm Strich auch nicht wahnsinnig sympathisch, muss man ehrlich sagen. Viel besser wär's wahrscheinlich zu sagen: "Okay, gut, Sie haben das bestellt, das ist nicht da. Jetzt müssen wir eine Lösung finden." Mein Ansatz wäre dann, das und das zu tun in jedem etwaigen Falle.
Und wenn man dann eine Lösung gefunden hat, ist die Chance, dass dieser Kunde wiederkommt, viel, viel höher geworden, als dass er dann wieder in der Onlineapotheke bestellt.
Flener: Mhm. Klar, weil er die positive Erfahrung bei dir dann dementsprechend gesammelt und dann hoffentlich hat er sich's gemerkt fürs nächste Mal.
Sindelar: Das wär zumindest mein, mein Wunsch, mein Ziel, mein Ansatz.
Flener: Ja, die Hoffnung wär's so. Jetzt komme ich noch mal zu dieser Thematik, wer schaufelt wem das Grab, ja. Jetzt wissen wir, der, der Versandhandel nicht der Vor-Ort-Apotheke und umgekehrt. Trotzdem, das ist evident, stehen die Apotheken vor einer wirtschaftlichen Herausforderung, auch Zukunftsherausforderung, ja.
Jetzt kann man sagen, okay, gut, in Österreich ist in den letzten Jahren noch die Zahl der Apotheken gestiegen, der öffentlichen Apotheken, aber wenn ich nach Deutschland schaue, wo wir vor ein paar Jahren noch zweiundzwanzigtausend hatten, jetzt nur noch siebzehntausend, äh, sind's fünftausend weniger, äh, dann ist das ja vielleicht ein bissl ein Vorbote zu dem, was in Österreich auch auf uns zukommt.
Jetzt komme ich mal kurz auch aus deiner ehemaligen Rolle Standespolitik doch noch mal der Blick auf die Apotheken. Was sind so ein bissl deine Themen, vielleicht auch aus der eigenen Erfahrung, jetzt der über Apotheke übernommen. Was müssen aber jetzt Vor-Ort-Apotheker eigentlich machen, um jetzt in Zukunft fit aufgestellt zu sein?
Du hast gesagt, das Team ist relevant, das ist vielleicht ein bissl das Sortiment ist relevant. Aber gibt's da noch so Stellschrauben, wo du sagst, darüber müssen Apotheker nachdenken? Oder das sind vielleicht so die klassischen Fehler, die sie nicht machen sollten, ohne jetzt Schuldzuweisungen zu haben. Ja, aber wo du sagst, das sind so die Stellschrauben, die in Zukunft die erfolgreiche Apotheke ausmachen.
Sindelar: Also ein Punkt ist sicher, also wenn man nach Deutschland schaut, ist erschreckend, keine Frage. Wobei man auch ein bissl sagen muss, Deutschland hat ein anderes System als wir. Also da gibt's keinen Gebietsschutz, wie es den bei uns gibt. Dieser Gebietsschutz, da mag man jetzt drüber denken, wie man möchte, aber er sichert doch eine durchgehende Versorgung, grad auch am Land.
Also an dem finde ich, zu rütteln wäre eher fatal, weil dann werden sehr viele kleine Apotheken, ähm, wird's dann nicht mehr geben, so wie es in Deutschland passiert. Ländliche Regionen werden weitgehend ohne Apotheken sein, weil sich's nicht rentiert. Und in Einkaufszentren und Großstädten haben wir dann so wie in Deutschland sehr, sehr viele Apotheken, die es vielleicht zwei Jahre gibt und dann nicht mehr.
Und also das ist ein System, das ich mir für Österreich eigentlich nicht wünsche. Ansonsten finanziell gesehen, ja, wie viele andere Branchen kämpfen wir natürlich auch mit sehr, sehr hohen Personalkosten. Also das ist sicher neben meinem Wareneinsatz ein sehr, sehr großer Faktor. Dazu kommen die sinkenden Spannen, die wir schon seit sechzehn Jahren kann man sehen, wie diese Kurve wirklich, äh, ganz steil nach unten geht.
Ähm, da ist oft wirklich fast gar nichts mehr drin pro Packung. Ich kann mich erinnern, wie ich angefangen hab vor sechzehn Jahren, haben so der klassische Magenschutz und der damals ganz neue Cholesterinsenker, die waren so teuer, dass es Patienten nicht einmal zur Not einsetzen wollten. Heute sind wir bei Preisen unter der Rezeptgebühr, also unter sieben Euro fünfundfünfzig.
Also wir sprechen da in fünfzehn Jahren von einem Preisverfall von achtzig Euro aufwärts auf Unterrezeptgebühr. Viel weiter kann's nicht gehen, weil wir sind dann irgendwann bei, ich zahl dem Kunden noch was drauf, wenn er's mitnimmt. Also das ist sicher etwas, da muss man sich überlegen, wie das, wie das weitergehen soll, weil wir haben fast überhaupt keinen Mittelbereich mehr.
Es gibt nur noch extrem teure Medikamente, da fallen die ganz neuen Medikamente drunter, die natürlich ein großes Risiko bergen, weil ich, äh, in Vorleistung gehen muss. Ich bekomm dann die Marge ist gedeckelt. Das heißt, ich bekomm da auch dann nur einen sehr kleinen Teil und hab aber ein sehr hohes Risiko.
Und dann, dazwischen gibt's nichts. Und dann gibt's noch diese ganz, ganz billigen Medikamente, die wirklich nur noch ein paar Euro kosten. Von dem kann ich mich nicht einmal über die Masse dann quasi finanzieren. Also hier muss man tatsächlich schauen wirtschaftlich, wie sich das ausgeht. Ja, da beißt sich dann noch die Katze selbst in den Schwanz, weil ich möchte ja die Beratungsqualität und die Leistung bieten.
Das heißt, ich brauche und möchte Pharmazeuten haben, die bei mir in der Offizin stehen und an der Tara stehen. Gleichzeitig sind das, sind die meine besten Assets, aber auch meine allerteuersten Assets. Kürz ich jetzt meine Pharmazeuten, sinkt wahrscheinlich auch irgendwann meine Beratungsleistung und damit hab ich kein Argument, wo ich sag, komm in die Vor-Ort-Apotheke, weil die Beratung so toll ist.
Also das ist so ein bissl ein Teufelskreis, in dem wir uns momentan drehen und aus dem wir dringendst aussteigen sollten. Das heißt, ähm, hier wär's ganz, ganz wichtig zu überlegen, was machen wir? Machen wir's, wie's in Deutschland, wie es in Deutschland ist? Versuchen wir den, bei uns gibt's keine PTA, aber PKAs, versuchen wir die PKA aufzuwerten?
Ähm, versuchen wir in der Politik, die Lohnnebenkosten zu senken? Das würden sich ganz viele Branchen wünschen. Ähm, dazu kommt noch ein immer weiter steigender bürokratischer Aufwand. Das war vorhin, hab ich gesagt, ich sitze sehr viel im Büro. Also so viele Formulare wie im letzten halben Jahr hab ich in meinem ganzen Leben insgesamt noch nicht ausgefüllt.
Die Frage: Ist das alles notwendig? Muss man wirklich zigtausende Karteien und Bücher führen? Gibt's eine einfachere Variante? Wie kann man das eindämmen? Ich bin mir sicher, dass davon vieles nicht notwendig ist.
Flener: Jetzt hast du vorher das Produktsortiment angesprochen. Vielleicht können wir da noch mal ganz kurz hineingehen.
Wie du richtig gesagt hast, wir haben die Hochpreiser, die kosten fünf, sechs, siebenhundert Euro aufwärts, teilweise die Packung bis zu vierstellig. Auf der anderen Seite manche Produkte unter der Rezeptgebühr. Ähm, teilweise kostet schon die Verpackung mehr als das Medikament, das drinnen ist. So, jetzt bräuchte man was in der Mitte.
Ja, wenn ich jetzt deine eigene Apotheke nehme, du arbeitest mit der Eigenmarke, ist das dann die Antwort drauf? Zu sagen, in diesem Mittelsegment dann noch ein Produkt zu haben? Oder was hast du da so ein bisschen im Fokus, um dort jetzt so in der Mitte, ich sage jetzt mal simpel, schöne Marge oder attraktive Marge im Vergleich zum Risiko, ne.
Weil das ist ja das Problem im anderen Fall, ne. Dann ist die Marge so absolut gesehen vielleicht eh okay, aber das Risiko extrem hoch, ja. Im anderen Fall ist Marge auch eine Katastrophe, wenn ich die ganz billigen Produkte nehme. Was ist so ein bisschen jetzt noch mal im Produktsortiment, im Portfolio, was ist dort die Antwort drauf?
Sindelar: Also grundsätzlich find ich's immer ganz wichtig, man muss hinter dem stehen, was man macht. Weil, ähm, dieses „Darf's noch eine Apfeltasche sein?" Jetzt banal gesagt, das ist für mich einfach kein Umsatzbringer. Das, das macht mich nicht seriös und, ähm, so seh ich auch die Apotheke nicht. Und ich verkauf auch nicht von Haus aus große Flaschen, weil's dann schöner ist am, am Tagesende, weil die Tageslosung höher ist an dem Tag, sondern man muss sich selber treu bleiben.
Und ich hab ja gesagt, ich bin zu hundert Prozent Pharmazeutin tief im Herzen und, ähm, dazu gibt's auch einen bestimmten Berufsethos, der quasi mit dem Studium mitgeliefert wird, ähm, und dem möchte ich auch treu bleiben. Und da steht mein Team auch dahinter. Also wir haben tatsächlich ein Produktsortiment, das, ähm, hinter dem wir alle stehen.
Wir arbeiten nur mit Partnern, denen wir zu hundert Prozent vertrauen und wir wissen, dass die Qualität passt. Und genau so ist auch meine Eigenmarke zustande gekommen. Da haben wir uns wirklich, einen Teil dieser Eigenmarke habe ich bereits übernommen, die gab es schon vor meiner Zeit. Ich hab das dann mit meinem Team gemeinsam einmal durchforstet.
Wir haben uns überlegt: „Okay, was wollen wir behalten? Was macht Sinn? Was kann weg? Und welche neuen Sachen wollen wir haben?" Weil grad in dem Longevity-Trend gibt's jetzt sehr viele Dinge, mit denen das Internet überflutet wird, dass man soll das nehmen und das nehmen und Proteine hier und da das und diese Nahrungsergänzung.
Da sind sehr viele gute Dinge dabei, aber auch ganz viel Blödsinn. Und ich finde, als Apotheke sind wir hier in der Verantwortung, dass wir uns auf die Dinge beschränken, die tatsächlich wissenschaftliche Evidenz haben, die qualitativ in Ordnung sind. Und dann kann ich natürlich meinen Preis ein bisschen freier gestalten.
Und meine Eigenmarke, ich bin ein großer Fan meiner Eigenmarke, ich mag das sehr gerne, weil der Kunde einfach etwas damit verbindet. Der sagt: „Ich hab das" , so ein bisschen diesen, diesen Stolz, „ich hab das aus meiner Apotheke." Und dann weiß der Kunde auch ganz genau, was kann das, was ist da drinnen und warum nimmt er das?
So wie's eigentlich bei jedem Arzneimittel sein sollte, möchte ich das auch im Nahrungsmittelergänzungssortiment haben.
Flener: Mhm. Also Produktportfolio dementsprechend dann, dann angepasst. Ich finde den, der Punkt ist interessant, das habe ich so aus meiner Apotheke, was dir ja dann auch wieder hilft, diese Bindung aufzubauen.
Also nach dem Motto: Das ist meine Apotheke, dann weiß ich, wo ich hingehöre. Ich sehe ja auch eigentlich, sage ich mal, im Badezimmer jeden Tag dann sozusagen Werbung, ähm, für dein, für dein Produktsortiment. Kommen wir zum Abschluss und da, da stelle ich immer zum Schluss die Frage: Du könntest aus dem Gesundheitswesen mit jemandem auf ein Getränk gehen, ja.
Ähm, wer wäre es, wenn du nicht ohnehin schon mit den Leuten, äh, die für dich relevant sind, allen ein Getränk getrunken hast. Aber gäb's da noch jemanden, wo du sagst, das wäre mal interessant, mich dort, also dass du dich dort austauschen könntest und was wären so die Themen, die du dir zu diesem Kaffee mitnimmst?
Sindelar: Na ja, da müssten wir gleich ganz oben anfangen. Dann würde ich mich gerne auf einen Kaffee mit der Gesundheitsministerin treffen-
Flener: Ja. -
Sindelar: weil dann könnten wir besprechen, wie wir das Gesundheitssystem umkrempeln und wie wir Arzt, Apotheker und all anderen Gesundheitsberufe so vereinen, dass wir gemeinsam für den Patienten arbeiten, aber so, dass jeder wirtschaftlich überleben kann und dass jeder ein Stück vom Kuchen kriegt, weil es gibt nur diesen einen Kuchen, den wir uns aufteilen müssen.
Flener: Der zweite Punkt ist ja eine Hörempfehlung, eine Buchempfehlung et cetera. Hast du da etwas, was man hören sollte, abgesehen von dem Podcast, wo es dich sonst noch gibt, aber-
Sindelar: Ja, die sind ja fachlich inspiriert. Also da geht's um, äh, diverse pharmazeutische Themen. Wer was lesen möchte, das, ähm, gut geschrieben ist, unterhaltsam ist und so ein bisschen einen Hinweis darauf gibt, wie Apotheke auch funktionieren kann und wie Apotheke neu funktionieren kann, dem sei ans Herz gelegt: Apotheke neu gelebt.
Flener: Mhm.
Sindelar: Das haben drei, ähm, ich sage jetzt Kolleginnen, obwohl sie nicht alle Pharmazeutinnen sind, geschrieben, die ich persönlich kenne und sehr gerne mag, die Heidi Gregor, die Nicole Müller und die Gudrun Kreutner.
Flener: Okay, und worum geht's in dem Buch?
Sindelar: Es ist in verschiedene Kapitel gegliedert. Also da geht's von, von Kundenberatung über die Gestaltung des Sortiments, über einen Zukunftsausblick.
Was kann denn die Apotheke denn so eigentlich alles? Also da ist so alles dabei, wie man eine Apotheke von, wie sie seit hunderten Jahren ist, zu einer Apotheke machen kann, wie sie noch hunderte Jahre existieren kann.
Flener: Mhm.
Sindelar: Ist eine schöne, eine schöne Brücke von wie war's und wie sollte es sein oder wie kann's sein.
Flener: Gut, werden wir schauen, ob dann die, die Dinge, die da drinnen stehen, ob sie dann in der Zukunft bewahrheitet haben. Da könnte man dann schauen so nach dem Motto, wie weit haben diese Hypothesen oder diese Ideen ge-gestimmt. Caroline, vielen herzlichen Dank für deine Einblicke in dein Apothekerleben oder dein Apothekerinnenleben, ähm, deine neue Apotheke.
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg, toi, toi, toi, viel Erfolg auch, äh, für das Impfen und vielen Dank, dass du heute bei mir warst.
Sindelar: Vielen Dank für die Einladung.
Flener: Danke, dass ihr bei dieser Episode des Healthcare Changers Podcasts dabei wart. Es hat euch gefallen? Dann empfehlt den Podcast doch bitte in eurem Umfeld weiter und gebt mir eine Bewertung, gerne mit fünf Sternen, im Podcast-Player eurer Wahl. Ihr habt Feedback oder Input für künftige Folgen? Dann schreibt mir an podcast@healthcarechangers.com.
Ich freue mich auf jeden Fall, wenn ihr auch bei der nächsten Episode wieder dabei seid. Bis bald, euer Dominik Flener.