Krankenhausplanung: Gesundheitsversorgung neu denken [>] Lena Sattelberger, SOLVE Consulting & Solar Plexus
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Krankenhausplanung: Gesundheitsversorgung neu denken [>] Lena Sattelberger, SOLVE Consulting & Solar Plexus

Flener: Was muss das Spital der Zukunft können, damit es Patientinnen gesund und Mitarbeiterinnen Freude bei der Arbeit macht? Warum braucht es mehr Vernetzung im Gesundheitswesen über alle Disziplinen hinweg? Und wie gelingt eine gleichberechtigte Gesundheitsversorgung? Darüber spreche ich heute mit Lena Sattelberger, der geschäftsführenden Gesellschafterin von Solveig Consulting und der Mitbürgerin Begründerin des Vereins Solar Plexus.

Willkommen

zu einer neuen Episode des Healthcare Changers Podcasts Hier bekommt ihr eure Dosis Inspiration und Wissensvorsprung zu den dynamischen Veränderungen und Erfolgsfaktoren im Gesundheitswesen. Mein Name ist Dominik Flehner, ich bin Geschäftsführer der Healthcare Consulting Group und Host dieses Podcasts.

In der heutigen Episode mit Lena Sattelberger decke ich ein breites Themenspektrum ab. Wir sprechen über die Planung von Krankenhäusern der Zukunft. Wir beleuchten die Relevanz von Robotik und Automatisierung im Spitalsbereich, noch ohne über KI zu sprechen. Ich erfahre, warum es das Netzwerk Solar Plexus gebraucht hat.

Und gleich zu Beginn verrät mir Lena, wie sie es geschafft hat, sich auf LinkedIn ein Netzwerk von 25.000 Followern aufzubauen. Bevor es losgeht, noch eine kleine Einladung. Abonniere diesen Podcast, um keine neue Episode zu verpassen und schreibe mir gerne dein Feedback an podcast.healthcarechangers.com Und jetzt geht es ab in das heutige Gespräch mit Lena Sattelberger.

Und damit sage ich Hallo und herzlich Willkommen, Lena, bei mir im Podcast. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mit mir ein bisschen zu plaudern.

Sattelberger: Super, super gern, Dominik. Ich bin ja eine Fan des Healthcare Changers Podcast und habe auch deine 58. Folge, glaube ich war es, zu den seltenen Erkrankungen gehört, die ich sehr inspirierend fand und freue mich sehr, dass ich heute bei dir sprechen darf.

Flener: Ja, vielen Dank. Freut mich sehr. Es ist immer schön, Leute zu treffen, die den Podcast schon mal gehört haben, das ist ja immer diese Herausforderung dass man beim Podcast ja gar nicht so genau weiß, wer hört den eigentlich. Man sieht immer nur die Zahlen und dann denkt man sich, wer ist denn das eigentlich?

Und insofern ist es dann immer schön, die Hörer in Fleisch und Blut zu treffen. Insofern freue ich mich sehr, dass du heute da bist. Lina Sattelberger, wer bist du was machst du? Viele kennen dich, wir kommen dann auch gleich nochmal darauf zurück. Du bist eigentlich Influencerin wenn man so will, auf LinkedIn, zumindest mit 25.000 Followern ja weithin bekannt, aber sollte trotzdem noch jemand dich nicht kennen.

Wer bist du und was machst du?

Sattelberger: Also ich... Bin jetzt geschäftsführende Gesellschafterin der Solveig Consulting. Habe schon sehr früh begonnen ins Gesundheitswesen zu finden. Habe an einem humanistischen Gymnasium die Chance gehabt, ins Gesundheits- und Sozialsystem zu schnuppern und habe sofort Blut geleckt.

Das war dann die Zeit Anfang der 2000er, wo diese FH-Studiengänge begonnen haben zu Gesundheitsmanagement. Mein Studiengang hat Prozessmanagement Gesundheit. Geheißen war an der FH Oberösterreich und ich habe schon in den ersten Wochen gemerkt, dass das genau meins ist, mit sehr viel Methodenkompetenz aber eben auch im Grundstudium Medizin Pflege Informationstechnologie und das hat mich sehr begeistert.

Vor allen Dingen waren in meiner Kohorte auch sehr viele berufserfahrene Kolleginnen dabei und so konnte ich einfach sehr viel lernen über diesen extrem komplexen und sehr spannenden Bereich, der uns ja alle als Patientinnen und Patienten und Angehörige betrifft Und so kam eben mein Weg ins Gesundheitswesen.

Nach einem Praktikum am Therminklinikum Baden und Mödling, das dann noch ein bisschen länger als mein Studium angedauert hat, bin ich dann aber auch schon in die Beratung abgebogen. Bin jetzt schon über 20 Jahre im Consulting im Gesundheitswesen für unterschiedliche Arbeitgeber und jetzt eben in meinem Praktikum Ende sechsten Jahres in der Solveig Consulting.

Flener: Jetzt ist das ja für mich immer interessant, wenn man über das Gesundheitswesen spricht, dann hat man ja so, wenn man mal von ganz außerhalb schaut, immer das Gefühl, da bewegt sich gar nichts. Wenn man ein bisschen näher zu und sagt, okay, es bewegt sich schon was, aber es ist schwierig. Jetzt hast du trotzdem gesagt, du hast sehr früh Blut gelegt.

Was ist jetzt so deine Motivation oder deine Begeisterung ja doch in einem System zu arbeiten und auch, sage ich mal, von der Consulting-Seite sich hier zu beteiligen, dass sich Dinge verändern, in einem Setting, das doch extrem. Was extrem sag ich mal, träge und extrem komplex ist. Also es ist ja nicht so, glaube ich dass die Leute nicht wollten, aber aufgrund der Komplexität geht halt dann oft doch viel langsamer was weiter, als man sich es vielleicht wünschen würde.

Was ist so dein Antrieb dann in dem Setting?

Sattelberger: Ich glaube, ich hatte eben auch durch viele Zusatzausbildungen, Moderation, Qualitätsmanagement, Projektmanagement, sehr früh die Chance in verschiedene Sektoren reinzuschnuppern eben auch über die Beratungsaufträge bei meinem ersten Arbeitsgeber Und habe eben bemerkt dass es vor allen Dingen an den Schnittstellen happert.

Im Studium war integrierte Versorgung beispielsweise, also neue Versorgungsmodelle, klinische Pfade waren da schon Thema. Wir hatten sehr viele Vortragende auch aus dem deutschsprachigen Raum, sehr viele First Mover und Vorreiter. Und dann in der Realität angekommen, habe ich bemerkt okay, es gibt einige Träger, die haben vielleicht jetzt gerade noch den neuen Gesetz, eine QSK gegründet, eine Qualitätssicherungskommission.

Und es gibt kaum Menschen, die der kollegialen Führung zur Seite stehen, eben patientinnenorientierte Prozesse zu gestalten. Und wenn man selbst eben Angehörige ist oder Patientin Patient, Bewohnerin Bewohner, jetzt in unserem Fall nicht, aber Klientin Klient von diesem System, dann merkt man eben, wo auch diese Bruchstellen im System sind.

Es ist ja nicht nur so, dass es zwischen den Sektoren diese Bruchstellen gibt oder zwischen Organisationseinheiten, sondern auch eben zwischen Berufsgruppen Und... Da habe ich einfach entdeckt dass da meine Stärken liegen. Ein bisschen Übersetzerin zu spielen zwischen Basis und Management oder zwischen Pflege und Informationstechnologie, zwischen Medizin Technik und Bau.

Und so bin ich dann einfach immer weiter auch in verschiedene Sektoren vorgedrungen, zu Ämtern Behörden, in Sozialversicherung, in Forschungseinrichtungen und konnte mir einfach einen guten Überblick verschaffen, der immer noch ausbaufähig bleibt. Dieses System ist so groß, dass es da immer noch Winkel gibt, die ich unbedingt entdecken möchte.

Und gleichzeitig erkenne aber viele Hebel die ich auch ansetzen darf in meiner Tätigkeit derzeit Und deswegen bleibt es einfach auch so spannend, auch wenn diese Behaarungstendenzen mich auch manchmal mürbe machen.

Flener: Ja, das kann ich mir vorstellen. Wie du sagst es ist auch dieser spannende Punkt, dieses System zu verstehen.

Und ich finde, das ist ja auch immer so. Man glaubt man kennt sich aus und einen Tag später macht man wieder irgendwo ein Fenster oder eine Tür auf und sagt, oh, mit dem habe ich mich noch gar nicht auseinandergesetzt, da geht nochmal was auf. Natürlich gibt es Berührungspunkte etc., aber es bleibt ewig spannend, weil dauernd Dinge dann dementsprechend dazukommen.

Jetzt bist du ja heute auch, damit wir das von Anfang an gleich gut trennen eigentlich ein bisschen in einer Doppelrolle oder du hast zwei Hüte auf. Formulieren wir es vielleicht einmal so und das wollen wir ja auch im Podcast sehr gut trennen. Das eine ist, wie du es schon in der Vorstellungsrunde gesagt hast, du bist geschäftsführende Gesellschafterin bei Solve Consulting, also als Beraterin tätig Und das Zweite ist noch im Netzwerk Solaplexus.

Können wir das nochmal ganz kurz trennen? Solve haben wir schon kurz gehört und damit werden wir inhaltlich gleich starten. Und dieses Solaplexus formuliere es mal so, die Hörer die sagen, das kenne ich doch schon bestens aber versuchen wir das auch nochmal ganz kurz zu definieren.

Sattelberger: Ja, Solaplexus ist ein gemeinnütziger Verein, ein Netzwerk der sich für Diversität und Patientinnenzentrierung einsetzt, um so nachhaltigere Lösungen für die Gesundheitszukunft zu bauen.

Eben auch vor dem Hintergrund festgestellt zu haben, dass es so manche Bruchstelle in unserem System gibt, Gilt da unser Ansatz und unser Mind, die Gründerinnen Julia Bernhardt und mich, sowie eben unser mittlerweile sehr mächtiges großes Team im inneren Kreis, die ehrenamtlich und damit eben auch in unserer Freizeit und daher trenne ich das eben auch gerne, dafür arbeiten, dass wir eine äquidistante neutrale Plattform bieten, wo ein echter Austausch stattfinden kann.

Fernab von Verhandlungstischen, von Fünf-Jahres-Planungszyklen, von politischen Fraktionen von Generationengaps im Austausch zwischen Menschen. Und da arbeiten wir auf individueller bis organisationaler Ebene Und das eben in einer Vereinskonstruktion.

Flener: Spannend Also da werden wir später nochmal eintauchen, weil immer die spannende Frage ist ja auch, braucht es noch einen Verein in Österreich?

Wir haben im Vorgespräch schon kurz gesagt, du bist nicht die Präsidentin dort. Also es ging nicht um den Titel sondern es geht um den Inhalt. Aber das wollen wir dann noch ein bisschen später nochmal eintauchen. Fangen wir mal bei deiner Person an, weil du hast ja, ich habe es am Anfang kurz gesagt, einen spannenden Fall.

Du bist auf LinkedIn Kategorie Influencer mit 25.000 Followern wir haben das auch im Vorfeld schon besprochen. Nämlich die Frage, warum hast du so viele Follower? Und du hast dann gesagt, ja, du warst auf Personalsuche Aber kannst du das vielleicht nochmal kurz schildern, was deine Motivation war? Weil ich glaube, gerade im Gesundheitswesen so viele Follower sehen wir nicht sehr häufig, auch aus Österreich heraus.

Kannst da mal vielleicht auch Tipps dann geben, so nach dem Motto, die ersten 5000 waren schwierig, dann wurde es leicht oder war es immer schwierig oder war es immer leicht? Also so ein bisschen jetzt aus der LinkedIn-Trickkiste geplaudert für alle, die sagen, okay, 25.000 Follower bis Ende Dezember will ich auch haben.

Was muss man da tun, damit das funktioniert?

Sattelberger: Ich glaube, bis Ende Dezember geht es sich schwer. Also ich bin zwar noch nie als Influencerin vorgestellt worden, bis jetzt,

beide: wie

Sattelberger: heute von dir. Aber das war natürlich ein Weg und ich glaube, es spielen mehrere Faktoren zusammen. Ich habe schon in meiner Jugend...

Alle möglichen Dinge gesammelt und sortiert und als Kind der Anfang 80er war das noch alles analog in meinen Hetzkästen,

Flener: so ungefähr, in

Sattelberger: meinen Büchlein und als ich dann eben in meine berufliche Laufbahn gestartet bin, kam dann Crossing auf. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern aber ich glaube schon relativ bald, 2005, 2006, ich weiß nicht, ich glaube zwei, drei Jahre vorher, habe ich an der FH noch Seminararbeiten über Eingabeinstrumente, Maus und Tastatur gehalten und das war dann für mich eine tolle Möglichkeit, Das, was ich früher analog gemacht habe oder eben auch in Form von Brieffreundschaften dass ich Kontakte, die ich geknüpft habe, da hinzugefügt habe, sofern sie schon drauf waren oder eingeladen haben, diese Funktion hat er gesehen, Crossing ja damals, und so einfach auch miteinander in Kontakt zu stehen, ohne sich persönlich treffen zu müssen, aber einfach ein bisschen mitzukriegen, wo jemand jetzt ist, was jemand macht.

Und habe das dann auch immer wieder beruflich punktuell genutzt indem ich einfach gefragt habe, hat jemand im deutschsprachigen Raum ein Konzept zu XYZ? Und durch diesen Austausch habe ich sehr profitiert habe aber auch gemerkt wie viel Spaß mir das macht, anderen weiterzuhelfen zu verbinden und... Ich glaube, es war dann eher erst so ab 2015, dass ich dann auf LinkedIn aufmerksam geworden bin.

Das ist dann auch viel schneller gewachsen, hat mehr Funktionalitäten dann zu dem Zeitpunkt geboten. Und dann bin ich auf diese Plattform gekommen und habe einfach nie damit aufgehört, dass ich jede Visitenkarte, die ich in die Finger bekommen habe, dort drin suche. Und so ist das quasi ein bisschen mein Register aller meiner Kontakte, die ich jemals gemacht habe.

Und natürlich füge ich auch Personen hinzu oder frage an, die mich anfragen oder aber die ich einfach auch als interessant finde. Kann man glaube ich schon sagen, heavy Userin, weil ich einfach ein großes Interesse für Wege von Personen auch habe und einfach auch gern darauf schaue, wer mit welchen Maßnahmen welche Wirkungen erzielt.

Hauptsächlich setzen sich meine FollowerInnen aus Gesundheitswesen ein Persönlichen Personen zusammen. Ich schaue aber immer wieder branchenübergreifend weil ich auch immer wieder Ausbildungen branchenübergreifende mache und da auch sehr viele interessante Persönlichkeiten kennenlerne. Und ja, du hast es angesprochen die Rekrutierung hat mich dann im Endeffekt dazu geführt, ab 2019 für die Solveig Consulting da einfach mein Profil zu schärfen.

Unser Unternehmensprofil ist dann zwei Jahre später dazugekommen und für uns war es einfach die Notwendigkeit zu schauen, wen gibt es am Markt, der fachlich, methodisch zu uns passt, weil das, was wir in der Solveig Consulting machen, dafür gibt es keine Ausbildungen. Und daher auch jetzt nicht die Möglichkeit, einfach eine Annonce zu schalten und da massig Bewerbungen zu erhalten, sondern es war dann einfach mein Ziel, unser Ziel.

Unser Ziel Profil nach außen zu transportieren und DSE. Eben möglichst über persönliche, authentische Geschichten. Ist Teil des Slogans von Solveig Consulting seit 1992. Kompetent persönlich, professionell. Und weil du gefragt hast, schwierig oder leicht, ich glaube, das Schwierigste war für mich, diese digitale Bühne zu betreten.

Ich bin in Wahrheit eher eine Frau des Hintergrunds In meiner Rolle war das aber wichtig Das notwendig und hat dann einfach auch angefangen Spaß zu machen. Ja, und wir haben damit unser Ziel erreicht, sind jetzt mittlerweile wieder doppelt so viele wie vor sechs Jahren und teilen weiterhin einfach unsere Geschichten, weil wir merken, sie werden gelesen, sie werden angenommen, sie werden kommentiert.

Und darüber entstehen auch viele Verbindungen, die jetzt nicht mehr unbedingt in Rekrutierungen münden sondern eben auch in Kooperations- und Kundenbeziehungen. Und das ist glaube ich was, was wir auf Social Media darstellen wollen, dass wir sehr anschlussfähig sind für unsere Kunden aus dem öffentlichen und privaten Sektor im Gesundheitswesen, aber eben auch in Richtung Kooperationspartner, weil wir wissen sehr genau, wo unsere Limitationen liegen und wo wir auch gern mit anderen zusammenarbeiten und das zeichnet uns glaube ich auch aus.

Und ja, 25.000 Followerinnen, wahrscheinlich müsste man sie fragen, warum sie auch weiter folgen. Aber ich freue mich natürlich über jede und jeden, die dazu kommt und die da im Austausch mit mir und mit uns stehen.

Flener: Was aber, wenn ich jetzt dir genau zuhöre, ja jetzt nicht heißt, du hast so diesen einen großen Hack gehabt, wo du sagst, so hast du es gedreht, sondern es war eher, auch das nochmal, der authentische Content, dieses Dranbleiben, dieses ehrliche Geschichten aus deinem Arbeitsalltag.

Und wie soll ich es du hast ja mit dem persönlichen Profil gestartet. Das war ja gar nicht das Company-Profil zuerst, sondern das persönliche Profil, das ja auch, wie wir wissen, auf LinkedIn immer besser zieht als das Ding, als die Unternehmensprofile. Aber das ist, glaube ich der spannende Punkt. Du hast doch gesagt, du bist heavy user Wie viel Zeit pro Tag fließt in deinen LinkedIn-Account?

Sattelberger: Ich würde schon glauben, dass ich jeden Abend... Halbe Stunde drin verbringen. Die Abendzeiten nutze ich eher wirklich, um zu lesen was in meinem Umfeld passiert und bemühe mich auch zu kommentieren. Bin manchmal sicher auch nachlässig wenn Anfragen kommen, die auch sehr rasch zu beantworten Da habe dann meistens eher so monatlich einmal, dass ich mir wieder einen halben Tag nehme und da schaue, dass ich hinterherkomme.

Genau, also Heavy Userin nicht nur im Senden, sondern auch im Empfangen. Ich glaube, dass ich mehr Zeit fürs Empfangen und darauf antworten verwende.

Flener: Plus natürlich wahrscheinlich viele Kaltakquise, Aktionen etc. Leute, die irgendwas verkaufen wollen etc. Die gleich raus. Da habe ich meinen Standardsatz halt copy-paste.

Gut dann funktioniert das. Gut, damit tauchen wir nochmal ins Vollweg-Consulting ein. Und das ist ja ein bisschen das Kernthema für den heutigen Podcast. Dieses Thema Gesundheitsversorgung. Du hast ja vorher gesagt, du bist ins Unternehmen eingestiegen. Deswegen es gibt schon ein bisschen länger als deine berufliche Laufbahn.

Kannst da nochmal in zwei Sätzen sagen, was macht Solve? Was ist euer Ziel? Wie weit differenziert es euch vielleicht von anderen Anbietern die es da am Markt gibt, wenn wir da nochmal ganz kurz einsteigen können?

Sattelberger: Sie ist die größte Boutique-Beratung Österreichs mit Spezialisierung auf den Gesundheits und Sozialbereich.

Das heißt, wir machen nichts außerhalb. Wie ich schon erwähnt habe, ist... Das ohnehin genug, weil der Gesundheits- und Sozialsektor einfach sehr breit gefächert ist und auch sehr sektoral gegliedert. Ziel war von Anfang an mehr Gesundheit. Ich habe die ganz alten Folien, ich habe die ganz alten Web-Auftritte.

Flener: Damals waren es nämlich noch wirklich Folien. Es waren nur so die ausgedruckten Plastik-Dinger Da war nichts PowerPoint, sondern wahrscheinlich war es wirklich noch die ausgedruckte Wobei unser

Sattelberger: erster Mitarbeiter Der nach wie vor an Bord ist und auch unser Datenanalytiker und alles rund um Informationstechnologie bei uns macht, hat damals schon die erste Webpage sehr, sehr fancy gebaut mit einem Hund, der da herumgehobbelt ist, also animiert.

Das war schon sehr toll. Genau, aber an den Inhalten hat sich seither nichts verändert. Qualität und Wirtschaftlichkeit steht bei uns im Fokus. Wir arbeiten dabei auf der Ebene des Gesundheitssystems aber eben auch der zahlreichen Trägerschaften von Einrichtungen, bis hin eben auch zur Personenebene.

Finde

Flener: ich ist immer das Schwierige oder die Herausforderung jetzt in diesem Gesundheitssetting, dass die Interessen des einen... Stehen diametral den Interessen des anderen oft ja gegenüber, zumindest auf den ersten Blick. Wie ist da eure Herangehensweise jetzt an solche Projekte? Weil ich könnte es mal simpel sagen, da sitzen alle um den Tisch, dann kommt sie als externe Consultant, dann sagen die alle, na gut, nächster Consultant vielleicht.

Wo versucht ihr dort die Anknüpfungspunkte zu finden oder was ist eure Technik wie man an solche Projekte herangeht um jetzt zumindest einmal dem Anspruch gerecht zu werden, wirkliche Veränderungen zusammenzubringen?

Sattelberger: Also ich denke, das ist am Markt, also das war schon 2019, als ich dazu gestoßen bin, sehr klar, dass wir equidistant agieren und niemanden zuarbeiten.

Und wenn man von der Solveig Consulting ein Gutachten will, dann weiß man, dass da alles drinnen stehen kann und nicht irgendwas Vorgefertigtes. Und das heißt, die Anfragen die wir aus dieser Richtung bekommen, da ist schon bekannt, dass wir, was heißt das? Als Entscheidungsgrundlage beispielsweise für die Finanzausgleichsverhandlungen, dass wir da alle Perspektiven einfließen werden und dass wir darum bitten werden, dass man uns dazu einen Auftrag von der Bundesgesundheitsagentur geben wird.

Flener: Okay, das ist de facto, sage ich mal, wirklich alle Blickweisen und sage ich mal ein bisschen ergebnisoffen. Ich kann mir nicht das Ergebnis wünschen. Also es gibt nicht das Briefing-Gespräch so, arbeitet jetzt drei Wochen zu sinngemäß und dann soll bitte das rauskommen.

Sattelberger: Genau.

Flener: Was macht dann aber trotzdem noch einmal...

Also notwendig dass ihr dementsprechend auch wirklich zu einem Ergebnis kommt, dass diese Veränderung auch tatsächlich stattfindet. Das ist ja die nächste Challenge, finde ich. Also zwischen, okay, ich analysiere was, aber dass auch die Leute bereit sind, dann tatsächlich Veränderung zuzulassen.

Sattelberger: Veränderung zuzulassen fällt uns Menschen ja nicht so leicht.

Das kennen wir im privaten genauso wie im beruflichen Kontext. Und gerade wenn es eben auch um größere strukturelle Veränderungen geht, ist das bestimmt am schwierigsten. Und meine wichtigste Formel dazu ist die gleichische Formula for Change, die da sagt, der Widerstand muss immer geringer sein als das Produkt aus Leidensdruck, Vision und Quick Wins.

So versuche ich eben auch mit Auftraggebern heranzugehen auch in Auftragsklärungsgesprächen zu schauen, was ist denn der Leidensdruck mit dieser Ausgangssituation, wer hat denn da welches Problem damit, wem dient denn vielleicht auch diese Ist-Situation und muss daher auch gut eingebunden sein. Was ist die Vision, wo will man hin, wie grün ist dieses Gras auf der anderen Seite und wie hoch steht es und so weiter und was sind aber eben auch die kleinen Schritte, die dorthin führen.

Und kleine Schritte meinen dann nicht unbedingt Change erster Ordnung, also diese Mini-Optimierungen, die irgendwas übertünchen und nicht wirklich an die Ursache gehen, sondern schon auch in dem Ansinnen, diese großen Veränderungen anzugehen aber trotzdem Steps zu schaffen, die Mehrwert begreifbar und spürbar machen, weil man so eben auch Menschen gewinnt mitzuziehen und auch mitzunehmen Und Nachteile für sich selbst einzugehen wenn Sie sehen im Outcome erreichen wir damit Besseres, beziehungsweise einfach zu erkennen, was Kolleginnen oder andere Einheiten davon profitieren, wenn der gesamte Prozess klar gemacht wird.

Also im Endeffekt viel Kommunikation, würde ich als Antwort sagen.

Flener: Was ja beim Gespräch in einem der letzten Episoden mit der Erika Sander gesprochen hat haben wir auch über was möglich wird und an solchen Projekten umzusetzen. Und wir haben dort gesehen, dass es ja eigentlich einen großen Unterschied gibt zwischen, versuche ich etwas zu bewegen, wo Standespolitik involviert ist und versuche ich etwas zu bewegen, wo ich auf der operativen Ebene bin.

Und ich habe mir das auch letztens wieder gedacht, als die SVS angekündigt hat, ein telemedizinisches Angebot zu machen und innerhalb von dreieinhalb Millisekunden die österreichische Ärztekammer wieder mal auf die Barrikaden gegangen ist und das natürlich aus standespolitischer Sicht natürlich als das Schlimmste auf Gottes Erden verflucht hat.

Wie geht es dir mit diesem Thema? In deinen Projekten hast du ja nicht so viel Standespolitik wahrscheinlich, weil die schwebt dann irgendwie oben drüber. Ja. Diese Thematik wie du sagst, diese Bereitschaft ich nehme ein bisschen einen Nachteil in Kauf, weil das Ergebnis es einfach das hergibt. Aber kannst du das nochmal kurz verorten wie es dir gelingt, die Leute eigentlich auf die operative Ebene wahrscheinlich herunterzubringen und dieses ganze standespolitische Thema, dieses überhaupt politische Thema eigentlich außen vor zu lassen, was aber im Gesundheitswesen ja eine Herausforderung ist, weil das ja alles in irgendeiner Form ist Es ist Bundespolitik, es ist Landespolitik, es ist Regionalpolitik etc.

Sattelberger: Ja also ich glaube, da geht es sehr viel um Rollenklarheit und die Circle of Influence. Also sehr oft arbeite ich ja mit dem Modell um klarzumachen, was ist das, was du in deiner Rolle, ihr in eurer Rolle in Kontrolle habt und gestalten könnt. Was ist das, was ihr womöglich beeinflussen könnt, indem ihr mit den richtigen Stakeholdern zum richtigen Zeitpunkt sprecht.

Und was ist das, was nur Concern ist, nur Sorge, nur Jammern. Ohne irgendeinen Mehrwert. Und auf diese Ebene glaube ich muss man in jeder Rolle immer wieder zurückkommen, selbst und eben auch die Klientinnen und Klienten mit denen wir arbeiten, zu zeigen, wo ist dein Gestaltungsspielraum und wo endet er aber auch.

Und wo kannst du vielleicht noch Einfluss nehmen, bist aber auf andere angewiesen für das Ergebnis und was lohnt einfach nicht, darüber zu reden Oder man entscheidet sich eben, eine politische Karriere zu beginnen.

Flener: Aber hilf mir nochmal, damit ich das jetzt verstehe. Wenn bei dir ein Projekt ist, jetzt machen wir ein Beispiel, da sitzt jetzt zum Beispiel die Pflege, ja, also als Sinnbild für die Vertretung der pflegenden Kräfte.

Wäre es dann für dich wichtig, ist es dann, sage ich mal, jetzt macht sie sein Projekt in einem Haus, ist es dann für dich entscheidend, dass dort die Leitung der Pflege sitzt, so als oberster Kapitän oder Kapitänin der Pflegemannschaft? Oder sind es dann die operativen Leute aus der Pflege, die dir ja vielleicht auch manchmal ein bisschen hautnäher berichten können, wo der Schuh drückt?

Also wie gehst du dieses auch mal, sage ich jetzt, innerhalb so eines Stakeholders, diese hierarchischen Themen dann an?

Sattelberger: Kommt natürlich auch wieder total darauf an auf das Projekt und auf den Auftrag, die ja sehr stark variieren bei uns in der Länge, in der Intensität. Dennoch fahren wir ganz oft eben einen stark partizipativen Ansatz, der natürlich die Basis einbindet.

Also gerade wenn es eben um Betriebsorganisation, um Planung von neuer Infrastruktur von Gebäuden geht, wenn es um Datenmanagement geht und damit eben auch um Erfassung, Dokumentation, wenn es um OP-Optimierung geht, all diese Themen, also wenn wir jetzt im klinischen Setting unterwegs sind, Immer unter Einbindung der Nutzer oder User oder wie immer sie dann nach Kontext heißen.

Aber das heißt, in einem Klärungsgespräch sitzen meistens die EntscheidungsträgerInnen gegenüber. Aber in unserem Angebot spätestens ist klar, dass wir einen partizipativen Ansatz wählen gemeinsam mit den Betroffenen.

Flener: Die da mit am Tisch sitzen. Ihr habt ja auf eurer Webseite ein Fallbeispiel genannt das Ordensklinikum Linz.

Das ist ein Fall, über den dürfen wir sprechen, weil sozusagen der ist publik oder kannst du darüber sprechen. Kannst nochmal kurz beschreiben, was habt ihr dort gemacht? Weil das ist ja für mich immer, ein Spitalsetting ist ja für mich immer das Faszinierende. Ein hochkomplexes Gebilde, 17.000 Stränge die zusammenfließen.

Was habt ihr dort gemacht, damit man nochmal an einem konkreten Beispiel gut versteht was ihr macht So zu sagen, tagesoperativ macht bei Solveig?

Sattelberger: Ja, gerne. Also ich habe vorhin davon gesprochen, dass wir in drei Feldern unterwegs sind. Das eine ist eben Strukturplanung und Finanzierung, das andere Strategie und Management und das dritte Masterplanung und Betriebsorganisation.

Und was stellt man sich darunter vor? Gebäude haben so einen Lebenszyklus von 30, 40 Jahren, sagt man. Und gerade eben auch mit zunehmender technologischer, medizinischer Entwicklung, Müssen diese klinischen Gebäudeinfrastrukturen einfach ganz viel aufnehmen, ganz viel an Neuerung und neuen Chancen realisieren lassen.

In diesen ja noch immer einfach Ziegel- oder Betonmauern. Und das Ordensklinikum Linz dürfen wir eben auch deswegen nennen weil Herr Mag. Mag. Kneidinger, der Geschäftsführer, Das Ordensklinikum Linz uns da ein Testimonial ausgestellt hat und auch als Referenz dient und man alles, was ich jetzt erzählen werde, auch über operation-zukunft.at nachlesen kann.

Der Standort der Barmherzigen Schwestern in Linz stand einfach vor der Herausforderung dass sie eine Sanierung bedürfen. Und das ist für uns so ein Setting, auf das wir sehr oft stoßen in diesem Feld der Masterplanung und BO, dass sei es eine Reha-Einrichtung oder eine Langzeiteinrichtung oder eben eine Klinik im Begriff ist vor dem Gebäudezustand gewisse Teile nicht mehr oder eben auch hinzukommende Teile nicht mehr aufnehmen zu können, weil die Kubatur einfach zu klein ist.

Naturgemäß vor der demografischen Entwicklung, vor der gesellschaftlichen Entwicklung wird es eher immer mehr Urbanisierung und so weiter. Also Bündelung auch von Leistungen jetzt gerade auch im Fall des Ordensklinikum Linz. Das Ordensklinikum ist ein zentraler Versorger, hat 21.000 OPs, hat 65.000 stationäre Aufnahmen im Jahr, 400.000 ambulante Kontakte und stand vor der Frage, wie sich das zukünftig entwickeln wird und was sie daher bei dieser Sanierung berücksichtigen müssen, welche Raum- und Flächenbedarfe da auf sie zukommen, was für Investitionsvolumen und je nach Anordnung dann auch in diesem bestehenden Gebäudekomplex und Umbau während Betrieb, welche Betriebskosten.

Und das ist dann die Aufgabe, die wir sehr gerne annehmen, eben wie gesagt für unterschiedliche klinische Einheiten, dass wir uns anschauen, okay, wie ist es im Ist, welches Leistungsgeschehen ist da, welche strategischen Überlegungen gibt es, welche Kooperationen gibt es was gibt der RSG, der Regionale Strukturplan Gesundheit vor, wie sie die verschiedenen Fächer entwickeln werden, genau, und was wird daher in Sagen wir mal da war jetzt Zielzeitraum 2030.

Was wird daher in diesem Zeithorizont und darüber hinaus zu erwarten sein, dass dort geschehen soll, medizinisch pflegerisch, therapeutisch, diagnostisch. Und nach dieser Abschätzung und eben auch gemeinsam mit Architekten dann einer Zonenplanung, es macht einfach einen Unterschied, ob ich die Laderampe oder ob ich den OP an den Kooperationsbau mit den Brüdern setze oder an die Seilerstätte an die Laderampe hin in millionenfachen Materialpatientinnen und Mitarbeitendenbewegungen.

Dann gibt es eben diese Grundplanung ohne Details mit eben einer Investitionskostenabschätzung und mit einer Betriebskostenabschätzung und die wird dann im Fall von Oberösterreich immer nach einer externen Prüfung, also noch einmal einer Prüfung unserer Pläne der oberösterreichischen Gesundheitsplattform vorgelegt, die dann in diesem Fall tatsächlich auch diese Investition freigegeben hat und daher ist dieses Projekt auch bereits in Realisierung.

Flener: Da bewegen wir ja Millionenbeträge, behaupte ich jetzt einmal. Ja,

Sattelberger: 200 Millionen bis 2030.

Flener: Ja, also da geht es einmal so richtig um Geld, was ja, wenn wir das verbinden können, auch an diesem Themenblock. Man hat immer das Gefühl, im Gesundheitswesen ist kein Geld da, also es kostet zwar viel, aber es ist kein Geld da.

Das ist ja dieses, wenn man so will, ein bisschen das ambivalente Setting. Welche Rolle spielt in so einem Projekt dann das Geld? Ist das immer ein limitierender Faktor wo man sagt, naja wir würden zwar gerne aber, oder ist das so gesetzlich, na gut, okay, da können wir uns bewegen, aber… Und ich habe ja oft das Gefühl, dass eben viele würden sich ja viel wünschen im Gesundheitswesen und dann kommt aber immer die Keule, das können wir uns nicht leisten.

Wie ist das in so einem Setting? Und ich meine, 200 Millionen Euro ist ja viel und nichts zugleich wahrscheinlich am Ende des Tages in so einem Setting. Aber kann man da auf das Thema, die Relevanz des Geldes in solchen Projekten?

Sattelberger: Ja, ich glaube, es geht da einfach sehr viel um nachhaltige Investitionen und darum eben zu schauen, Gesundheitsversorgung diesen Versorgungsauftrag den das Ordensklinikum Linz hat, aufrechterhalten zu können.

Die Bedarfe, die da sind und da sein werden. Und insofern natürlich ist Geld ein limitierender Faktor. Momentan nehme ich aber insbesondere eben auch die Pflegefachkräftemangel als limitierenden Faktor wahr, wenn es eben um regionale Strukturpläne, Gesundheit geht. Also das ist, glaube ich, in diesem Planungszyklus, der ja jetzt am 31.12.2025 endet für viele Länder die Herausforderung wie wird man dem begegnen in den kommenden Jahren.

Demografische Entwicklung, wir werden immer älter, wir werden aber auch immer kränker die letzten Jahre. Die Anzahl der gesunden Lebensärgere steigt nicht im selben Ausmaß und aber auch die erwerbstätige Population sinkt.

beide: Und

Sattelberger: da geht eine Schere auf, die wir einerseits glaube ich, gibt es einige Mittel, Stichwort Digitalisierung, eben auch medizinisch-technischer Fortschritt, wie wir dem begegnen werden, aber wir müssen eben trotzdem auch Investitionen schaffen in eine Infrastruktur die dann auch möglichst viel an neuen Chancen aufnehmen kann, also möglichst flexibel dann geschaltet ist und insofern limitierender Faktor ja, nicht der einzige und gleichzeitig eine, Eine essentielle Investition in die Zukunft, weil wir sonst Bauerruinen ohne Nachnutzungsmöglichkeit stehen haben und viel, viel, viel teurere Neubauten erstellen müssen.

Flener: Wie weit entwickeln sich aber jetzt dann Krankenhäuser weiter? Jetzt haben wir ja die Herausforderung du hast vorhin gesagt Plan 2030, das heißt bis das fertig ist, ist es ja eigentlich schon wieder fünf Jahre alt, weil ihr habt ja jetzt bestimmte Dinge entschieden, aber wie weit Wie ändert sich die Struktur, die Art eines Krankenhauses?

Wie weit unterscheidet sich ein Krankenhaus der Zukunft von einem Krankenhaus heute? Ich denke mir es immer noch, also wenn ich zum Glück noch nie lange selber drin gelegen bin, sondern immer nur besucht, aber ich habe immer noch das Gefühl, ich gehe dort hin, da liegen dann zwei, vier, fünf, sechs Menschen in einem Zimmer.

Also gefühlt schaut das ein bisschen so aus wie vor 10, 15 Jahren auch, aber ich sehe natürlich oft die Prozesse im Hintergrund nicht. Aber was hat sich da jetzt an Innovation in der Gestaltung eines Krankenhauses getan und auch was rechnest du? Du hast vorhin gesagt, KI, Pflegemangel, da müssen wir auch einiges tun, wenn wir die Leute gar nicht haben.

Wie weit entwickeln sich Krankenhäuser weiter?

Sattelberger: Gerade neu gestaltete Trakte, also Stationen haben eben nicht mehr 4- bis 6-Bett-Zimmer. Denen wirst du nicht mehr begegnen weil man auch aus infektiologischen Gründen weiß, was da eben auch Sinn macht. Dinge integriert oder einen neuen Stand der Kenntnis, wo Hygiene jetzt einfach ein wesentlicher Faktor bei jeder Bauplanung ist, PatientInnen-Sicherheit so und so und aber eben auch Arbeitsplatzattraktivität eine zunehmende Rolle spielt.

Und ja, ich habe vorhin erwähnt ich habe Prozessmanagement Gesundheit im ersten Jahrgang studiert, wo man sich eben einmal angeschaut hat, am Kundennutzen orientiert, wie ist denn so ein Durchlauf durch so eine Organisation? Und jetzt möchte ich nicht sagen, dass es vorher nicht der Fall war. Aber jetzt gibt es eben auch Professionisten, die sich diese Wege genau anschauen, die sich auch die Wege des Personals anschauen.

Und wenn jetzt im Ordensklinikum Linz eine Notfallaufnahme etabliert wird, die in unmittelbarer Nähe zur Rettungsgarage ist, dann ist das einfach ein Vorteil. Und wenn ich eben die Intensivstation in der Nähe zu den OPs habe und so weiter und so fort, dann ist das ein Vorteil. Also wenn man in die Support-Bereiche schaut, wird man ganz schnell entdecken, dass sich da sehr viel getan hat, was Lager, Logistik und so weiter angeht.

Dem wird einfach ein neuer Stellenwert zugerechnet. Das sind alles Überlegungen und Disziplinen, da gibt es keine Ausbildung dazu. Da machst du entweder Architektur oder eben Supply Chain Management und eignest dir dann das Gesundheitswesen an. Oder du bist Health Professional in einer Position, wo du so ein Projekt begleitest und merkst dann, das macht eigentlich Spaß und da habe ich jetzt so viel gelernt in den letzten...

Zwei bis zehn Jahre, weil du hast gerade den Zeitraum angesprochen. Tatsächlich von dieser Grundplanung bis zur Realisierung, also unserer Grundplanung bis zur Realisierung, dass die erste Patientin der erste Patient in dieser Infrastruktur liegt, vergehen oft zehn Jahre. In dem Fall sind jetzt schon einzelne Teile realisiert, weil das Ordensklinikum Linz auch sehr schnell ist und da auch mit dem Land gut übereingekommen ist.

Trotzdem wir bleiben dann oft eben auch dabei als baubegleitende Betriebsorganisation, um eben auch mit den unterschiedlichen Gewerken, die dann dazukommen, mit den Architekten, die dann eben die Detailplanung machen, draufzuschauen Ist das, was die da planen auch wirklich in der Funktionalität und Praktikabilität und eben auch in dem Ansinnen einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten, gut?

Und aber auch neue Chancen die zweifelsohne in einer Dekade aufkommen, auch integrieren zu können und dann eben zu schauen, wie wirkt sich das aus auf Qualität, Kosten, Zeit? Genau. Also das sind keine Kurzläuferprojekte Gleichzeitig ist unser Ansatz eben schon so, dass wir sehr nahe dranbleiben auch in der Realisierung und immer so ein bisschen als Anwältin dieser Grundideen und der Bauherrin, damit dann auch im Endeffekt Dass der Auftrag des Hauses erfüllt wird und Patientinnen und Patienten und Mitarbeitende dort gerne sich aufhalten.

Flener: Jetzt stelle ich mir immer die spannende Frage, ihr solltet ja Dinge bauen, die, wie du gesagt hast, zehn Jahre es planen und so, die jetzt so aktuell sind, damit die in zehn Jahren auch noch irgendwie modern wirken. Also damit man nicht das für das Spital aufspielt, was das für ein alter Kasten. Wo kriegst du deine Inspiration her?

Weil ich stelle mir die Herausforderung vor, sich jetzt ein anderes Spitäler anzuschauen ist überschaubar inspirierend wahrscheinlich, weil ja, da kocht man immer ein bisschen im selben Saft. Wir haben das mal in einem Projekt gehabt, da ging es um das Thema Entwicklung von Apotheken. Und bei Apotheken ist das Problem, viele Apotheker schauen sich immer andere Apotheken an.

Aber da gibt ja ein paar Vorreiter, aber nicht zu viel. Aber es ja eine geschlossene Community. Genau, es ist sehr geschlossen, es schauen irgendwie alle aus wie Apotheken und es ist immer das Gleiche und Dings Wo holst du dir deine Inspiration her, um jetzt in solchen Projekten die einen sehr weiten Planungshorizont haben, um da wirklich aktuell zu sein?

Gibt es Branchen die dich besonders inspirieren, weil du sagst ah, die sind so weit vorn? Ja,

Sattelberger: muss man da ein bisschen einschränken. Wir sind ja eben sehr stark in diesen Prozessen unterwegs. Die Ästhetik wie die Fassade aussieht, das ist nicht unser Thema, sondern da kommt man dann eben Architekt oder eben Planungsbüro oder eben ein Totalunternehmer oder wen auch immer unser Kunde auswählt für die Realisierung und Detailplanung an Bord und die setzen sich dann damit auseinander.

Wir bleiben immer auf Ebene dieser Funktionalität des Gebäudes. Wo kriegen wir da Inspiration her? Und ich spreche da eben sehr stark von wir, weil mein Hintergrund ist ja sehr stark methodischer und meine Leute, meine Kolleginnen haben aber eben auch sehr stark einen Fachhintergrund und teilweise eben auch schon jahrzehnte Erfahrung in diesem Bereich.

Wir machen nach wie vor, die Solveig hat auch eine sehr internationale Geschichte, immer ein, zwei, drei Projekte Im Ausland. Und jetzt ist es nicht so, dass wir irgendwo hinfahren und dann sagen, wow, der heilige Rahl, da haben wir jetzt irgendwas entdeckt. Daran hat noch keiner gedacht oder so. Und man muss ja immer betrachten, das ist ja immer in einem Setting.

Das heißt, wenn das dort so und so und daher sehr gut funktioniert.

Flener: Heißt das noch lange nicht, dass es in Glienz funktioniert?

Sattelberger: Genau.

Flener: Heißt

Sattelberger: das noch lange nicht, weil da ist vielleicht der niedergelassene Bereich ganz anders aufgestellt. Da ist vielleicht das Berufsgesetz ganz anders und da machen verschiedene Berufsgruppen ganz andere Aufgaben, als es in Österreich derzeit möglich ist.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist auch, wir sehen da auch Projekte wo wir merken, okay, mit viel geringeren Möglichkeiten wird dort auch Medizin auf Universitätskliniksniveau betrieben. Und da begegnet einem dann im Kellergeschoss eine Katze im Patientinnen-Transportweg. Und dann merkt man wieder auch, in welchem geheiligten Land wir leben und von welchem Niveau wir ausgehen.

Und natürlich, also wir tauschen uns sehr viel aus, eben auch mit verschiedenen Communities schauen, dass wir eben auf Konferenzen vertreten sind, auch international, wo wir uns ansehen, was wo gut funktioniert hat. Und da dürfen wir dann auch oft, also meine Kolleginnen waren beispielsweise jetzt gerade im Kinderspital in Zürich, da dürfen wir dann teilweise eben auch Einschau halten in verschiedene Aspekte, die wir dann auch wieder mitnehmen und mit unseren Kunden diskutieren können.

Ob du da jetzt als Patientin als Patient den großen Sprung bemerkst glaube ich nicht. Aber ich glaube, du merkst ihn insbesondere als Mitarbeiter, oder Als Mitarbeitende weil Wege viel kürzer werden, also diese ganze Thematik der Patientenströme, dass du nicht mehr das schnupfige Kind in demselben Aufzug fahren lässt wie den immunsupprimierten Onkologie-Patienten die Wegeführung eben auch in die Bereiche, die vielleicht nicht patientennah, sondern patientenfern sind und aber für die Mitarbeitenden enorm wichtig, weil sie einen Teil ihrer Arbeit ausmachen, 40 Prozent Dokumentationsaufwand, wo machen sie das?

Solche Dinge zu berücksichtigen, Garderoben, also immer wieder auch viel Diskussion rund um Garderoben und Dienstzimmer, da glaube ich hat sich sehr viel getan. In den Patientinnenzimmern siehst du es wahrscheinlich am ehesten eben in der Anzahl der Betten die in den Zimmern sind.

Flener: Kostenfaktor versus, wenn ich bereit bin zu investieren, spare ich mir auch ein Geld.

Wie du sagst moderne Infrastrukturen Gebäude, die in der Lage sind, bestimmte Dinge dann aufzunehmen im Sinne von Funktionalitäten. Auch da ist nochmal die Frage, wie weit jetzt auch, wenn wir vielleicht beim Ordensklinikum Linz bleiben, müssen sie es nicht am Euro festmachen. Und von der Idee her, wie weit spielt auch in diesen Diskussionen eine Rolle, naja wenn wir das so machen, sparen wir uns auch so und so viel Geld, weil Wege kürzer weniger Material, energieeffizienter etc.

Also wie weit ist dieses... In Innovation, Verbesserung, nicht nur als Kostenfaktor, sondern auch als Sparfaktor.

Sattelberger: Ja, ist ein riesiges Thema, also gerade weil ich vorher eben die Betriebskostenabschätzung genannt habe. Und diese Zonenplanung, die hängt nur damit zusammen, wie die Wege in Zukunft sein werden und wie effizient das daher auch ist, weil es eben ungelogen oder unübertrieben obwohl ich dazu neige, in millionenfache Bewegungen mündet.

Und das sind Schritte und das sind Minuten und das sind dann im Endeffekt tausende Millionen Stunden, die entweder nützlich im Sinne der Patientinnen und Patienten verbracht werden oder eben am Roller zwischen den verschiedenen Pavillongebäuden bei 35 Grad im Schatten.

Flener: In dem Zusammenhang noch eine Frage.

Es kommt ja immer wieder, wenn man dann auch im Internet schaut, dann kommt dann der Pflegeroboter, das ist nicht mehr das Pflegepersonal, es ist die KI, die alles macht. Jetzt wissen wir, wir haben einen totalen Pflegemangel, wir haben einen Ärztemangel. Also wir haben zu wenig Personal, wir haben zu wenig Personen die eine alternde Bevölkerung etc.

versorgen werden. Was ist da so ein bisschen dein Ausblick? Also angenommen, wir liegen dann in 30 Jahren vielleicht einmal, hoffentlich nicht, aber vielleicht trotzdem im Spital. Wie weit wird uns dann jetzt, also wenn wir den Horizont weit genug setzen, wie weit wird uns dort noch eine Person pflegen?

Auch in euren Hypothesen ihr müsst ja auch ein bisschen so in Zukunft landen. Wie weit wird uns dort noch eine Person pflegen? Welche Rolle wird Technologie im Spital 2055, also welche Rolle wird Technologie werden Roboter spielen?

Sattelberger: Also gerade Pflege und wenn man da eben auch in dem Bereich der Gelegenheit Vielleicht ist das dann für uns hoffentlich in 50 Jahren.

Ich glaube, wird Pflege immer menschlich sein und Robotik der Pflege aber alles rundherum abnehmen. Und ich hoffe, dass eben Patientinnen- und BewohnerInnen-Gespräche mitgehört werden und zu Papier gebracht werden und dass die kollektive Intelligenz, künstliche Intelligenz Die vorschlagen wird, Medical Decision Making unterstützen wird, aber es trotzdem auch eine menschliche Kompetenz bleiben wird, die eben mehr auch in Richtung personalisierter Medizin und Pflege analysieren kann.

Was ist das für ein Mensch, mit dem ich es da zu tun habe? Mit welcher Lebenssituation ist der da? Was sind Kontextfaktoren, die die KI nicht wissen kann? Und so einfach auch mehr Zeit wieder für diesen Teil des Berufs entsteht, der ja so zumindest auch die Studien, die Berufseinsteigerinnen oder Studieneinsteigerinnen befragen, der dazu geführt hat, dass sie in diesen Beruf gehen wollen.

Es geht ja niemand in die Pflegewelle. Ich mache so keine Pflegedokumentation. Und daher bin ich da enorm optimistisch. Was mich sehr verwundert, muss ich ehrlich gestehen ist, wie wenig wir auch jetzt schon Und da brauchen wir noch gar nicht in Richtung künstlicher Intelligenz gehen, aber wie wenig wir aktuelle Robotik nutzen, insbesondere in den Support-Prozessen, also einerseits sowieso in der gesamten Verwaltung, Planung, Steuerung, Reporting, Registerbefüllung und so weiter, wo einfach eine Maschine 24 Stunden am Tag, 365 Tage des Jahres, ohne müde zu werden und unter Aufschrei, wenn irgendwas nicht plausibel klingt, also den Screen einfriert und sagt am nächsten Morgen, hallo, da ist irgendwas komisch mit den Daten, solche Dinge übernimmt, wo derzeit menschliche Ressource verbraten wird, die das nicht will, die nicht aus zehn Quellen ihren Report für die Zentrale zusammen glauben will, immer in derselben Darstellung seit Jahren Unter manueller Einfärbung von Excel-Zellen.

Flener: Aber warum ist es so? Also warum löst man es nicht? Ist es dann wiederum weil zu viele Player notwendig sind, um diese Entscheidung zu treffen? Weil wie du richtigerweise sagst so rein auch aus Kostenperspektive, die teuerste Ressource ist wahrscheinlich der Mensch in dem Zusammenhang, nämlich sowohl emotional als auch finanziell.

Aber woran scheitert es jetzt, wenn du sagst, du bist tief drinnen, wo sind die Hemmschuhe, die jetzt dann verhindern, dass man das in vielen Fällen automatisiert abbildet? Ich glaube

Sattelberger: momentan tatsächlich noch auch wieder an der Schnittstelle zwischen Informationstechnologie und Fachpersonal. Fachpersonal ist da sehr schnell überzeugt egal ob man ins Controlling geht oder ins OP-Management, ins Qualitätsmanagement Die sehen sofort ein, zwei, drei, vier Use Cases, wo sie das unbedingt brauchen.

Und gerade wenn man sich solche Projekte ich habe mir schon... Zwei, drei anschauen dürfen, betrachtet, das sind wenige Tage Aufwand. Das ist eine Lizenz von den ein, zwei Softwareprodukten die da involviert sind, in diesem mannigfach wiederholten Prozess und dann ist der einfach automatisiert. Ich glaube, scheitern tut es derzeit noch eben.

Wir machen da gerade eine Digitalisierungsstrategie. Ja, wir fangen eh schon an mit KI. Ja, ich bin aber gar nicht bei dem Thema KI. Ich bin nur einmal bei der Automatisierung dessen was dumme Informationstechnologie immer an selben Schritten ausführen kann. Da kann ich ganz viele Befehle dahinter packen und es kann ganz viel aufrufen.

Und es ist sogar im Match mit Menschen nicht schneller. Es muss genauso, je nach Performance des Systems, das Register muss ich aufbauen, der muss trotzdem die Zelle kopieren, der muss sie dort einfügen. Aber es ist nachvollziehbar zu jedem Zeitpunkt und damit total sicher. Und ich glaube, es scheitert wirklich einfach auch an dem fehlenden Leidensdruck in manchen Organisationseinheiten, denen das wahrscheinlich auch zu wenig kommuniziert wird.

Und andererseits glaube ich wird dem Fachpersonal zu wenig dieses Potenzial kommuniziert. Weil welche Physiotherapeutin oder Community Nurse oder welche Orthopäde oder welche Unfallchirurgin weiß über das Potenzial Potenzial von Robotik für ihre eigene Arbeit. Das kann man ja nicht verlangen. Und deswegen, glaube ich muss man da viel drüber sprechen.

Solveig Consulting hat keinen IT-Schwerpunkt, arbeitet aber gern mit Partnern zu diesem Thema. Deswegen kommt diese Kommunikation nicht von uns, aber es ist mir eigentlich unbegreiflich warum wir da nicht schon mehr haben.

Flener: Ja aber könnte es nicht auch sein, das denke ich mir manchmal, dass manche jetzt gerade auch getrieben durch KI immer...

Nach dieser Maximallösung streben. Und von lauter Art ist da ganz oben so wieder vorgestellt, wir haben eh eine KI-Strategie. Also man macht das so plötzlich so groß, das Thema. Und damit passieren aber diese kleinen Schritte, kleine Projekte probieren wir es mal da, machen wir mal da was etc. Jetzt verstehe ich schon ein KISS, also Krankenhausinformationssystem, das rolle ich nicht innerhalb von einem Tag, remple ich das nicht um.

Aber trotzdem dieses manchmal losgehen, Erfahrungswerte sammeln und die leichten Dinge lösen, weil die ja auch sofort bei den Mitarbeitern ankommen. Also die Mitarbeiterin die nicht mehr im Keller sitzen muss und irgendwas sortieren muss, sieht am Tag nach der Einführung, ah wunderbar, den Schmarrn habe ich vom Tisch runter und kann mich dementsprechend um etwas anderes kümmern.

Sattelberger: Genau, genau wie im Sinne des Quick-Wins, wie wir es vorher besprochen haben. Genau,

Flener: und damit habe ich dann Erfolge, damit sind die Leute motiviert und dann machen die das. Wir haben uns aber noch ein zweites Thema für heute vorgenommen und daher möchte ich sozusagen diesen Krankenhausteil den wir jetzt an diesem Beispielordnungslinienkompliz uns angeschaut haben und Solveig Consulting ein bisschen abrunden und zu deinem zweiten Hut sozusagen kommen, nochmal Solaplexus.

Ja Ihr seid ein Verein, was ihr als Verein macht, habt ihr vorher schon besprochen. Ihr macht aber auch ein Schwerpunktevent, das ist dieses Healthmakers Festival, da werden wir gleich nochmal drauf eingehen. Aber vielleicht fangen wir nochmal ganz zu Beginn an. Wozu hat es aus eurer Sicht diesen Verein jetzt nochmal gebraucht?

Weil man könnte ja sagen, Österreich, das Land der Vereine. Es gibt ja zig Vereine die sich jetzt auch mit Gesundheit und Gesellschaften etc. beschäftigen.

beide: Aber

Flener: welche Lücke vielleicht nochmal habt ihr als Anspruch zu schließen, die es aus eurer Sicht gegeben hat? Weil wenn es den Verein so schon gegeben hätte, hätte er dort einfach Mitglied werden können, da hätte er es ja keinen eigenen gründen müssen.

Sattelberger: Es hat tatsächlich einfach bei dieser Lücke begonnen und der Verein war dann einfach eine Möglichkeit, diese Lücke zu füllen, wobei die Organisationsformen damals… Für uns gar nicht im Vordergrund gestanden ist, sondern einfach verschiedene Erlebnisse, die Julia Bernhardt und ich damals zusammengetragen haben, wo wir gemerkt haben, okay, sehr interessant, wir sind in einem Gesundheitswesen unterwegs, das zu 80 Prozent weiblich getragen ist, wo sehr viele Herkunftshintergründe zusammenkommen, alle Generationen mit an Bord sind.

Und gerade in unserem Setting damals der Beratung sind unsere Kundinnen und Kunden, Kundenauftraggeberinnen, Auftraggeber, aber sehr uniform, 50 plus, meist männlich. Und gerade wenn es dann zu solchen Settings kam, wo beispielsweise ein Kreis an EntscheidungsträgerInnen aus der Sozialversicherung Rein männlich besetzt, über die Zukunft mitbestimmt hat von 51 Prozent der österreichischen Bevölkerung die Frauen darstellen in all ihrer Diversität, haben wir uns gefragt, warum muss das so sein?

Wenn 80 Prozent dieses Gesundheitswesens weiblich getragen ist, warum dreht es sich denn in den Hierarchie-Ebenen um? Und was würde das mit unserer aller Gesundheit machen, wenn wir auch dort Diversität schaffen würden? Und die, die es dann ausführen oder die, die dann eben auch in... In den Konsum der Leistungen oder der Lösungen, die auf solchen Entscheidungstischen entstehen, auch wirklich divers besetzt werden.

Und damit war die Idee geboren, dass wir es dann als Verein gemacht haben, war in Zeiten von Corona einfach dann, ja, da können wir einreichen, da können wir das einmal am Tisch konzipieren. Wir haben dann ja noch ein Jahr gewartet mit unserem Board-Meeting, mit dem wir es dann gegründet haben, mit unseren ersten PartnerInnen, weil das war auch schön zu sehen, dass diese Idee schon viele bewegt hat, da von Anfang an dabei sein zu wollen, weil sie sich so oder so ähnlich gesehen haben und schon auch die Chance gesehen haben, dass sich damit was tut in Richtung PatientInnenzentrierung, indem man eben unterschiedliche Personen, Berufsgruppen, Hierarchie-Levels Sektoren zusammenbringt, in dieser Komplexität des Systems zusammenbringt und Themen daraus aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, Meinungen hört und es ist nach wie vor so, wir bieten ja sehr viele Formate für unsere Mitglieder, aber auch darüber hinaus an, dass es einfach zu ganz vielen Aha-Erlebnissen kommt, zu Aha-Erlebnissen wenn ich einmal erfuhr, wie im öffentlichen System Aufträge vergeben Also dieses ganze Vergaberecht im öffentlichen Bereich.

Oder wenn ich mit einer Kommunikationsagentur spreche und auf einmal so Dinge wie Employer Branding zum ersten Mal höre. Oder wenn ich eben um das Gesundheitswesen tätig bin und von direkt in der Pflege, in der Medizin Tätigen erfahre, womit sie täglich kämpfen. Wenn ich auch unterstützen darf auf individueller Ebene für das jeweilige Setting des oder der Einzelnen damit wieder diese Personen ihren Gestaltungsspielraum einfach besser nutzen können.

Flener: Was aber jetzt bedeuten würde, wenn ich das versuche für mich nochmal runterzubrechen, dass für euch aber vor allem dieses Verständnis für das Gesundheitswesen wichtig ist. Eben wie du sagst da kann ich mal reinschnuppern, dann verstehe ich das mal eine Spur besser. Aber das Gesundheitswesen das ist ja schon nochmal eine andere Nummer, dann wirklich zu verändern zum Besseren.

Wie ist da nochmal erzogen? Weil das ist ja eigentlich schwierig, viel Politik zusammen etc. Wie weit habt ihr das Gefühl, daraus aus einer Vereinsposition nennen wir es einmal so, auch da einen Beitrag leisten zu können? Wie gut kann das funktionieren als Verein? Ja

Sattelberger: Wir fühlen uns sehr bestätigt in diesem Weg, weil wir haben ja jährlich Aufnahmetournos.

Im Herbst steht jetzt der nächste an. Und die Bewerbungen wir wollen eben sehr divers wachsen. Warum gibt es diese Kennenlerntermine? Weil wir nicht auf einmal feststellen wollen, wir sind jetzt die Vorarlberger Ergotherapeutinnen, weil sie das eben word by mouth dort so herumgesprochen hat, sondern wir wollen sehr divers bleiben.

Und deswegen auch immer schauen, dass unsere Kohorten entsprechend gleichmäßig wachsen und es auch klein halten, damit eben auch das Netzwerken gut funktioniert und man sich gegenseitig zumindest von Jahrgang zu Jahrgang gut kennt, gut kennenlernen kann und diese Verbindungen dann entsprechend nutzen kann.

Wir sind immer wieder sehr überrascht und hoch erfreut, welche Senioren Erfahrungslevels sich auch bewerben für eine Mitgliedschaft und sagen, ich war jetzt so und so lang. In der Versorgung ich gehe jetzt ins Management, ich brauche da eine Vorbereitung dazu. Oder ich bin jetzt in der Forschung und neuer Institutsvorstand von XYZ.

Oder ich mache mich selbstständig in der Versorgung, was habe ich da zu beachten? Also ganz verschiedene Settings, wo man einfach in unserem Netzwerk Expertise bekommt und sich die sehr niederschwellig holen kann. Das ist einfach auch in unserem Prozess vorgesehen, dass du im ersten Jahr ein Mentoring bekommst und ganz viele Formate geboten kriegst für den Mitgliedsbeitrag von 111 Euro, wo du für dich persönlich was rausholen kannst.

Immer mit Q&A und Möglichkeit der Rückfrage, mit Konsumation im Nachhinein über unseren Mitgliederbereich, dass diese Dinge auch mitgefilmt werden und du die auch orts und zeitunabhängig konsumieren kannst. Und darauf wird von sehr verschiedenen Sektoren Berufsgruppen und eben auch Erfahrungslevels zurückgegriffen Darum...

Auch von Männern was uns sehr freut Uns war es von Anfang an wichtig, dass wir eben kein Frauennetzwerk sind, sondern dass man das eben auch nur gemeinsam angehen kann und wir ja auch alle sehr davon profitieren würden, würde es mehr Männer in der Pflege geben und überall. Also auch in allen Diversitätsdimensionen weiß man ja aus Studien, tut das Lösungen gut.

Flener: Also man muss sich bei euch bewerben, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe. Wo würdest du dir noch mehr Bewerbungen wünschen? Gibt es einen Sektor, wo du sagst, da bräuchte es noch mehr Aufmerksamkeit dass da das SolarPlexus-Netzwerk eine gute Option ist?

Sattelberger: Ja, worüber wir uns im letzten Turnus sehr gefreut haben, ist eben das Vordringen in den Westen Wir sind jetzt mittlerweile aus allen Bundesländern Österreichs und mehr Mitglieder aus der Versorgung direkt, aus Medizin Pflege und Therapie Diagnostik Und da können wir auch gerne noch weiter zulegen.

Das ist uns auch total wichtig, dass wir eben schauen und damit haben wir jetzt eben auch schon die ersten Ablehnungen beziehungsweise Vertröstungen auf den nächsten Turnus vornehmen müssen, dass wir eben nicht in einer Dimension zu stark wachsen. Und da gibt es natürlich auch Sektoren, die da sehr leicht einfach dann auch gerne Zugang zu so einem Netzwerk finden, insbesondere wenn es eben so niederschwegelig angelegt ist wie Solaplexus.

Aber auch aus dem Grund ist, weil wir niemanden ausschließen wollen und weil es uns wichtig ist, dass auch die gerade fertige Pflegeabsolventin dieses Geld wie einen Fitnessstudio-Beitrag sieht. Diesen Betrag einmal einzahlt und weiß, sie will sich darum aber auch was holen und das dann auch wirklich gut nutzt.

Flener: Jetzt gibt es, glaube ich, ein Leuchtturmprojekt von euch als Verein, das nochmal euer Healthmakers Festival. Eine Version, also die erste Ausgabe hat es schon gegeben, für den Herbst ist das nächste geplant. Was war da die Triebfeder? Jetzt seid ihr ja schon sehr umtriebig gewesen, hat der Verein ja schon viel gemacht.

Sattelberger: Da vielleicht nochmal dazu gesagt, Herbst 26, nicht 25. Nicht, dass man jetzt auf die Homepage geht und sich wundert.

Tatsächlich so, wir organisieren das ja eben als Verein. Unser erstes Festival hat im März diesen Jahres stattgefunden und war aus unserer Sicht ein voller Erfolg. Warum haben wir es gegründet? Es gibt wahnsinnig viele, auch traditionsreiche und auch neuere Events, Formate für das Gesundheitswesen. Wir wollten aber unseren Purpose nochmal fortführen, weil wir eben auch gesehen haben, es gibt MedizinerInnenkongresse Disziplinenweise, es gibt Pflegemanagement, es gibt gesundheitspolitische Formate Aber wiederum diese Verbindung und vor allen Dingen eben auch generationenübergreifend Gesundheitszukunft ist nicht vorgeschrieben, sondern wird von uns gemacht.

Und daher sollten möglichst viele Menschen, die sagen, ich möchte Teil dieses Zukunftsschreibens sein, auch die Motivation Menschen schöpfen und sie nicht verlieren wenn sie gerade am Anfang stehen oder eben auch schon länger im Gesundheitswesen sind, sie nicht verlieren und deswegen diesen Geist von Solar Plexus nochmal weiterzutragen in einem Event, das wir womöglich eben auch beim nächsten Mal vielleicht noch ein bisschen aufteilen wollen, dass es vielleicht vorher und nachher auch verschiedene Formate gibt und nicht nur an diesem einen Tag.

Das war der Grundgedanke, es war auch ein Grundgedanke, Solar Plexus ist eben vom Branding sehr feminin und wir wollten da aber nochmal was dazusetzen, um gerade auch den männlichen Gesundheitswesen-Teil mehr anzusprechen, das ist uns auch gut gelungen und wir haben schon gemerkt, also es waren glaube ich Ein Viertel sind Solaplexus-Mitglieder von den Teilnehmenden, die anderen sind aber über das Healthmakers dezidiert gekommen und das entspricht komplett unserem Vereinszweck Tritt halt unter einer anderen Brand auf und hat eben auch wieder Gespräche ermöglicht und Projekte Verbindungen ermöglicht, die vorher nicht da waren und deswegen wollen wir auch daran festhalten, wir waren sehr überrascht, dass wir schon beim ersten Mal ausgebucht waren.

Wir sind natürlich jetzt auch auf der Suche nach einer Location, einer noch größeren Location, einer noch tolleren, um eben auch das, was wir aus der ersten Ausgabe gelernt haben und da gab es vieles was wir gar nicht verändern wollen, aber auch Dinge, die wir einfach besser machen wollen, noch einmal dort auch zu realisieren.

Genau, und da sind wir jetzt schon wieder dran, obwohl es noch 14 Monate sind.

Flener: Genau, also wir haben noch ein bisschen bis dahin Das die Vorfreude, dass jetzt sobald dann wieder was kommt, das bei mir durchgeschlagen hat. Wenn ich jetzt bei Solaplexus mitmachen möchte, muss ich mich bewerben? Das heißt, ich gehe auf eure Webseite und fülle das dort aus?

Genau,

Sattelberger: solaplexus.at. Da gibt es ein Formular Das eine ist das Kontaktformular und das andere ist aber jetzt bewerben der Button. Da kann man eben eingeben, das ist auch für uns so ein bisschen die Versicherung, dass wir schauen, wo steht die Person aktuell, was sucht sie, was möchte sie auch einbringen.

Wir bereiten ja dann auch im Zuge der Kennenlerngespräche und falls die Personen sich dann auch wirklich entscheiden, Mitglied zu werden, sehr gut Passgenaue Mentoring-Matches vor. Wir haben da mittlerweile wirklich dank unserer Solar Souls, die sich auch ehrenamtlich einbringen, einen großartigen Pool aus den unterschiedlichen Sektoren, von Start-up bis Universität, also ganz verschiedenfältig und können da eben sehr klar darauf eingehen, was die jeweilige Person sucht.

Und genau, das reicht eigentlich. Jetzt nochmal die nächsten Wochen das auszufüllen, dann werden wir uns melden für eine Terminplanung oder für eine Auswahl an Terminen im Herbst dann für die Kennenlerngespräche. Ich

Flener: wünsche euch viele Bewerbungen, dass euer Netzwerk noch gut wächst. Ich komme nochmal zu dir als Person zurück.

Du hast ja am Anfang gesagt, was dich antreibt. Was ist so ein bisschen... Deine Vision, auch wenn wir nach vorne blicken für das Gesundheitswesen in 15 Jahren, ja, es soll gerechter sein, soweit habe ich es verstanden, aber sind da vielleicht noch so zwei Schlagworte, die für dich nochmal wichtig sind, dass wir darüber sprechen könnten, wenn wir in zehn Jahren nochmal zusammensitzen es ist besser geworden, woran würdest du festmachen?

Sattelberger: Ja, ich glaube, was das österreichische System auszeichnet ist ja wirklich eben dieser niederschwellige Zugang für fast alle in Österreich lebenden Menschen. Wenn ich da einen Vergleich mit Amerika ziehe, dann weiß ich, warum ich hier geboren sein will und das zu erhalten. Sehe ich einfach als enorm wichtig.

Woran würde ich es erkennen, dass gewisse Versorgungslücken, die sie aktuell auftun, sei es eben jetzt gerade in der psychischen Versorgung, in der Kinder- und Jugendmedizin, dass die nicht weiter aufgegangen sind, sondern geschlossen werden konnten. Das wäre eine Vision. Und so eben wirklich diese hohe Qualität, die wir in vielen Bereichen haben, wo ganz viele andere Länder mit Neid darauf blicken, wie wir da aufgestürzt sind, dass das dort eben auch gilt und diese hohe Qualität gehalten werden kann.

Ich

Flener: möchte mit dir zum Abschluss nochmal eine Kategorie aufmachen, die ich in meinem Podcast schon öfter hatte, so nach dem Motto, auf einen Kaffee mit. Und meine Frage wäre, mit welcher Person aus dem Gesundheitswesen würdest du gerne einmal auf einen Kaffee gehen und wenn ja, was würdest du ihr besprechen?

Sattelberger: Das ist so eine schwierige Frage gewesen. Ich weiß nicht, wie lange ich darüber nachgedacht habe. Weil es gibt, einerseits gibt es viele Personen, mit denen gehe ich auch auf einen Kaffee und dann mangelt es Zeit. Gehe mit manchen vielen Personen nicht auf einen Kaffee, obwohl ich es unendlich gern würde, wo sich aber diese Gelegenheit auch büte, dann habe ich darüber nachgedacht, ich würde eigentlich gern mit einer Patientin einem Patienten der Zukunft sprechen, um zu erfahren, was wirklich die essentiellen Punkte gewesen sein könnten.

Und jetzt ganz zum Schluss beim Herfahren ist mir noch eingefallen, dass ich gerade eine Person entdeckt habe, die ich noch nicht allzu gut kenne, wo ich aber ein YouTube-Video konsumiert habe von Professor Lilienfeld-Thual, die hat das Institut für Diversitätsmedizin an der Uni Bochum. Und mich interessiert eben dieser ganze Bereich Diversität, personalisierte Medizin, wie kann man das eben alles holistischer machen und dann eben auch diese Environments rundherum schaffen, die diesen Heilungsprozess unterstützen und diesen ganzheitlichen Ansatz und auch diesen Shift in Richtung Prävention.

Und da würde ich gern mit ihr darüber sprechen. Das stelle ich mir sehr interessant vor. Gut,

Flener: also dann drücken wir dir dafür die Daumen. Wir werden sie auch in unseren Postings einmal, sofern sie LinkedIn hat, verlinken. Dann kann sie sich ja bei dir dann melden Du bist ja schon über 25.000 plus eins, dann dementsprechend kommt jemand drüber.

Lena, vielen herzlichen Dank. Mir hat großen Spaß gemacht, in deine Welt einzutauchen, mehr über das Krankenhaus der Zukunft zu erfahren und auch eure Herangehensweise sowie auch SolarPlexus. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg. Ich wünsche dir viel Erfolg. Sage danke für die Einblicke und alles Gute.

Sattelberger: Danke dir, Dominik. Wirklich herzlichen Dank für dieses tolle Gespräch, das so kurzweilig war, dass ich die Zeit ganz vergessen habe und noch ewig weiter plaudern könnte. Danke für deine interessanten Fragen und eben auch das tiefer Eingehen. Ich glaube, das ist das, was deinen Podcast auszeichnet dass man sehr viele verschiedene Perspektiven gewinnen kann, aber eben auch tiefer schürft.

Also danke für dieses Gespräch.

Flener: Danke dir.