Apothekenmarkt: In Zukunft nur Versand? [>] Dominique Ziegelmayer, DatamedIQ
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Apothekenmarkt: In Zukunft nur Versand? [>] Dominique Ziegelmayer, DatamedIQ

Flener: Wer krank ist, braucht meistens etwas aus der Apotheke. Aber immer mehr Menschen gehen nicht in die Apotheke, sondern bestellen online. Wie sich der Apotheken-Versandhandel in den letzten Jahren entwickelt hat, welche Player den Markt aktuell bestimmen und welche Chancen auch stationäre Apotheken haben, darüber spreche ich heute mit dem Versandhandels-Insider Dr Dominik Ziegelmeier.

Bei

einer neuen Episode des Healthcare Changers Podcasts Hier bekommt ihr eure Dosis Inspiration und Wissensvorsprung zu den dynamischen Veränderungen und Erfolgsfaktoren im Gesundheitswesen. Mein Name ist Dominik Flehner. Ich bin Geschäftsführer der Healthcare Consulting Group und Host dieses Podcasts.

In der heutigen Episode mit Dominik Ziegelmeier von DataMate IQ tauche ich in den Apotheken Versandhandel in Deutschland und Österreich ein. Wir sprechen über die Balance zwischen Offizienapotheke und Online-Apotheke, gehen der Frage nach, ob Online-Apotheken profitabel sind und analysieren den Hoffnungsträger der rezeptpflichtigen Produkte.

Und für alle Zahlenfans teilen wir Marktdaten sowie Infos zu Kundenverhalten. Bevor es losgeht, noch eine kleine Einladung. Folge diesem Podcast, um keine neue Episode zu verpassen. Und schreibe mir gerne dein Feedback an podcast.healthcarechangers.com Und jetzt geht es ab in das heutige Gespräch mit Dominik Ziegelmeier.

Dominik hallo, herzlich willkommen bei mir im Podcast. Schön, dass du dir Zeit genommen hast, heute mit mir zu plaudern. Hallo Dominik vielen Dank für die Einladung. Ja, zwei Namensvettern, die heute über das Thema Versandhandel in der Apotheke sprechen. Ich freue mich sehr auf den Austausch mit dir. Wir haben uns kennengelernt über eine Veranstaltung von Insight Health in Österreich und bin dann ein bisschen in Kontakt geblieben, habe verfolgt was du machst und finde, dass ihr als Unternehmen sehr spannende Insights gebt, was den Versandhandel betrifft der Online-Apotheken.

Und insofern darf ich dich um eine kurze Vorstellung bitten. Wer bist du, was machst du persönlich und was macht auch dein Unternehmen Data mit IQ?

Ziegelmayer: Ich bin Dominik Ziegelmeier, der Geschäftsführer der DataMidIQ. Ich habe die DataMidIQ vor jetzt rund sieben Jahren gegründet damals mit den größten Online-Apotheken aus Deutschland.

Das ist einmal die Shop-Apotheke, heute auch als RedCare bekannt, die DocMorris früher noch die Zurose und früher gab es auch noch als Gründungsgesellschaft die MedPacks, die dann aber kurz nach unserer Gründung rübergegangen ist in die Zurose. Genau, was machen wir? Ich würde sagen, wir sind der Goldstandard für e-Pharmacy Insights.

Das klingt sehr hochtrabend kann man ganz schnell erklären. Wir arbeiten mit 19 der Top 25 Online-Apotheken hier in Deutschland zusammen, bekommen von denen Bestelldaten Informationen zu KäuferInnen-Strukturen und eben auch regionale Informationen, also wohin wurde geliefert und solche Dinge. Und daraus bauen wir verschiedene Datenbasen aus, die wir dann wiederum an die Industrie verkaufen und im Einfachsten werden diese Daten einfach fürs Benchmarking genutzt.

Also ein Bayer möchte wissen, wie ist mein Anteil im Schmerzmarkt und wie sieht der von Teva aus zur gleichen Zeit. Und genau, wo man die Datenbasen eben auch noch sehr stark einsetzt, ist im Marketing zur Bewertung von Kampagnen und ähnlichem.

Flener: Gut, wir schauen uns heute den Apotheken-Versandhandelsmarkt an und was glaube ich wichtig ist nochmal zu unterscheiden, dass ja viele der Daten, über die wir heute auch exemplarisch sprechen werden, den deutschen Markt betreffen.

Kannst du vielleicht ganz kurz einen ersten Blick darauf geben, deutscher Markt und auch österreichischer Markt, damit auch jetzt vielleicht österreichische Zuhörer die jetzt sich denken, okay, den muss ich gleich wieder abschalten, was dann doch da dabei ist vielleicht zu dieser Relation der beiden Länder zueinander.

Ziegelmayer: Ja, sehr gerne. Also wir, echte Daten haben wir tatsächlich nur für den deutschen Markt aktuell. Wir sind zwar im Prozess der Internationalisierung und gucken uns natürlich viele Märkte an. Wir sprechen auch durchaus mit Playern in Österreich und Co., um besser zu verstehen, wie entwickeln sich Märkte. Also generell ist es so dass wir aber eine ganz gute Einschätzung von Österreich haben, weil, und das wissen die österreichischen Pharmaunternehmen und Player im Markt, wir haben eine Apotheke, die dort recht dominant ist, die Shop-Apotheke, die zu einem unserer Gesellschafter gehören.

Und dementsprechend wissen wir schon grob was dort passiert, weil wir natürlich liebend gerne mehr über Österreich sagen würden, die Shop-Apotheke in diesem Markt aber einfach so stark ist, dass wir vermutlich über Entwicklung der Shop-Apotheke sprechen würden und nicht mehr über österreichische Entwicklungen.

Aber vielleicht mal so ganz grob wo stehen wir so in Marktgrößen? Deutschland ist natürlich mit rund 84 Millionen Einwohnern In etwa zehnmal so groß wie, jetzt muss man überlegen, wie man sagt, ich würde gerade sagen, die kleine Schwester Das klingt nicht respektierlich, so ist es in keinem Fall gemeint.

Aber was eben spannend ist, ist, die Länder sind eben sehr ähnlich, also nicht nur sprachlich, sondern in vielen Dingen. In einigen Dingen unterscheiden wir uns auch ganz stark noch, würde ich sagen. Grundsätzlich ist es so, dass, aber man auch die Marktgrößen vergleichen kann. Also Deutschland, da sind wir jetzt mit Rx bei einer Marktgröße von etwa 4,2 Milliarden Euro.

Und in Österreich, den Markt schätzen wir auf etwa 300 Millionen Euro. Also ungefähr ein Zehntel, ein bisschen weniger als ein Zehntel das passt ungefähr zu den Einwohnerzahlen Und es zeigt aber auch, also insbesondere wenn wir jetzt den OTC-Umsatz nehmen würden, dass wir die Länder zumindest als vergleichbar einschätzen.

Also wenn wir diesen OTC, BPC und so weiter Fokus rüber nach Österreich spiegeln, dann ist das ähnlich. Der Markt ist noch ein bisschen geringer wächst aber durchaus auch dynamisch. Wir glauben, dass wir von 23 auf 24 in Österreich ein Wachstum von 14 Prozent gesehen haben. Das entspricht ungefähr dem Consumer Health Care, also OTC, BPC, Nahrungsergänzungsmittelwachstum, das wir auch in Deutschland sehen.

Das Rx-Wachstum ist nochmal ein bisschen höher, kommen wir vielleicht später nochmal zu sprechen, aber generell strukturell sind aus meiner Sicht die Länder sehr ähnlich.

Flener: Jetzt hast du ja gesagt, ihr habt 19 Versandhändler, die sozusagen bei euch sozusagen die Daten einliefern von 15 Das heißt, ihr deckt den Großteil ab, weil die ganz Großen sind ja bei euch dann auch dementsprechend dabei.

Was sind ein bisschen, also kannst du da ein bisschen so eine Einschätzung geben, wie groß sind die Großen im Vergleich dann vielleicht auch ein bisschen zum Rest, weil so wie du es gesagt hast in Österreich haben wir ja mit Redcare einen ganz dominanten Player, Shop-Apotheke und dann kommt lange nichts und dann kommen die anderen Player, wie ist diese Verhältnismäßigkeit in Deutschland, ist da auch ein Player so mit Abstand vorne weggezogen oder wie ist dort die Struktur?

Ziegelmayer: Also wir haben in Deutschland generell und ich hoffe, das sind die richtigen Zahlen, hoffe ich, weil das ist sehr abstrakt. Ich glaube, wir haben 3000 Apotheken mit Versandhandelserlaubnis Wir haben ungefähr 300, die Versandhandel auf irgendeinem Niveau betreiben und 30, die ernstzunehmend sind. Also das ist erstmal überhaupt, der Markt ist relativ konzentriert.

Diese 30 stehen für etwa 90 Prozent des Gesamtumsatzes im Apotheken-Versandhandel Redcare, DocMorris und Apocom machen zusammen etwa 55% dieses Marktes also die ersten drei Player stehen für über 50% des gesamten Umsatzes im E-Pharmacy-Markt in Deutschland und wenn wir, das ist jetzt eher die freiverkäufliche Sicht auf die Dinge, wenn wir in das Rx In den X-Bereich gehen, würde ich sagen, wird der Markt weitestgehend von Redcare und DocMorris gemacht in Deutschland.

Da haben wir dann fast so Verhältnisse wie in Österreich, wo Redcare und es gibt verschiedene Schätzungen und ich werde mich auch darauf nicht einlassen, weil ich bin ganz offen, ich kenne die Zahl für Österreich nicht genau, aber es ist auf jeden Fall eine dominante Position von Redcare. Da würde ich sagen, dass die weit über 50 Prozent, eher in Richtung 80 Prozent vielleicht des Marktes machen, aber was, also auf deine Frage in Deutschland, wir haben also eine sehr starke Konzentration der großen Gruppen fast so groß wie in Österreich.

Flener: Was einen interessanten Punkt dann mit sich bringt, dass ja dann trotzdem das Versandhandels-Apothekengeschäft wirklich ein Geschäft von ein paar Playern sind, die nichts anderes machen. Wir haben ja auch in Österreich, so wie du vorher die, glaube ich 1300 Apotheken die halt auch Versandhandel registriert sind, haben wir eine ähnliche Situation in Österreich.

Da haben wir auch rund 100 Apotheken, die dafür registriert sind. Aber das ist eigentlich kein eigenständiges Geschäftsmodell, sondern in den meisten Fällen ist halt eine Ergänzung im Sinne der Servicierung meiner Apothekenkunden. Sonst ist es wirklich ein Spezialistengeschäft, wo alle anderen eigentlich nicht mitmischen, sondern ein bisschen so der Winner takes it all oder zumindest die großen Player machen das.

Ziegelmayer: Ja, also das sehe ich definitiv. Das wird auch immer stärker muss man sagen. Also wenn wir so in die Zukunft gucken, es gibt eben Trends wie Retail Media. Ich weiß nicht genau, ob das Thema bekannt ist, also im weitesten Sinne Werbung auf den Seiten dieser Retailer. Und das ist natürlich etwas, was mit Reichweite verbunden ist.

Also wenn ich eine kleine Apotheke bin, kann ich dieses Spiel sicherlich nicht mitspielen. Und wenn wir uns das aus anderen Bereichen angucken, Amazon beispielsweise macht einen Großteil seines Gewinns nicht mit dem Produktverkauf, sondern eben mit Werbung auf Amazon.com, also mit Retail Media Maßnahmen.

Und wenn wir das sehen, also die Entwicklung. Es geht immer mehr in diesen Bereich, the winner takes it all. Ich glaube, kleine Apotheken können auch überleben, aber müssen sich ihre Nische suchen. Sei es dann eben Nahrungsergänzungsmittel oder spezielle Bereiche, Beauty, was auch immer. Da gibt es oder Homöopathie.

Also es gibt ganz viele Nischen die auch Sinn machen, für kleinere Player mitzugehen Aber ich glaube, wenn wir über die breite Strategie gehen, ich bin einfach ein Vollsortiment und auch aufs Vollsortiment bedacht, eine Online-Apotheke, ja dann wird es immer weiter oder immer schwieriger.

Flener: Was aber auch dann bedeuten würde eigentlich, das ist ja auch einfach eine Größenfrage, es ist ja eine Kapitalfrage, das ist ja auch das Thema, ich habe das immer mal sehr interessant gefunden, ich war bei einer Veranstaltung und ein Apotheker hat sich darüber beschwert, dass jetzt einmal auch die großen Versandapotheken das mit direktem Geldverdienen ein anderes, also nicht so dringend ist wie vielleicht beim einzelnen Apotheker, sage ich, ja es sind ganz andere Geschäftsmodelle, das ist Venture Capital dahinter etc.,

es ist einfach ein anderes Modell. Was aber dann schon noch bedeuten würde, wenn ich jetzt ein bisschen in die Zukunft schaue und ohne jetzt deinen, sage ich mal, Mitgesellschaft auf den Fuß zu steigen Aber denke ich doch, dass wir wahrscheinlich noch eine Konsolidierung sehen werden, dass da nochmal der ein oder andere Player wahrscheinlich sich nochmal zusammenschließen wird, um in diesem Match nach Größe, nach Kapitalkraft auch dementsprechend sich positionieren zu können.

Ziegelmayer: Ich glaube, also ob es der Zusammenschluss ist, das weiß ich nie so genau. Also es gibt ja auch immer diese Fantasien, also ich kommentiere das weder, also Fantasien einfach nur, weil es keine Fakten sind, dass eine Shop-Apotheke einen Doc Morris kauft oder ein Amazon eine Shop-Apotheke kauft oder was auch immer.

Also alles nicht unmöglich. Insgesamt sehen wir aber, dass es immer weniger Käufer gibt für diese Apotheken. Es gibt etliche Apotheken die aus meiner Sicht zum Verkauf stehen, national und international. Und es gibt schon wenige oder weniger Investoren, die eben sagen, na das machen wir jetzt. Und es ist auch immer die Frage, macht es für eine Shop-Apotheke Sinn, einen Doc Morris zu kaufen mit anderen Strukturen mit vielleicht auch Konsolidierungsherausforderungen, die man so selbst nicht hat?

Oder macht es mehr Sinn, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, profitabel zu werden oder zu bleiben in bestimmten Bereichen und den natürlichen Verdrängungswettbewerb anzufeuern? Und dann frage ich mich auch immer noch. Es gibt auch etliche Szenarien, in denen ein Doc Morris und eine Shop-Apotheke immer noch als zwei Player im Markt operieren werden, auch in 10, 15 Jahren, aber vielleicht die kleineren Apotheken inzwischen gestorben oder geschluckt wurden.

Schlucken ist, glaube ich eine Sache, die wir als Trend ja nicht mehr so stark sehen. Die Zurose hat früher sehr viel zugekauft und integriert. Das ist etwas, was wir immer weniger sehen. Also es wird, wenn dann vielleicht eine Portfolioerweiterung, wenn wir uns die Shop-Apotheke angucken dass sie das Rx-Geschäft in der Schweiz anders befeuern über Zukäufe, aber dass man wirklich sagt, um in unserem Kerngeschäft zu wachsen, kaufen wir eine Online-Apotheke in Deutschland.

Ich bin nicht sicher, ob das der Ansatz ist, den wir weiter sehen. Aber ja, aus meiner Sicht wird es mehr Konsolidierung geben. Winner takes it all, wie du eben gesagt hast. Und die spannende Sache ist, wir reden jetzt über etablierte Player. Es gibt aber ja auch ganz viele, die in den Startlöchern stehen oder die vielleicht noch gar nicht diskutiert werden, die aber den Markt vielleicht doch nochmal diskutieren.

Flener: Gut, ja wenn man den Medien folgt gibt es einen, der hat zwei Buchstaben und wird heiß diskutiert ja, ist der DM, Drogeriemarkt. Und wie ist da so dein Blick auf diesen Player? Weil die ja schon nochmal mit einer sehr spannenden Zweifachstrategie dieses Click-and-Collect-System, diese vielen Shops auch natürlich in weiterer Folge auch im österreichischen Markt durchaus interessant, wie weit dann die DM dann dort dementsprechend mitspielen würde.

Wie ist da so dein Blick auf DM?

Ziegelmayer: Also ich glaube, dm hat eine gute Startposition erstmal. Die haben einen riesengroßen Shop, die sind bekannt für das Thema Gesundheit im weitesten Sinne, haben eine sehr treue Käuferschaft glaube ich im FMCG-Bereich oder im Mass-Market gute Kontakte zu vielen Herstellern also insofern eine gute Absprungbasis um in diesen Markt zu kommen.

Es ist eine große Frage, wie die sich etablieren werden. Aktuell ist es eben eine Versandapotheke und nach deutschem Recht ist das auch erstmal schwieriger das zu ändern. Natürlich könnte ich mir vorstellen, dass es Click-and-Collect-Szenarien gibt, vielleicht auch welche, die Sinn machen, aber jetzt aus meiner Sicht, warum sollte ich etwas mit einer Verzögerung in ein DM liefern lassen, um es da aus dem Schließfach rauszuholen, wenn ich es auch zu mir nach Hause liefern lassen kann?

Also der Zwischenschritt ist mir noch nicht so ganz klar. Wenn wir irgendwann hinkommen und die Gesetzgebung sich anpasst durch massive Lobbyarbeit und so weiter, dass man also in die DM-Filiale gehen kann und da Dinge wie ein Ibuprofen aus dem Automaten holen kann, also jetzt wirklich mal abstrakt gedacht.

Wir wissen, das ist heute nicht möglich und es hat mit Sicherheit auch gute Gründe, dass das nicht möglich ist, aber dann könnte man eben schon davon ausgehen, dass so ein DM nicht nur einer Versandapotheke eine gewisse Konkurrenz bereitet, sondern eben auch dem Offizienapotheker. Also ich habe, wenn ich mit Verbänden rede, dann gilt DM immer als neuer gemeinsamer Feind.

Also früher war es immer die Offizienapotheker gegen die Versandhändler und inzwischen hat man so das Gefühl, dass alle sich vorbereiten als DM der Feind Der Versandapotheken und der Offizienapotheken. Am Ende gibt es aber alle Szenarien Wir haben auch vor drei Jahren gesehen, wie Douglas versucht hat, in den Beauty, in den Dermokosmetikmarkt einzusteigen Und damit alles andere als erfolgreich war, also eine Apotheke gekauft hat, dann versucht hat, dieses Geschäft in Deutschland zu etablieren und auch da hätte ich gesagt, ein genialer Move von Tina Müller, weil man hat schon diese Mass-Market-Kunden, die Beauty-affin sind und jetzt kann man Marken wie Eucerin und La Roche-Posay auf einmal legal ohne Graumarktgeschäfte irgendwie in die Ladentheke kriegen, aber das Geschäft ist vollkommen schief gegangen.

Da gibt es andere Gründe für und wenn du meine Meinung hören willst, ich diskutiere das wirklich sowohl mit Offizien-Apothekern als auch mit Online-Apotheken, ich glaube die EM hat eine gute Chance. Eine gute Chance und aus Konsumentensicht, und auch da möchte ich meinen Gesellschaftern nicht zu nahe treten, weil ich glaube, da gibt es alle Ansichten drauf, aber aus Konsumentensicht kann das durchaus Sinn machen, zu sagen, ich bin sowieso schon DM-Kunde, also bin ich in der App und mache das.

Man sieht aber auch, dass zum Beispiel eine Shop-Apotheke inzwischen oder Redcare zu einem Namen als erste Anlaufstelle für Health geworden ist. Also insofern es bleibt total spannend und ich glaube, gerade die Adaptionsphase am Anfang, die ist spannend. Und dann nochmal die Herstellerperspektive ich spreche auch mit vielen Herstellern über DM.

Allen ist klar, sie können nicht ohne starten, also jeder ist mit dran, sich mit DM zu unterhalten, aber alle haben auch Angst vor der Marktmacht von einem DM. Und auch da reden wir über Dynamiken, die durchaus schief gehen können, weil wenn DM dann auf einmal sagt, naja, das sind die Konditionen Leute, also das, was man im Mass-Market macht, entweder ihr wolltet gelistet werden oder lasst es halt sein, dann kann man sich auch vorstellen, dass Hersteller irgendwann sich zusammentun und sagen, wir listen uns nicht mehr bei DM.

Das macht für uns keinen Sinn mehr.

Flener: Da bin ich ja gespannt, wie sich das entwickeln wird, weil ich kann mich nur erinnern, so die ersten Online-Versand-Apotheken in Österreich und wenn du dann einen Hersteller gefragt hast und gesagt hast, ja, arbeitest du mit denen zusammen, dann war immer, nein, nein machen wir nicht.

Also unser Preferred-Partner ist die stationäre Apotheke. Irgendwann ging es mal nicht mehr anders. Und das schon ganz interessant ist, auch wenn ich dann mit meinen Kunden darüber spreche, zu sagen, okay, was bedeutet das aber? Was bedeutet es, wenn es eine große Online-Apotheke ganz egal welchen Namen sie trägt, aber zentral aus einer bestimmten Region in Europa, in alle anderen Länder.

Ich kriege ja plötzlich als Hersteller einen ganz starken Abnehmer Mit allen Vor- und Nachteilen. Ich denke ja dann nicht mehr lokal, sondern denke ich ja jetzt als Pharmaunternehmen nicht, das ist Österreich oder Deutschland und meine jeweils stationären Apotheken, sondern es ist mein europäischer Versandhandelspartner, der natürlich ab dem Zeitpunkt über Mengen und Konditionen und eben wie du sagst, kommen dann Listungspreise, damit ich in dem Shop überhaupt gelistet bin etc.

Also das wird sicher eine spannende Frage werden und da habe ich zumindest manchmal das Gefühl und das wäre interessant, wie du das siehst dass die Industrie da sich so mittelmäßig auf diesem Gedankenweg schon befindet. Dieses Verständnis so, warte mal, ich kriege dort eigentlich einen globalen Partner mit allem für und wider.

Ziegelmayer: Ja, also diese Gespräche kenne ich auch. Ich weiß noch, als ich vor sieben Jahren angefangen habe, war es recht häufig, dass wir zu Herstellern gingen, die auch über die Offizien groß geworden sind und gesagt haben, wir kaufen eure Daten nicht oder wir investieren nicht in diesen Markt, weil wir sind ein Offizienunternehmen.

Wir sind groß geworden mit der Offizien und wir halten der Offizien die Treue. Und das ist auch total fair. Aber was ich merke inzwischen haben wir das gar nicht mehr. Also die sind immer noch, die Offizien ist stark, die steht für 75 Prozent des Umsatzes in Deutschland. Nur ein Viertel oder man kann es so und so sehen, passiert online.

Aber dieser Bereich ist eben ein Viertel ein Viertel meines Umsatzes mit einem Wachstumsszenario das deutlich attraktiver ist, als das der Offizien. Das passiert online. Und deswegen, wie die Hersteller heute sind und wie wir die auch beraten, ist, dass wir sagen, seid da, wo eure Kunden sind. Und genau das wird auch das sein, was mit dm ist.

Und das merke ich auch, wenn ich jetzt mit Herstellern rede. Einige sind schon auch noch zurückhaltend und sagen, ob wir DM machen und Konditionsmodelle und mhm, also noch nicht, aber es wird ja kommen. Aber allen ist klar, sie können diese Kanäle nicht auslassen. Das heißt, ich meine nur, was spannend wird, ist, wenn irgendwann die Handschellen angezogen werden.

Und das sehen wir auch schon bei Online-Apotheken Auch in Deutschland gibt es Online-Apotheken, die so ein bisschen den Friss oder Stirbansatz bei Konditionen fahren. Also ich weiß ganz genau, die Hersteller reden über die recht schlecht und sind auch da, wenn es um Investitionen geht, sagen dann, das weiß ich nicht, ob ich da investiere.

Und dann gibt es andere, die noch sehr agil sind, die die Dinge mit diesen Herstellern noch durchaus auf Augenhöhe verhandeln und die eine ganz andere Beziehung aufbauen können. Nur am Ende reden wir über Sichtbarkeit über Absatz. Also einem Hersteller dem hilft das nicht, dass er ein nettes Gespräch mit einer Online-Apotheke hat, sondern dem hilft, Verkäufe zu machen.

Und wenn die Verkäufe auf dm stattfinden und die Wahrscheinlichkeit ist ja durchaus da, dass das funktioniert, dann wird das ein Kanal, den alle bespielen müssen. Wenn dm in Deutschland erfolgreich ist, das wäre doch utopisch zu sagen, ihr habt nicht morgen dasselbe Thema in Österreich, ob es dm ist oder ob es irgendeine andere Handelskette ist.

Wenn dm in ein Kanal, bespielen, den alle Und das wird gerade getestet.

Flener: Ja, und ich finde, der spannende Punkt, so wie du vorher gesagt hast man sucht sich immer einen gemeinsamen Feind oder schaut halt. Und das habe ich immer faszinierend gefunden in all den Jahren. Man hat immer ein bisschen das Gefühl, auch österreichische stationäre Apotheken hoffen ein bisschen, dass sich das mit dem Internet nicht durchsetzen wird, weil dann kommt halt der Versandhandel nicht.

Und das finde ich oft interessant, dass eben ein bisschen so wie das Schreckgespenst vor der Schlange also nach dem Motto, man steht davor, man fürchtet sich sehr viel, und aber auch verhältnismäßig wenig konstruktive Lösungen da sind. Weil ich werde auch noch immer wieder gefragt, warum gibt es nicht von den öffentlichen Apotheken, zum Beispiel in Österreich, eine sinnvolle gemeinsame Shop-Lösung?

Ich meine, wir haben immerhin 1400 öffentliche Apotheken aber es gibt einfach nichts. Es macht jeder so ein bisschen seinen eigenen Shop. Und gut, wenn man einmal verstanden hat, wie Online-Business funktioniert mit einem Internet, Maximalem Maß an Automatisierung, dann weiß ich einfach, dass das aus den Räumlichkeiten der Apotheke heraus so nicht funktionieren kann.

Sie haben ja viele

Ziegelmayer: Ansätze dieser Kooperation oder dieser, ich würde mal sagen gesund.de oder solche Dinge, die Plattform. Also meine Sicht auf diese Dinge ist, es funktioniert leider in Deutschland nicht so richtig gut. Und ich verstehe auch nicht genau, warum, weil wir teilweise auch große Verläge wie Burda dahinter haben, wo man sagt, eigentlich müssten die die Power haben, Online-Marketing richtig zu befeuern, aber sie kriegen es nicht hin.

Die, die das am ehesten vielleicht im Moment hinbekommen, sind tatsächlich wieder die großen Versandapotheken die zunehmend eben auch sagen, wir haben ein Distributionsproblem oder wir müssen, um Ad-Hoc-Medikationen interessant zu machen, müssen wir Kooperationen mit lokalen Apotheken haben. Da gibt es Chancen aber natürlich auch einen gewissen Margendruck und Co.

Aber genau wie du sagst ich glaube, wichtig ist, also was ich jedem Offizienapotheker raten würde, ist genau das, nicht meckern Es gibt so ein schönes Sprichwort, das spiele ich in ganz vielen Kontexten immer hinten auf meinen Folien. Wenn der Sturm aufzieht dann gibt es Leute die bauen Schutzwelle und es gibt Leute die bauen Windmühlen.

Und vielleicht sich zu überlegen, Wo ist unsere Stärke? Wo ist unsere Nische? Anstatt zu versuchen zu verhindern, weil es gibt so viele Themen, in denen sich diese Systeme total ergänzen. Ich sage dir ganz ehrlich, ich bin hochgradig online. Ich bestelle alles online. Wenn es um Medikation geht, bin ich 80% Offizienkunde.

Weil es so viele Dinge gibt, die Sinn machen, nochmal kurz mit dem Apotheker zu besprechen und so weiter. Die 20% sind meine Reiseapotheke im Grunde oder total planbarer Bedarf. Da bin ich oft, oder wenn ich in Dermokosmetik denke oder Nahrungsergänzungsmittel, wo es richtig teuer wird, da bin ich dann so ein Stück weit und sage, ja, ist ja schön dass der niedergelassene Apotheker an der Orthomolpackung gut verdient.

Aber es macht für mich keinen Sinn, die da zu kaufen, sondern die kaufe ich vielleicht mit einem 10-15% Off im Versandhandel. Und wenn ich nicht da kaufe kaufe ich es morgen bei dm oder irgendwo anders.

Flener: Aber das bringt mich zu einem spannenden Punkt, was ja auch seit vielen Jahren diskutiert wird, diese Ausdifferenzierung.

Am Anfang hatte ich so das Gefühl, Online ist einfach billiger. Also sagen Prozent, Prozent, Prozent. Und das ist, glaube ich auch in Deutschland, dem Affinderland des Discounters, ist, glaube ich Preis ein irrsinniges Thema. In Österreich sind wir, glaube ich auch relativ preisaffin vielleicht nicht ganz so extrem.

Da habt ihr, glaube ich dann Zahlen noch dazu. Aber der spannende Punkt ist trotzdem, mittlerweile ist es aber nicht mehr so, dass ich ja nur über die Marge gewinne, sondern diese Positionierung Was siehst du da? Wie weit haben sich da Versandhändler aufgestellt? Weil du hast vorhin gesagt, manche sind dann ein bisschen von der Bildfläche verschwunden weil die halt nur billig billig billig waren.

Dieses Differenzierungsthema und wo bleibt dann vielleicht aber noch auch die Lücke für die stationäre Apotheke

Ziegelmayer: Also ich, ja, zunächst mal die Deutschen sind definitiv getrieben vom Preis. Also wenn wir Umfragen machen, dann sind die Deutschen 75 Prozent sagen, ich kaufe online, weil es ist günstiger.

Aber der zweite Grund, und das ist der total wichtige, und das ist auch der Wachstumsgrund, würde ich sagen, ist Convenience Ich muss das Haus nicht verlassen. Ich kann sehen, was in der Kategorie noch angeboten wird. Ich sehe Kundenbewertung. Also ich gehe, wenn ich in die Offizien gehe und sage, ich brauche ein Ibuprofen, dann wird mir irgendeins auf den Counter gelegt.

Und vielleicht frage ich noch, ist das das Günstigste oder irgendwas. Aber ich frage nicht, gibt es da noch irgendwie ein Sinophren oder gibt es irgendwie ein Nurofen mit irgendwie einem Ding Wenn ich in die Kategorie online gucke, kann ich das besser sehen und kann sagen, ach, guck mal, das lässt sich viel leichter einnehmen.

Das ist doch was, was funktioniert Was ich eher nehmen sollte und dann vielleicht noch mal die österreicher sind glaube ich ähnlich aber was wir bei den österreichern zum beispiel noch total sehen das ist super interessant weil du eben gesagt hast Die hoffen auch immer, dass das Internet weggeht, also zumindest die Offizienapotheken.

Es ist tatsächlich so, dass ihr in Österreich noch ganz viel googelt ist das eine vertrauenswürdige Apotheke beispielsweise, Red Care vertrauenswürdig. In Deutschland ist das zumindest nach meiner Einschätzung gar kein Thema mehr. Online-Apotheken sind raus aus der Schmuddelecke. Das ist ein, also ein Doc Morris macht hier seit, keine Ahnung, wie viele Hunderten Jahren, wollte ich gerade sagen, aber für mich, in meinem halben Leben sehe ich irgendwo Plakate von Doc Morris.

Das ist für mich ein ganz elementarer Teil der Gesundheitsversorgung und so nehmen es in Deutschland auch viele wahr. Und tatsächlich haben wir auch in Deutschland Studien gemacht zur Versorgungslage, dass die Online-Apotheken inzwischen ein wichtiger Teil der gesamten Versorgungskette sind. Also, dass wir Natürlich könnten wir es wahrscheinlich auch nur über die Offizien abbilden, aber es ist für ganz viele Leute, die eben nicht so den direkten Zugriff zu Medikationen haben, sich vielleicht nicht so bewegen können oder Schamthemen, Stigmathemen haben, für die ist die Online-Apotheke ein wichtiger Teil der Versorgungslage.

Und dann vielleicht nochmal, wie sieht das aus, wie differenzieren die sich? Ja, Apotheken gehen immer mehr in das Thema zumindest einige Service, Beratung und das passt natürlich auch zu diesem Rx-Ansatz, also zum Vertrieb von verschreibungspflichtigen Medikationen weil die sehen sich immer mehr als Berater.

Wenn du heute auf die, wenn du googelst und sagst Diabetes, Symptome oder Beheben, ich wette mit dir, dass entweder von RedKids Oder Doc Morris beispielsweise eine Seite als Ratgeber Seite hochkommt, inklusive Angeboten, was man dagegen tun kann. Preis, glaube ich, ist insofern für die großen Apotheken kein guter Ratgeber und das sieht man auch, weil Preis bedeutet wenig Chance zur Profitabilität aus meiner Sicht, weil du bist immer am Ende deiner Konditionen du frisst deine Marge auf, du musst super effizient arbeiten und das lässt dir natürlich wenig Raum, irgendwann auch mal Kampagnen oder Ausgaben zu reduzieren.

Während wenn du bekannt bist als der Startpunkt für Health, also ich weiß gar nicht, ich glaube beide Apotheken haben so einen Slogan One Stop Health oder irgendwie sowas in der Richtung, also ich gehe da hin mit meinem Gesundheitsthema zu DocMors und ich nehme mal andere mit rein, zu ApoCom, zu Medikamente per Klick zur Shop-Apotheke zu wem auch immer oder zu in Österreich vielleicht Famida oder Apotheke.at.

Dann habe ich die Möglichkeit, diese Kunden natürlich anders zu binden, als wenn ich nur über den Preis gehe. Weil der Preiskunde, der nutzt eine Preissuchmaschine, der ist heute bei DocMorris und wenn morgen DocMorris sagt, wir können diese Konditionen nicht mehr matchen weil wir brauchen Geld, um Fernsehwerbung zu schalten, dann ist der weg.

Flener: Aber seht ihr das eigentlich, also zwei Fragen, die sich jetzt für mich daraus ergeben. Der eine Punkt ist, seht ihr... Jetzt sage ich mal, der durchschnittliche Online-Kunde, wie viele Online-Apotheken-Accounts hat der? Formulieren wir es mal so. Also wenn ich jetzt online shoppe, könnte ich sagen, gut, ich habe meinen Amazon-Account, wo ich halt viele Sachen einkaufe.

Und das ist halt super convenient, daher ist der auch schon mittlerweile abgelöst. Bei vielen Produktsuchen hat ja auch die Amazon-Suche schon die Google-Suche abgelöst Wenn man schaut, okay hat es Amazon, weil das so einen hohen Trust hat im Sinne von Verfügbarkeit. Jetzt wird es bei vielen noch Temo und Shein und diese Dinge gegeben haben als ergänzend.

Und wie ist das im Apotheken-Versandhandel? Habt da Informationen dazu, wie viele Accounts hat so ein durchschnittlicher Deutscher oder Österreicher?

Ziegelmayer: Also wenn wir fragen, wir machen so Umfragen einmal im Jahr und fragen, hast du in letzten zwölf Monaten in einer Apotheke eingekauft hast du in mehreren eingekauft?

Also die, die sagen, ich habe in einer eingekauft das sind wenn ich mich nicht irre, ungefähr ein Drittel Das heißt aber auch, dass wir über 60 Prozent haben, die innerhalb von zwölf Monaten bei zwei Apotheken einkaufen. Jetzt ist an dieser Umfrage aber eine Sache total schwierig. Wie nimmt ein Verbraucher eigentlich eine Apotheke wahr?

Also wenn der bei Amazon morgen ein Nahrungsergänzungsmittel, ein Elotrans Reload bestellt, was von Stada ist oder irgendwas und noch eine Sonnencreme kauft, hat er das Gefühl, er hat bei einer anderen Apotheke eingekauft oder nicht? Das wissen wir nicht. Da gibt es vielleicht noch andere Beispiele. Wenn er auf dm kauft, glaubt er heute schon, dass er bei einer Online-Apotheke kauft.

Die Frage muss man sich stellen. Und dann, glaube ich wiederum hängt es total an der Apotheke Also es gibt Kunden, Kundinnen, muss man ja mal sagen, Kundinnen, die kaufen bei mehreren weil sie preisaffin sind und wir sehen dass durchaus das Thema Preis zeitweise eine sehr hohe Bedeutung auch hatte, also durch gestiegene Kosten und so weiter.

Es ist jetzt wieder ein bisschen entspannter und dann die Preiskunden, die wechseln eben häufiger und wir wissen, dass die Kunden so ungefähr dreimal pro Jahr bestellen, also zumindest das geht aus unseren Zahlen hervor, drei bis viermal vielleicht und dementsprechend kann es eben auch sein, dass ich dann sage, ich kaufe, wenn ich preissensitiv bin, bei drei oder vier verschiedenen Apotheken.

Aber die Deutschen sind halt unheimlich convenient. Ich persönlich habe zwei Accounts Und ich nutze einen. Ich erzähle jetzt nicht mehr, welcher Apotheke ich kaufe.

Flener: Jetzt geht es in die interne Rüge. Aber ich glaube, das ist der Punkt. Es beginnt ja dann. Was war mein Login? Wo war ich? Und deswegen glaube ich, ist dieser Kampf um den Homescreen am Handy, sage ich einmal, mit der jeweiligen App.

Das ist natürlich ein brutaler Kampf, der dann dementsprechend stattfindet. Und das bringt für mich nochmal einen Player mit auf das Tapet Du hast es gerade auch gesagt, so nach dem Motto, bin ich mir bewusst, wenn ich bei Amazon jetzt Apothekenprodukte bestelle, dass das jetzt auch eine Online-Apotheke vielleicht war, etc.

Welche Rolle spielt nochmal jetzt in diesem gesamten Versandhandelsthema Amazon? Das ist ein bisschen so der Elephant in the Room. Alle sagen, groß, dann nein, bringen es aber eigentlich nicht hin und dann doch wieder hin und so. Also es geht ein bisschen hin und her. Kannst du uns bei der Verortung von Amazon im Versandhandel nochmal helfen?

Ziegelmayer: Also es kommt immer darauf an über welches Portfolio wir sprechen. Wenn wir über OTC, also Rx, brauchen wir gar nicht drüber zu sprechen. Geht natürlich nicht. OTC... Schon schwierig, weil im Grunde kannst du über Amazon OTC Präparate kaufen, aber nur im Marketplace-Bereich weil OTC muss über eine Apotheke abgegeben werden.

Das heißt, wenn du ein Ibuprofen dort einkaufst, dann wirst du immer sehen in der Buybox unten, wo drin steht, mit wem du das Geschäft machst, da steht dann irgendein Apothekenname drin. Wenn du in den Bereich Nahrungsergänzungsmittel oder Beauty gehst, dann ist es natürlich der liberalisiert und dann kann auch Amazon selbst verkaufen oder eben der Hersteller.

Wenn wir zum Beispiel so Hersteller sehen wie Green Naturals, ich weiß nicht, ob der bei euch in Österreich wahrscheinlich schon auch bekannt ist und auch groß, ist jetzt von Bayer gekauft worden. Das ist eine Marke die komplett auf diesen DTC-Ansatz gesetzt hat, also komplett Direct-to-Consumer. Das sehen wir bei vielen Nahrungsergänzungsmittel-Marken, dass sie zumindest...

...so starten und dann irgendwann in den E-Pharmacy-Bereich mit reingehen. Aber im Nahrungsergänzungsmittelbereich und ich habe gestern noch mit einem Hersteller gesprochen, ist es oft so, dass die sagen, 40% machen wir bei Amazon. 40% der Umsätze. Dann machen wir 40% in den E-Pharmacies und 20% mit DTC oder eigener Shop oder was auch immer.

Insofern, also wenn wir über den Nahrungsergänzungsmittelbereich sprechen, ist Amazon definitiv eine Größe und da wird der Markt doch immer breiter. Also da gibt es dann Spezialshops, die sich nur auf Nahrungsergänzungsmittel beziehen und dann wird auch die Marktabgrenzung immer schwieriger. Weil wenn du mit einem Nahrungsergänzungsmittelhersteller sprichst, der irgendwie, nehmen wir mal Omega-3 macht, dann will der natürlich nach Möglichkeit den gesamten Omega-3-Markt sehen.

Ich wüsste gar nicht, wie man den schneiden soll. Also da gibt es ganz viele Nahrungsergänzungsmittel-Anbieter, die auf den verschiedensten Portalen verkaufen. Und deswegen sagen wir eben auch immer, gucken uns den E-Pharmacy-Markt an. Also insofern Amazon als NEM, also Nahrungsergänzungsmittel, und BPC, Beauty & Personal Care-Anbieter, durchaus wichtig.

Dann nochmal in dem 3P-Geschäft, also Third-Party-Marketplace, auch für OTC und auch in diesen anderen Kategorien durchaus wichtig. Insgesamt gibt es dann ja auch immer noch die Frage, wird denn Amazon auch eine Apotheke? An der Stelle... Sag ich immer, ich glaube nicht. Auch wohlwissend dass man sagt, niemals nie.

Und wir sehen ja auch, die haben, ich weiß nicht, ob all deine Hörer das wissen, aber die haben eine Apotheke, eine Offizienapotheke oder eine Offizienparapharmacie in Mailand gekauft, wo die so ein bisschen so Showcases machen, wo sie die Haut analysieren und so weiter. Das gilt so als der erste Vorstoß zur Amazon Pharmacy in Europa.

Aber man muss sich überlegen, warum sollte Amazon das tun? Das Geschäft ist aktuell noch nicht bewiesenermaßen profitabel. Sie haben erstmal kein Need, also warum gibt es die Amazon Pharmacy in den USA? Ganz einfach, Amazon hat da ein Problem, nämlich die Gesundheitssysteme funktionieren nicht so gut, die Mitarbeitenden müssen mit günstigen Medikamenten versorgt werden, da gibt es einen Sinn dafür.

Aber dieser Sinn lässt sich nicht einfach exportieren. Also wenn wir die Analogie nehmen zum Beispiel zum Amazon AWS hier, Amazon Cloud sozusagen, da sagte man, naja, das ist die Technologie von Amazon.com, die werden wir jetzt internationalisieren, die werden wir verkaufen, der Need ist überall da, die Eintrittshürden sind überall ähnlich.

Haken dran, ja. Aber mit der Amazon Pharmacy, wir haben ein Fremdbesitzverbot, wir haben ganz viele Themen, die eben nicht funktionieren. Und ich vergleiche diese Amazon Parapharmacy in Mailand immer mit diesen Amazon Go Supermärkten, die es mal gab. Super Konzept und einfach mal um zu experimentieren, super.

Und auch nicht zu unterschätzen. Also wenn die mit dieser Parapharmacy eine schöne Nische finden und sich da verbreitern können, werden sie es sicherlich machen. Aber werden wir eine ernstzunehmende Konkurrenz in Deutschland haben? Meine persönliche Einschätzung ist nein. Die ich durchaus für wahrscheinlich halte wie so ein Aldi Rossmann steht, glaube ich, auch in den Startlöchern wenn DM startet.

Das ist total klar, dass es da einige gibt, die sagen, das werden wir machen. Amazon, interessanter Vertriebskanal für alle. Irgendwie, also Arzneimittelhersteller ein bisschen weniger, aber NEM und Beauty definitiv, also wenn ich heute eine Marke groß machen würde, dann würde ich vermutlich auf Amazon starten und dann gucken, wie ich sie in die Apotheken skaliere, also zumindest eine, die ich auf Amazon verkaufen kann, aber trotzdem für den klassischen E-Pharmacy-Markt aus meiner Sicht keine Herausforderung,

Flener: sondern

Ziegelmayer: eher ein Vertriebskanal.

Flener: Wenn wir dann sehen, also ich bin da gespannt, weil ich finde die Exzellenz in der Logistik ist so dieser Punkt, der halt immer wieder in das Spiel gebracht wird, da sind sie halt extrem gut, das glaube ich macht fast keiner so gut, wie halt Amazon das macht und das ist aber eben glaube ich die Frage, dass aber trotzdem die anderen Parameter, die du jetzt alle genannt hast, so viele Hindernisgründe sind und das ist aber glaube ich auch ein Punkt, wo halt viele sagen, na gut, am Ende des Tages ist vielleicht einer der großen Versand-Apotheken dann einfach ein Übernahmekandidat für Amazon, aber vielleicht aufgrund der Position sagen, okay, warten wir mal ob das jemals Nachhaltig profitabel wird, nämlich mit den Margen die Amazon gewohnt ist, bevor sie sich dann dieses Schlachtfeld vielleicht noch zum jetzigen Zeitpunkt antun, wo noch viel experimentiert wird, wo viel ausprobiert wird etc.

Aber die Einschätzung teile

Ziegelmayer: ich, also deswegen sage ich niemals nie, wenn eine, nehmen wir mal eine Shop-Apotheke als vielleicht jetzt als ein Player, der am ehesten zu der Struktur passen würde, weil eben eine europäische Apotheke, also man gewinnt nicht nur Deutschland, sondern man gewinnt auch andere Länder und zumindest die Profitabilität in Sichtweite ist.

Und trotzdem würde ich schätzen, wenn ich Verantwortung, also wenn ich diesen Bereich verantworten würde, würde ich mir sehr lange überlegen, wann ist der Zeitpunkt dass dieses Geschäftsmodell wirklich bewiesen wird Mit den Margen, wie du sagst die Amazon erwartet und gewohnt ist auch funktioniert. Also ich sehe das.

Also ich bin da durchaus positiv und trotzdem würde ich sagen, ich würde zumindest noch in eine Hold-Position gehen, weil ob ich jetzt ein paar Millionen mehr bezahle oder nicht, das würde ich am Ende noch aussitzen. Ja und tatsächlich, ich kenne auch wenige andere Unternehmen, die sich eine Shop-Apotheke leisten könnten.

Also da redet man dann vielleicht, wie du eben schon gesagt hast, gegen asiatische Player, die vielleicht einsteigen könnten. Oder wir haben natürlich auch mit CVS und Co. in England Gruppen die interessant sein könnten. Aber insgesamt ist es schon... Schon ein großes Fragezeichen.

Flener: Ja, klar. Und dann muss ich eben die große Geldbörse mitbringen, also wie du sagst.

Also man wird es sehen. Eine spannende Frage hätte ich noch zu diesem Thema Versandhandel. Und das seht ihr, glaube ich aus euren Zahlen auch. Die Frage, welche Rolle spielt die Geschwindigkeit? Das war ja immer das Argument zu sagen, wenn ich Husten habe, habe ich heute Husten und bestelle nicht online. Ja, weil dann habe ich heute Husten und will nicht drei Tage warten.

Jetzt gibt es natürlich so Angebote von der Shop-Apotheke, so wie Shop-Apotheke Now. Da kollaborieren sie dann mit regionalen Apotheken. Aber welche Bedeutung aus deiner Sicht spielt für den Kunden heute immer noch dieses Thema Geschwindigkeit? Ja, weil ja, glaube ich auch das, was du ja als Eigenbeispiel gebracht hast, vieles des Online-Shops ist ja so ein bisschen Bevorratung Reiseapotheke.

Ich kaufe mir die Hautcreme der Thermokosmetik oder ob die jetzt heute schmiere oder vielleicht zwei Tage eine Pause machen muss, wird mich nicht drastisch altern lassen. Also wie ist da so ein bisschen diese Thematik diese Wichtigkeit der Geschwindigkeit? Ja

Ziegelmayer: Also es kommt immer darauf an, welches Segment du attackierst.

Wenn du in dem klassischen Thema bleibst, wo wir jetzt gerade darüber gesprochen haben, die Reiseapotheke, die Creme, das Nahrungsergänzungsmittel, was ich nicht unbedingt brauche, also nehmen wir mal Kollagen oder sowas, ist gut zu haben, aber muss man nicht unbedingt, dann ist vollkommen egal, ob das zwei oder drei Tage braucht.

Hauptsache es ist günstig. Aber die Apotheken haben ja immer mehr auch den Anspruch im Rx-Bereich in der Chronikerversorgung aber auch in der Akutversorgung eine Rolle zu spielen. Und da ist es ein Gamechanger. Da ist es aus meiner Sicht, also wenn du... Und auch übrigens für die Versorgung. Also auch wenn ich mir überlege, ich bin selber nicht Diabetiker, aber ich habe Diabetiker im Freundes und Bekanntenkreis und wenn die ja Insulin brauchen, dann gehen die teilweise wirklich auf Suche in Apotheken und fragen, habt ihr es habt ihr es, habt ihr es nicht, nein, könnt ihr es bestellen, wie lange dauert es?

Und meistens fällt einem auf, scheiße mein Insulin ist fast aufgebraucht, ich habe noch irgendwie 10 Shots oder was auch immer, dann ist es vorbei. Und da stelle ich mir vor, wenn du dann als Online-Apotheke mit einem entsprechenden Lager, wo du auch sagen kannst, ich kann ein bisschen was bevorraten, wenn du dann in der Lage bist, das auch innerhalb kürzester Zeit zu deliveren, irgendwie natürlich mit lokalen Partnern aber vielleicht auch mit einer entsprechenden Logistik die trotzdem innerhalb von anderthalb Tagen das Medikament zum Behandeln Ja, genau.

In Erwägung zieht, also warum vielleicht Abo-Modelle auch noch nicht so explodieren, wie man eigentlich erwartet hätte oder erwarten würde, weil sie noch nicht wissen, dass das schon ganz gut funktioniert. Ich weiß noch, als ich das vor zwei Jahren mal ausprobiert habe und da war es, glaube ich dieses Now-Angebot da bin ich ganz ehrlich, da hat es gar nicht funktioniert.

Da habe ich Now geklickt und habe drei Tage später den Großteil meines Warenkorbs bekommen, obwohl der Großteil auf Now stand. Ich habe es nochmal vor einem halben Jahr probiert oder sowas und da funktionierte das. Und das ist dann wirklich was, wo du sagst und jetzt verbunden mit dem Case, wenn wir wirklich denken, wo sind Innovationen du machst ein telemedizinisches Gespräch beim Arzt, du bist wirklich krank du hast keine Lust, das Bett zu verlassen Es geht dir darum, du brauchst Antibiotikum, das ist auch ein Krankheitsbild, was man durchaus über Distanz beraten kann.

Und du sagst, ich weiß, dass ich Antibiotikum brauche du kriegst es verschrieben und schickst es an die Apotheke weiter und In kürzester Zeit klingelt es bei dir an der Tür und du hast es. Du brauchst nichts zu verlassen, du steckst niemanden an. Also diese Idee zu haben, ist natürlich großartig Und ich glaube, deswegen ist Now auch ein Schlüssel für diese ganze Kombination zwischen Innovation und in Richtung Vollversorger, der ja so nicht funktioniert.

Weil wir natürlich auch Gesetze haben, die einem Arzt nicht erlauben zu sagen, hey, du kannst bei der Shop-App oder nimm mal wieder einen anderen, kannst du bei Aponeo einreichen und kriegst es innerhalb von einer Stunde geliefert Das geht nicht, sondern er sagt, hier ist dein E-Rezept, reich es ein, wo du willst.

Und da übrigens auch nochmal für die Offizien, wir haben eben über Dinge gesprochen. Diese Geschichte ist ja nicht neu. Das ist der Botendienst der Offizien. Also wenn die Offizien sich da vielleicht geschickter reinbringt, ist das auch durchaus was. Also mir ist doch, wenn wir über Quick-Commerce oder sowas gesehen haben, die haben zwar alle nicht so wirklich funktioniert, aber die Leute waren generell bereit, sogar deutlich mehr Geld auszugeben wenn es jetzt gleich kommt.

Also dieser Botendienst, den nochmal zu denken und zu sagen, den kriegen wir vielleicht irgendwie eine App oder besser oder wie auch immer, das ist genau das. Und Same-Day-Delivery ist für mich ein Thema in der Pharmazie zumindest, dass der nächste Schritt ist, um... Wirklich auch Versorgungsrelevanz noch stärker auszubauen.

Wenn ich jetzt nach vorne blicke wie sich diese Kundenstrukturen verändern werden, und du hast mir ja dankenswerterweise euren Report für 2024 zur Verfügung gestellt, habe dort hineingeschaut und mir ist eine Zahl ins Auge gesprungen, und das ist ein Anstieg der Umsätze rund um die Black Week. Ja.

Ziegelmayer: Und

Flener: das habe ich ja spannend gefunden, also Black Friday, Black Week, dann denke ich mir, gut, es werden nicht die Leute da im November plötzlich alle krank geworden sein, also es wird ja nicht zufälligerweise zusammenfallen, sondern es ist diese hohe Preisauffinität, da bestelle ich was, ja, dann bestelle ich vielleicht die Bevorratung oder das Katermedikament für was weiß ich, was für die Weihnachtszeit, wenn ich dann vom Weihnachtsstand nach Hause komme.

Aber es ist ja doch interessant, aber das ist ja ein Ganz anderer Kunde sage ich einmal, als es jetzt der ist, so wie du ihn sagst. Ich bin der Diabetiker, ich habe meine konstante Medikation etc. Also diese Ausgestaltung an Personas, das wird ja noch eine unglaubliche Herausforderung für die Apotheken werden, weil ich so ein breites Kundenspektrum habe, was die Leute dann dementsprechend bestellen.

Und diese Black-Week-Zahlen waren eben für mich überraschend, weil ich dachte, okay, spannend eigentlich, wo man ja immer sagt, naja, ich kann nicht künstlich Bedarf generieren im Apothekengeschäft. Und scheinbar schon.

Ziegelmayer: Naja, da geht es dann auch um die Sortimente. Also in der Black-Week sehen wir, dass die Treiberprodukte und die Dinge die sich besonders positiv entwickeln vor allem Beauty ist.

Das heißt, wenn du sagst, ich bin Skincare-affin und dann siehst du auf einmal, dass das Eucerin-Epigenetic-Serum, was sonst 70 Euro kostet, jetzt auf einmal 50 oder 40 Euro kostet, dann ist das oft der Kaufanlass. Und wenn du dann da bist, dann kaufst du natürlich auch andere Produkte also genau das, was auch die Apotheken sich so ein bisschen aus dem Rx-Mischwarenkorb auch erhoffen.

Aber das sehen wir schon in der Black Week, dass das generell funktioniert. Also jemand geht rein, kriegt zwei Eucerin-Cremes zum Preis von einer, das ist dann die Black Week-Aktion und da ist es eben so, wir alle sind in der Black Week super aufmerksam, was Kampagnen angeht Also ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich gucke Newsletter, ich gucke mir einschlägige Seiten an, was sind die besten Angebote und wenn da natürlich dann irgendwo auch eine Online-Apotheke auftaucht mit, hier kriegst du deinen, wir haben eben über Kollagen gesprochen, hier kriegst deinen Kollagen für die Hälfte oder deine Creme für die Hälfte Ja, dann bin ich da.

Und dann sage ich auch, ja komm, dann lass mal zwei kaufen. Und dann bin ich auch an dem Punkt, wo ich denke, brauche ich eigentlich noch irgendwas aus der Online-Apotheke? Boah, ja mein Ibuprofen ist auch alle. Also zack kommt das auch noch. Also Ibuprofen, magisch ein geringes Produkt, aber du weißt, wie ich meine.

Du fängst dann an zu überlegen, was brauche ich vielleicht noch unten in meiner Apotheke und das kommt dann oft noch mit rein. Ja, aber das ist genau das. Die Black Week zeigt wiederum die Preisaffinität und den Preistreiber der Deutschen. Rabatte Preise und so weiter. Und das ist auch, wenn du dir über Saisonalitäten zum Beispiel Gedanken machst, die krassesten Saisonalitäten, also natürlich sehen wir auch was mit Erkältung und Allergie und so, das sind alles Effekte die wir ganz klar die vermelden wir auch immer wieder, die sind ganz klar da.

Krasse Effekte sind aber auch einfach sowas wie Osterferien. Weil die Leute kaufen vor den Osterferien nochmal ihre Reiseapotheke ein und dann sind die erstmal weg und so. Also das ist total spannend zu sehen. Es sind dann oft Kampagnenzeitpunkte das haben wir. Dann sind es solche Osterferien-Sachen und dann sind es eben solche Sachen wie die klassischen Saisonalitäten, Erkältung und so weiter.

Wobei Erkältung für den Online-Handel weniger von Bedeutung ist, weil wir genau an das Same-Day-Delivery-Thema kommen.

Flener: Eine Sache, die auch noch aus den Zahlen interessant ist, ist die Warenkorbgröße. Das wäre ja jenseits der 40 Euro liegen, glaube ich beim durchschnittlichen Warenkorb. Das ist auch diese Bereitschaft, wenn ich dann mal dort bin, teilweise auch, glaube ich weil Mindestbestellmengen sind, damit gratis Zustellung, dann tut man halt noch eine Creme hinein damit man keine Zustellung zahlt und über die Grenze kommt.

Aber dass scheinbar auch das gar kein großer Hindernisgrund mehr ist, weil das wurde zumindest am Anfang oft diskutiert. Naja, schon, weil wenn ich jetzt nur hingehe und mir meine Halswitterblätten kaufe, dann liege ich bei unter 10 Euro in stationären Apotheke. Aber wenn ich online kaufe, bin ich ja jenseits der 40, weil Lieferkosten.

Dass das scheinbar aber trotzdem für die Kunden jetzt kein Hindernisgrund ist, zu sagen, gut, dann stocke ich den Warenkorb halt auf und bestelle halt noch dazu. Also wir sehen, dass so im

Ziegelmayer: Warenkorb sind normalerweise wenn ich mich nicht erinnere drei Artikel ungefähr. Muss ich auch nochmal nachgucken, aber ich meine, es sind ungefähr drei.

Ja, genau. Und ja, der durchschnittliche Warenkorb ist über 40 Euro. Witzigerweise was wir auch sehen, dass die Bestandskunden häufig für mehr einkaufen als die Erstkunden. Also wir sehen schon noch so einen Effekt, dass die Kunden, die in den Markt reinkommen, erstmal ein bisschen vorsichtiger sind. Und wenn die einmal diesen Markt verstanden haben und sehen, da kann ich günstiger kaufen, dann sind auch andere Dinge drin.

Und ich glaube, was wir vor allen Dingen haben, weswegen die Warenkörbe so hoch sind, ist, dass wir häufig Die teuren Produkte ziehen. Also auch wieder der deutsche Preisaffine, der geht dann vielleicht eben auch rein und kauft häufig einen Orthomol. Und ein Orthomol ist dann eben direkt eine Packung 50 Euro.

Insofern ist das, da kommt der Unterschied rein. Eine Ibuprofen, ganz ehrlich, ob die 2,72 Euro oder 3,50 Euro kostet ist total egal. Ob du die Neuphizien für 4 Euro kaufst und online für 2,80 Euro, das interessiert so gut wie niemanden. Aber bei den teuren Produkten fällt es natürlich auf. Und da reden wir auch über Themen, was wir als unglaublichen Trend sehen, ist immer mehr präventive Gesundheit.

So was wie eine Marke Kijimia, die gab es vor 5 Jahren nicht. Die war nicht existent. Heute ist das ein Produkt, Die Bolle abverkauft und hat Abverkaufspreise von 50, 60 Euro. Oder wie gesagt, ich habe Automol schon ein paar Mal erwähnt, das sind Nahrungsergänzungsmittel vorwiegend, die unglaublich populär sind, die aber auch teuer sind und die treiben natürlich dieses Preventive-Health-Thema vor allen Dingen online.

Wir sehen aber den Preventive-Health-Bereich auch offline.

Flener: Das ist sicherlich auch nochmal ein Treiber für den Markt. Was aber dann schon auch bedeuten würde, weil wir sehen das in einem ganz anderen Segment gerade, also Rezept wichtiges Geschäft, also daher kein Online-Geschäft sondern in der stationären Apotheke, aber auch hier ein Produkt, wo wir beim dreistelligen Monatsbetrag sind, Dauertherapiekosten, aber privat zu zahlen und die Leute sind trotzdem bereit.

Also hier dürfte schon auch in den letzten Jahren ein Shift stattgefunden haben, dass die Leute wirklich bereit sind, für Gesundheitsprodukte wirklich Geld auszugeben.

Ziegelmayer: Ja, definitiv Also das sehen wir wirklich, das sehen wir auch, also sehen wir vor allen Dingen in unseren Daten, dass die Märkte die am stärksten wachsen, ganz, also wir sehen zwei Segmente, die schon sehr, sehr stark sind.

Das ist auch, das ist zum einen Preventive Health, Wellness und so weiter, also alles das, was gut tut, teure Produkte in der Regel und Charme ist auch nochmal ein Thema, haben wir heute noch gar nicht drüber gesprochen. Also sowas wie Schlankheitsmittel und Co., das sind natürlich auch Dinge, die gekauft werden Aber insgesamt kann man sagen, Die Deutschen sind bereit für Gesundheitsthemen immer mehr auszugeben und und also wir sehen dass die klassischen otc medikamente stück weit verdrängt werden also verdrängt werden wollte reden ist zum beispiel gutes beispiel heute reden ist ja so ein ding dass das absolut ich habe mich verletzt ich habe rücken schmerzen die die volkskrankheit in deutschland wollte reden und auch andere anti rheumatiker Werden weniger gekauft nach unseren Daten.

Dafür sind es eben Dinge, die vielleicht proaktiver sind. Dass ich sage, Kollagen für die Gelenke oder sowas Das sind Produkte, die wir mehr sehen. Und dann, wie gesagt, klassische Nahrungsergänzungsmittel, Magnesium, Omega-3. Und die Dinge sind halt eben recht teuer.

Flener: Was mich nochmal so den Sprung gerne mit dir machen würde, ist dieses Thema Rx-Geschäft.

Jetzt sagen eure Zahlen sind ja generell OTC-Geschäft, aber trotzdem wissen wir, und das ist zumindest oft propagiert worden, Rx ist jetzt der große Game Changer. Also auch so nach dem Motto, wenn man jetzt auch dann, sage ich mal, Publikationen von DocMorris und RedCase hat, also jetzt, also auch mit dem E-Rezept in Deutschland, E-Rezept gäbe es auch in Österreich, dann auch die Lösungen DocMorris, ich kann meine Gesundheitskarte direkt per NFC kann ich scannen, das ist gleich im Shop.

Also technisch sehr saubere Lösungen. Nach der kurzen Überbrückung, das haben wir ja sehr lustig gefunden, wo das deutsche E-Rezept ausgedruckt werden musste, um dann eingelöst zu werden und dann aneinander wieder zu digitalisieren, das war irgendwie ganz interessant. Aber was ist so ein bisschen dein Blick darauf, wie weit wird dieses Thema Rx-Geschäft im Online-Handel das Ganze noch einmal wirklich durchwürfeln?

Weil ich gebe noch zwei Hypothesen dazu, wir ja einerseits sehen, dass zumindest, wenn ich jetzt mir die Jahresabschlüsse der großen Versandhändler anschaue, So wahnsinnig nachhaltig profitabel ist das Geschäft noch nicht. Also da müsste noch was passieren. Und der zweite Punkt, wie wir schon noch in der stationären Apotheke sehen, dass dieses Thema Rezept schon ein Treiber ist, weil damit kriege ich die Leute halt bei mir durch die Tür und habe die Chance, dass ich dann halt noch dementsprechend was dazu verkaufe.

Daher deine Einschätzung, wie weit wird das Rx-Online-Geschäft das alles noch einmal durchwirbeln?

Ziegelmayer: Also ich glaube, das ist eine Entwicklung, die unaufhaltsam ist und die passiert. Also erstmal, um zu sagen, ich glaube, dass sich das E-Rezept durchsetzt Und ich glaube auch, dass das für uns ganz natürlich sein wird, dass wir sagen, bestimmte Dinge werden wir online einlösen.

Da gibt es so dieses Thema, hast du bestimmt auch schon mal gehört, und viele deiner HörerInnen, dieses Thema Abo-Modelle. Also ich habe eben über Diabetes gesprochen. Warum habe ich kein Abo-Modell für Insulin? Das kriege ich zugeschickt da muss ich regelmäßig vielleicht nochmal einen Telemediziner sehen und so weiter Also ich glaube, solche Dinge werden immer mehr.

Richtung online verlagert werden. Aber das braucht seine Zeit. Und ich glaube, da sind vielleicht auch die Erwartungen ein bisschen hoch gewesen. Wenn man sich mal zum Beispiel Schweden anguckt. Schweden finde ich immer super spannend als Beispiel. Das E-Rezept gibt es in Schweden seit den 80ern. Also wir reden über eine Zeit von über 40 Jahren, dass da kein Papierrezept ausgedruckt wurde.

Schweden hat heute einen Online-Anteil in Rx, ich glaube, von jenseits der 15 Prozent. Also wir gehen fast auf 20 Prozent zu. Wir haben jetzt ja, habe ich eben mal gesagt, im freiverkäuflichen Bereich in Deutschland einen Online-Anteil von etwa 25 Prozent. Also wir sehen, dass das wirklich in die Richtung geht und Wachstumsraten bei den Rx-Zahlen in Schweden von über 20 Prozent.

Also bei einem relativ etablierten Markt ist das abgefahren. Da ist es also angekommen. Jetzt kann man sagen und Diskussion habe ich ganz oft, Schweden ist strukturell ganz anders als Deutschland und auch ganz anders als Österreich. Also man kann das nicht, man kann nicht einfach sagen, in Schweden funktioniert es, also wird es auch hier funktionieren.

Aber ich glaube, was ich damit sagen will, ist, es ist für mich ein unaufhaltsamer Teil der Versorgung. Das wird so sein und wir werden alle immer digitaler und es werden immer mehr digitale Geschäftsmodelle kommen, die in dieser Verbindung Sinn machen und damit wird das sich etablieren. Und dann wird es natürlich auch zum gewissen Beitrag an Profitabilität für die Apotheken drehen, vor allen Dingen, weil wenn man, und das Geschäft gibt es heute noch gar nicht, also wenn man sich das anguckt wenn ich heute ein Rezept einlöse bei einer Online-Apotheke, dann wird mir zum Beispiel nehmen wir mal ein Antibiotikum, dann wird noch kein Probiotikum empfohlen.

Weil es ganz viele Fragestellungen noch gibt, die nicht gelöst sind und so weiter. Aber wenn wir das haben, dass dann da steht, hey, Achtung, du hast ein Antibiotikum, also so wie es der Apotheker macht, du hast ein Antibiotikum, ich empfehle dir, dieses Probiotikum dazu zu kaufen, dann reden wir natürlich auch nochmal echt über Treiber.

Und was wir auch wissen, ist, dass die Ex-Kunden oder PatientInnen muss man dann ja sagen, viel treuer sind als die OTCler, weil die laufen nicht über Preise. Die zahlen überall dasselbe, die zahlen überall ihre Zuzahlung. Und denen ist es eigentlich egal, also es geht nur noch um Convenience Und deswegen, ich glaube, das wird sich durchsetzen.

Ich glaube auch, dass das zum Game Changer wird. Ich glaube nicht, dass die Offizienapotheken kein Geschäft mehr machen, sondern die werden sich genauso ihr Geschäft behalten, sondern es wird eben eine Säule sein und kann durchaus auch zum Ergebnisbeitrag oder wird zum Ergebnisbeitrag führen. Aber das hängt natürlich, das kostet Zeit.

Also das ist nichts. Und wenn wir das heute sehen, wir sehen grandiose Wachstumsraten beim X. Also ich glaube zum Teil von 50 Prozent. Also die verdoppelt sich, also nicht verdoppelt sich, sondern die Hälfte kommt obendrauf Und, also wenn du mich als Investor fragen würdest, ist das ein gutes Wachstum, würde ich sagen, ja, hätte ich so nicht erwartet Lustigerweise höre ich von Investoren, es läuft aber langsam.

Wir reden ja jetzt erst über anderthalb Prozent Anteil von der X, da denke ich mir, was habt ihr denn erwartet? Also, weißt du, aber insgesamt, ich glaube schon, dass das ändern wird und ich glaube auch, dass mit dem Rx-Teil immer mehr digitale Geschäftsmodelle und Versorgungsmodelle kommen, die aus Konsumentensicht Sinn machen und die eben nicht preisgetrieben sind.

Und auch da wiederum sage ich, der Kuchen ist groß und jeder hat wahrscheinlich eine Möglichkeit, an diesem Kuchen zu partizipieren, ob das die Online-Apotheken sind, ob das die Offizien-Apotheken sind oder ob das neue Player wie dm vielleicht auch Amazon sind. Das wird sich zeigen.

Flener: Gut du wirst dann so einen vollumfänglichen Gesundheitsversorger bekommen, also wie dann telemedizinische Leistungen hineinkommen und damit sind wir weg dass dann DocMorris, RedCare und Co.,

Online-Apotheken sind. Das sind Online-Gesundheitsversorger, die halt dann die Komplette machen, wie du sagst Ich habe eine telemedizinische Konsultation, kriege mein Medikament verschrieben, kann es im selben Atemzug über den Online-Shop bestellen etc. Also da gibt es schon viele Schritte, die das Leben dann wesentlich einfacher machen.

Was mich ja dann zur spannenden Frage führen würde, Wie hoch prognostizieren jetzt einmal auch dann bestimmte Online-Händler den Online-Anteil Weil wenn ich jetzt diese gesamte Convenience nehme, würde man ja hypothetisch sagen, okay, dann wären wir bald bei, also OTC sind 25%, die AX sind wir noch da im einstelligen Bereich.

Aber wo sind da die Fantasien wenn man jetzt ein bisschen nach vorne schaut, ein bisschen wie diese Anteile sich verändern werden? Das finde ich ja interessant. Im Lebensmittelversandhandel zum Beispiel funktioniert es ja tendenziell schlecht. Da gab es einen kurzen Peak Corona und dann hat man so ein Plateau erreicht und da tut sich, glaube ich, verhältnismäßig wenig, so wie ich jetzt die Zahlen sehe.

Aber welche Hypothesen hat man Sagt man, okay, wenn man mal 30 Prozent Anteil erreicht hat im OTC-Segment, das wird so ein bisschen ein Plateau sein. Oder sagt man, na, solange es nicht 100 Prozent sind, kann die Reise eigentlich nach oben gehen. Was sind aus deinem Umfeld so die Zahlen?

Ziegelmayer: Bei OTC insbesondere, weil wir zwei Treiber haben im Preis und Convenience glaube ich schon, dass wir da noch eine ganze Menge Luft haben.

Also ich würde sagen, theoretisch Anteile wie bei Electronics sind nicht ausgeschlossen.

Teure Produkte sprechen, die Markenbekanntheit haben und so was, das kann ich mir vorstellen. Das ist vielleicht auch der Unterschied zum Lebensmitteleinzelhandel, wo wir ja nicht über unglaublich teure Markenprodukte sprechen, also da reden wir, ein Waschmittel vielleicht noch hat einen gewissen Preis, aber was kann ich heute beim Rewe auf meinem Zettel finden, wo ich sage, da lohnt es sich auch mal zwei Tage drauf zu warten.

Das ist vielleicht der Unterschied, aber genauso wie ich vielleicht einen Bose Kopfhörer bei Amazon kaufe und nicht mehr bei Mediamarkt um die Ecke, kann ich mir eben vorstellen, dass ich meine La Roche-Posay-Creme, die im Preis wahrscheinlich ähnlich wie der Bose Kopfhörer ist und nur nicht so lange hält, auch die online kaufe.

Also ich würde sagen, ohne mich da festlegen zu wollen, ich bin das damals schon mal gefragt worden, dass ich sage, generell klar, irgendwann wird es langsamer, also je länger, je mehr wir auf diese Sättigungsraten von Electronics oder Klamotten und sowas kommen, Online-Anteil ich glaube, liegen bei 40, 45%.

Da wird es irgendwann langsamer. Aber wir sehen gerade zum Beispiel ein Wachstum, was wieder auf Vor-Corona-Niveau ist, also ein zweistelliges Wachstum, wenn wir den gesamten Markt sogar sehen, eher in Richtung 16 Prozent. Und das sehen wir übrigens auch europäisch. Also wir haben einen Umständen in Europa im Moment von 14 Prozent.

Also der ganze Markt wächst. Und wir sehen, dass da durchaus noch Luft nach oben ist. Und im Rx-Bereich sage ich dir ganz ehrlich, da gucke ich nach Schweden. Und wie gesagt, Schweden hat ganz viele Besonderheiten Schweden hat auch lange Monopol-Apotheken, staatliche Apotheken. Also diesen freien Markt gibt es noch gar nicht lang.

Aber nichtsdestotrotz sage ich, wenn die 15, 20 Prozent der X-Anteil online haben, warum sollte das bei uns denn über Zeit anders sein? Auch wir haben bevölkerungsarme Gegenden, wir haben schließende Apotheken wobei ich finde, da muss man immer ein bisschen vorsichtiger drauf gucken, weil Der Apothekenumsatz steigt trotzdem.

Wir haben einen Rückgang von Apotheken, die vielleicht unnötig sind, weil wir sind der dichtesten Netze überhaupt. Das ist vielleicht eine ganz normale Entwicklung. Aber ja, ich glaube schon, dass wir durchaus da noch ganz schön Luft nach oben haben.

Flener: Ich glaube auch, dass diese Zuschreibung dass der Onlinehandel dafür sorgt, dass die stationären Apotheken dann schließen müssen, das ist nur ein Bruchteil der Geschichte.

Es liegt einfach so, schlecht geführt, schlechte Lage, ich will nicht mehr. Da gibt es ganz viele Faktoren die dann zusätzlich mit hineinspielen. Und das ist einfach der Balanceakt den wir auch sehen. Ich finde, das ist immer so schwierig zu sagen, die Apotheke. Es gibt nicht die Apotheke, es gibt einfach die super professionellen Apotheken Es gibt einfach so 10% oben, die machen einfach top ihr Geschäft, dann gibt es einen starken Mittelbau und dann gibt es einfach leider ein paar, die halt vielleicht nicht diesen kaufmännischen Aspekt und das ist sicher, dass man sich verschoben hat, die Offizienapotheke die stationäre Apotheke ist vielmehr ein kaufmännischer Betrieb als ein pharmazeutisch-medizinischer Betrieb vielleicht auch in der Vergangenheit.

Das hat sich gewandelt, viele wollen diesen Wandel nicht, das ist auch legitim, kann man sich ja dementsprechend wünschen und wir haben das in Wien ja immer so formuliert, früher war ja die pharmazeutische Uni und die Wirtschaftsuni nebeneinander, ja, und in vielen Fällen hätten einfach die Pharmazeuten für das, was sie viel brauchen, in Apotheke eigentlich auf die andere Fakultät gehen müssen, weil einfach diese kommerziellen Themen mittlerweile so einen hohen Anteil haben.

David, ich abschließend noch bitten, wenn wir nach vorne schauen, was sind so Dinge, wo du sagst da muss man ein Auge drauf haben, das wird spannend, das erwartest du nochmal ein bisschen als Entwicklung mit Blick nach vorne?

Ziegelmayer: Also ich glaube, was im Moment eine super spannende Entwicklung ist für Hersteller wie auch für Apotheken ist das ganze Thema KI.

Also es wandelt sich einfach unheimlich viel, angefangen von eben klassischem Marketing, was sich nochmal wandelt. Ich habe jetzt letztens auf einer Konferenz wieder mal gesehen, was Google macht in videokreation ja so assets generierung wenn ich mir überlege wenn du früher ein fernsehspot machen wollte brauchtest du viel viel geld und viel zeit das kannst du heute alles schnell machen also das kannst du heute prompten und wahrscheinlich in zwei tagen machst du ein und unglaublich professionelles ding was du zumindest mal auf social media packen kannst also werbung Die Art, wie Konsumenten einsteigen in diesen ganzen Markt, verändert sich.

Also das heißt, suchen über Chat-GPT, Perplexity, Gemini die aber eben wirklich KI-getrieben sind, also wo wir früher gefragt haben, hey, Erkältungsmittel, das war der Suchbegriff. Hin jetzt zu, ich fühle mich nicht gut, ich habe Kopfschmerzen, ich habe Fieber, ich brauche was, ich muss in drei Tagen wieder fit sein, was kann ich nehmen?

Oh, das ist verschreibungspflichtig das kriege ich nicht mehr. Kannst mir OTC-Medikamente empfehlen? Und wo kriege ich die? Diese Customer-Journey müssen wir uns überlegen als Hersteller als Online-Apotheken. Und und natürlich auch die Verlagerung hin in Apps. Du hast es eben gesagt, ja, also die, die Customer Journey, je mehr sich das E-Rezept durchsetzt, desto mehr verlagert sich die Customer Journey auch in, in die Apps der Apotheken.

Das ist der erste Punkt. Wir haben es schon bei Amazon für ganz viele Produktsuchen. In Hells halte ich es durchaus für wahrscheinlich, dass es morgen die Shop-Apotheke wird oder vielleicht auch DM, ja, dass man dahin geht und nach Hells-Themen sucht. Und ansonsten das haben wir heute auch schon besprochen, glaube ich dieser Winner-Takes-It-All-Ansatz, mehr Konsolidierung.

Und gleichzeitig aber auch immer mehr Aufweichung der Grenzen, wo ist eine Apotheke und wo nicht, weil die Sortimente sich verändern. Wir reden immer weniger über OTC und Symptombehebung und gehen gerade im freiverkäuflichen Bereich immer mehr in Präventiv und Wellbeing. Das heißt, ich kaufe nicht mehr unbedingt in der Online-Apotheke mein Magnesium, sondern morgen eben im ESN-Store oder wo auch immer ich mich gerade rumtreibe.

Das sind alles Effekte. Insgesamt hoffe ich aus Konsumentensicht darauf, dass weniger Lobbyarbeit die nachhaltige Gesundheitsversorgung stoppt oder behindert und wir immer mehr hingehen und überlegen Was ist denn eigentlich für die deutsche Bevölkerung richtig? Also sowohl was Beratung und Telemedizin und Co.

angeht aber auf der anderen Seite eben auch Zugang zu Medikamenten Preisthemen. Warum muss alles so teuer sein? Ich verstehe, dass die Offizien wichtig ist und an ganz vielen Stellen auch diese Diskussion wir können nicht ohne Offizien, wir brauchen einen Nachtdienst, wir brauchen einen Notdienst, der muss kompensiert werden, einverstanden Ich bin bei jedem, also da kann ich schon fast dem Verband beitreten, weil ich das als Verbraucher genauso sehe.

Aber es gibt eben auch andere Ansätze, wo man sagen kann, alle können Geld sparen, alle können trotzdem, sowohl VerbraucherInnen als auch Hersteller, als auch Online-Apotheken, als auch Offizien-Apotheker können in Konzepten durchaus einen Beitrag leisten, womit wir eine Gesundheitsversorgung bekommen, die besser, stärker, resilienter ist, als das, was wir

Flener: heute haben.

Dann hoffen wir, dass diese Reise so weitergeht. Dominik vielen herzlichen Dank für die Einblicke in das Thema Versandhandel. Ihr habt es extrem spannend gefunden. Wenn man mehr wissen will, wir verlinken deine Kontaktdaten auch in den Shownotes, kann man auf dich zukommen, sich diese spannenden Daten holen Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg in der Datenaufbereitung im Onlinehandel und auch für eure Expansionspläne.

Danke, dass du dir Zeit genommen hast und bis bald.

Ziegelmayer: Vielen Dank Dominik.

Flener: Danke, dass ihr bei dieser Episode des Health Care Changers Podcasts dabei wart. Es hat euch gefallen? Dann empfehlt den Podcast doch bitte in eurem Umfeld weiter und gebt mir eine Bewertung, gerne mit 5 Sternen im Podcast Player eurer Wahl. Ihr habt Feedback oder Input für künftige Folgen? Dann schreibt mir an podcast.healthcarechangers.com Ich freue mich auf jeden Fall, wenn ihr auch bei der nächsten Episode wieder dabei seid.

Bis bald, euer Dominik Flener